Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Teilungsversteigerung


03.12.2006 15:46 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geeehrte Damen u. Herren,

ich bin rechtskräftig geschieden und bewohne allein eine Doppelhaushälfte. Eigentümer: 50/50 meine Ex-Frau und ich.

Eine Einigung mit meiner Ex-Frau ihren 50%igen Anteil abzukaufen scheiterte an ihrer überhöhten Forderung.

Die Hausfinanzierung wird von mir allein getilgt. Schuldner sind wir beide.

Neben der gemeinsamen Hausfinanzierung ist nur der 50%ige Anteil meiner Ex-Frau zusätzlich mit insgesamt ca. EUR 100.000 + Zinsen belastet (Zwangsvollstreckungen, Sicherungseintragungen pp.).

Meine Ex-Frau hat geschätzt EUR 100.000 inzwischen geerbt, wovon die im Grundbuch eingetragenen Gläubiger Kenntnis haben.

Im Hinblick auf eine Klärung der Eigentumsverhältnisse möchte ich im Rahmen einer Teilungsversteigerung das Haus erwerben. Dies kommt für mich nur dann in Frage, wenn die Gläubiger meiner Ex-Frau aufgrund des Erbes inzwischen befriedigt worden sind. Darüber habe ich bisher keine Kenntnis.

Frage: Sind die Gläubiger (Finanzamt, Bank, Landeskasse/Behörde) meiner Ex-Frau auf meine Anfrage hin verpflichtet, mir Auskunft zu geben, ob die im Grundbuch nur zu ihren Lasten eingetragenen Forderungen noch bestehen oder getilgt sind. Wie kann ich darüber eine rechtsverbindliche Auskunft erlangen, da seitens meiner Ex-Frau keine Auskunft darüber erteilt würde. Ich möchte eine Zwangsversteigerung möglichst vermeiden.

Bisher liegt mir kein Löschungsbescheid zu einer dieser Eintragungen vom Amtsgericht vor.

Ich gehe davon aus, dass meine Ex-Frau die jeweilige Löschung im Grundbuch bezahlter Forderungen nicht veranlassen wird. Wie kann ich meine Ex-Frau ggf. zwingen, eine Grundbuchberichtigung vornehmen zu lassen?

Vielen Dank.

MfG
Tabbi


-- Einsatz geändert am 03.12.2006 17:54:39
Sehr geehrter Fragesteller,

Sie und Ihre Frau sind sogenannte Miteigentümer des Hausgrundstückes (Grundstück bebaut mit Doppelhaushälfte). Nach § 1009 BGB kann die ganze Sache zu Gunsten eines Miteigentümers belastet werden, da ich nicht davon ausgehe, dass eine Teilung nach WEG stattgefunden hat, dürfte nicht nur der 50%-Anteil Ihrer geschiedenen Ehefrau, sondern das Grundstück an sich durch eine Grundschuld oder ähnliches besichert sein. (Sollte dem nicht so sein, teilen Sie mir bitte die exakte Kostellation im Wege einer Nachfrage mit!)

Da die Belastung also auch Ihren Miteigentumsanteil betrifft, haben Sie selbst einen Auskunftsanspruch gegen die besicherten Gläubiger. Die Austragung einer solchen Sicherheit ist allerdings regelmäßig nur im Rahmen der gemeinsachftlichen Verwaltung §§ 741, 744 f BGB möglich.

Spätestens in Vorbereitung der Zwangsversteigerung wird die aktuelle Belastung des Hausgrundstückes ermittelt.
Bedenken Sie aber, dass das Zwangsversteigerungsverfahren an sich bereits hohe Gebühren und Kosten verursacht und nicht gewährleistet ist, dass keine sonstigen Interessenten vorhanden sind, weshalb die "günstige Übernahme" im Wege der ZV nicht immer funktioniert.

Ich gehe davon aus, Ihre Fragen beantwortet und eine erste Orientierung gegeben zu haben. Beachten Sie aber, dass schon kleine Änderungen/Ungenauigkeiten in der Sachverhaltsschilderung sich auf die rechtliche Beurteilung auswirken können.

Zur Durchführung des Teilungsversteigerungsverfahrens sollten Sie einen Kollegen einschalten um sicher zu gehen, dass Sie den gewünschten Erfolg erreichen.

Mit freundlichen Grüssen

Oliver Martin
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.12.2006 | 19:26

Sehr geehrter Herr Martin,

das Haus ist gem. Grundbuchauszug wie folgt belastet:

1.Abteilung:
Nr. 1.1 - 1/2 Anteil Herr X
Nr. 1.2 - 1/2 Anteil Frau Ex-Frau

3.Abteilung:
Grundschuld für Bank 1
Hypothek für Bank 2

4 Positionen > Nur lastend auf den Miteigentumsanteil
Abt.1 Nr.1.2 (Ex-Frau ) : Sicherungshypotheken
1 Position > Nur lastend auf den Miteigentumsanteil
Abt.1 Nr.1.2 (Ex-Frau ) : Grundschuld

Meine Frage bezieht sich auf die 5 Positionen > nur zu lastend meiner Ex - Frau

Mein Miteigentumsanteil ist von diesen Poaitionen nicht betroffen.


MfG
Tabbi

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.12.2006 | 10:46

Sehr geehrter Fragsteller,

entschuldigen Sie die späte Nachfrageantwort. Der Unterfertigte war bis gestern auser Haus.

Für Ihren Auskunftsanspruch gegenüber den Gläubigern Ihrer Frau ist entscheidend, ob Sie Teilsicherungsgeber über die Belastung Mitbelastung des des Grunstückes und damit zumindest im Rahmen der Sicherung auch Vertragspartner geworden sind. Wenn Sie also der Bealstung des Grundstückes zustimmen mußten, halte ich einen Auskunftsanspruch für gegeben, sollte die Eintagung ohne Ihre Mitwirkung erfolgt sein, können Sie grundsätzlich keine Auskünfte aus fremden Verträgen erzwingen (dies bedeutet nicht, dass Ihnen diese Informationen nicht trotzdem zur Verfügung gestellt werden)

Bei der in Ihrem Fall vorliegenden Kostellation kann sich ein Anspruch auf Löschung der nicht benötigten Grundschuld nur aus dem Innenverhältnis der Miteigentümergemeinschaft ergeben. Grundsätzlich besteht eine solche Verpflichtung nicht, weil die Sicherheit auch anderweitig verwendet werden kann. Anders bei der Hypothek, diese ist akzessorisch.

Ich hoffe Ihre Nachfrage bentwortet zu haben. Sehe allerdings bei einer Blockadehaltung Ihrer Frau keine Möglichkeit um die ZV herumzukommen, dann wäre eine eingetragene aber nicht in voller Höhe benötigte Sicherheit ehr günstig für die Ermittlung des geringsten Gebotes und Ihre Chancen auf einen günstigen Zuschlag höher.

Ich hoffe Ihre Frage nun beantwortet zu haben, wenngleich mir klar ist, dass Ihnen eine klarere Rechtslage lieber wäre.

Mit freundlichen Grüssen


RA Oliver Martin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER