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Teilungsversteigerung und Wohnrecht


28.07.2007 22:13 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von



Guten Tag!
Zwei Lebensgefährten gehört zu gleichen Teilen eine ET-Wohnung -für den Fall des Todes eines Partners ist vorgesehen, daß dessen Erbin den Immob.-Anteil übernimmt und dem verbleibenden Partner (und Miteigentümer)ein lebenslanges Wohnrecht gewährt wird.

Dieses Wohnrecht bestätigt die Erbin mündlich und verbindlich, eine schriftliche Bestätigung erschien beiden Betroffenen nicht notwendig, und für beide Teile war zwangsläufig damit logisch, daß die Wohnungs-Nebenkosten (wie Strom,Gas,Wasser,Vers.,Müll usw.)von dem "Wohnrecht-Besitzenden" allein getragen werden,
mit Ausnahme der Instandhaltungs-Rücklage (die zu je 50%).

Drei Monate nach dieser Wohnrecht-Bestätigung zieht der
Wohnrecht-Besitzende (und Miteigentümer) nahezu ohne Vorankün-
digung aus der Wohnung zu einem neuen Partner, die Wohnung ist
seitdem bereits seit einem Jahr unbewohnt und steht zum Verkauf an, weil die Miteigentümerin (die Erbin) sie nicht übernehmen/nutzen/kaufen will/kann.

Nach wie vor zahlt der ausgezogene Wohnrecht-Besitzende die Wo.-
Nebenkosten, demzufolge/demnach bis zum Verkauf der Wohnung -ist das weiterhin so logisch und legitim, und womit wird das begründet?
Kann der Wohnrecht-Besitzende (um aus den Kosten herauszukommen) den "schnellen Verkauf um jeden Preis" verlangen - vermutlich nicht, ich denke, beide Miteigentümer müssen sich einvernehmlich auf einen angemessenen Verkaufspreis einigen?!

Vielen Dank und schönen Gruß!
29.07.2007 | 00:26

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Es ist nicht logisch, aber legitim, daß der Wohnrechtbesitzende die Nebenkosten zahlt.
Beide sind Eigentümer in Gemeinschaft, müssen somit nach außen hin gemeinsam für die Nebenkosten aufkommen. Intern kann durchaus geregelt werden, daß einer die gesamten Nebenkosten bezahlt. Als Ausgleich für das Wohnrecht ist es auch durchaus nachvollziehbar.

Entscheidend ist hierbei jedoch, was beide untereinander ausgemacht haben und ob dies beweisbar ist.

Den schnellen Verkauf um jeden Preis kann der Wohnrechtbesitzende nicht verlangen, er kann jedoch eine Teilungsversteigerung beantragen (Teilungsversteigerung = Zwangsversteigerung auf Antrag).
Dies bedeutet, daß er bei dem örtlichen Amtsgericht die Zwangsversteigerung der Wohnung beantragt. Der Erlös wird dann an beide ausgekehrt, die sich über die Verteilung einigen müssen.
Eine Zustimmung der Miteigentümerin zu der Teilungsversteigerung ist nicht notwendig.
Dadurch kommt der Wohnrechtbesitzende aus den Nebenkosten heraus und muß sich mit der Miteigentümerin nur noch über die Verteilung des Versteigerungserlöses einigen.

Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


Nachfrage vom Fragesteller 29.07.2007 | 09:26

Sehr geehrter Herr Weber,
keine Nachfrage, nur DANKE für Ihre "mich beruhigende" Antwort.

Ok., das "logisch" ziehe ich zurück, war meine Denke - mit dem "legitim" und "durchaus nachvollziehbar" haben Sie meine bisherige Auslegung aber voll bestätigt.

Teilungsversteigerung (kannte ich nicht) habe ich inzwischen nachgelesen. Soweit wird es (hoffentlich) nicht kommen, es kann den Parteien, die bis jetzt überhaupt nicht zerstritten sind, daran ja auch nicht gelegen sein, sondern insgesamt eben nur an einer einvernehmlichen Lösung - und die muß erarbeitet werden.

Danke nochmals und alles Gute!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.07.2007 | 14:53

Sehr geehrter Ratsuchender,

viel Erfolg bei der Erarbeitung!

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

ANTWORT VON

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