Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sperrandrohung vom alten energieversorger


23.03.2007 09:47 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich benötige dringend Ihre Hilfe.Der Energieversorger RWE schickte im Dezember letzten Jahres eine stornierte Jahresabrechnung aus 2005 mit einer Forderung von 2500 Euro,da die Verbrauchswerte nur "geschätzt" waren.Zeitgleich erhielt ich eine Jahrerechnung für 2006 mit ebenfalls 2500 Euro Forderung.Der Gesamtbetrag,zusammen 5500 Euro sei bis 29.12.06 zu zahlen.Wir waren aber nicht in der Lage eine solche Summe in einem Betrag zu zahlen und baten das RWE um Ratenzahlung.Dies wurde abgelehnt.Daraufhin übergaben wir einem Anwalt die Sache.Dieser handelte eine monatliche Ratenzahlung von 500 Euro aus,die wir aber auch nicht tragen konnten,300 Euro wären das Äußerste gewesen.Bereits vorher kümmerten wir uns um einen Wechsel zu einem anderen Stromlieferanten.Dem Wechsel stimmte das RWE ohne Einschränkungen zum 01.02.07 zu und schickte eine Bestätigung der Kündigung.Der neue Lieferant lieferte ab 01.02.07 .Wir baten das RWE wieder um Ratenzahlung um der gütlichen Einigung willen und weil uns natürlich klar ist das gezahlt werden muß.Wieder wurde abgelehnt und der Betrag als Einmalzahlunh gefordert,ansonsten werde man die Energieversorgung sperren.Obwohl der neue Anbieter inzwischen liefert schickt das RWE ständig einen Inkassobeauftragten,der die Forderung bei uns geltend macht.Dieser klingelt nicht,er wirft immer nur Benachrichtigungen in den Postkasten und berechnet jeweilig 26,70 Euro Inkassokosten wodurch die Summe sich ständig erhöht.Was könne wir tun?Kann uns dur das RWE der Strom gesperrt werden auch wenn wir dort keinen Stromliefervertag mehr haben un das RWE selber dies bestätigt hat?Bitte helfen Sie uns,wir sind völlig verzweifelt.Danke.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

aufgrund des von Ihnen dargelegten Sachverhaltes und vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Anfrage im Rahmen einer Erstberatung wie folgt:

Zunächst rate ich Ihnen, ungeachtet der folgenden Antwort, die Kosten des voraussichtlichen Stromverbrauchs auch beim neuen Versorger durch angemessene Vorauszahlungen abdecken zu können, um Nachforderungen in dieser Größenordnung zukünftig zu vermeiden.

Ist die Höhe der Nachforderungen für 2005 und 2006 gerechtfertigt, werden Sie nicht umher kommen, den Betrag zu zahlen. RWE ist dabei nicht verpflichtet, eine Ratenzahlung zu akzeptieren. Leider weigern sich Energieversorger, kleinere Ratenzahlungen anzunehmen. Sie sollten dennoch weiterhin den Kontakt suchen und Ratenzahlungen leisten bzw. die Forderung durch Zahlungen mindern, auch wenn keine Ratenzahlung vereinbart werden konnte. Ansonsten ist RWE berechtigt, die Forderung zwangsweise durchzusetzen, wobei Sie die Kosten dieser Rechtsverfolgung zu bezahlen haben. Die Forderung würde sich damit noch erheblich erhöhen. Bei dem Betrag sollten Sie allerdings gegen Kosten der Rechtsverfolgung, die außergerichtlich einen Betrag von ~ 460,00 € zzgl. MWSt. übersteigen, vorgehen, da diese Summe bei Beauftragung eines Rechtsanwalts anfallen würde und auch Inkassounternehmen keine exorbitant hohen Rechnungen für den Forderungseinzug stellen dürfen.

RWE darf Ihnen bei Nichtzahlung der Stromrechnung den Strom sperren.

Vorliegend schildern Sie aber, dass Sie den Stromanbieter gewechselt haben. Da Sie dann keinen Strom mehr von RWE beziehen, könnte RWE den Strom auch nicht abstellen. Eine „Stromsperrung“ durch RWE kann sich auch nicht auf dieses Vertragsverhältnis mit dem neuen Anbieter auswirken. Vielmehr ist der neue Anbieter verpflichtet, Sie gegen entsprechende Zahlungen mit Strom zu versorgen. Entscheidend ist dabei aber nicht, dass RWE Ihnen eine Kündigungsbestätigung zugesandt hat, sondern, ob tatsächlich ein Vertrag mit einem anderen Energieversorgungsunternehmen zustande gekommen ist.

Im Übrigen darf ich Sie auf die Möglichkeit hinweisen, dass gegen eine Stromsperrung mittels einstweiliger Verfügung vor dem Gericht vorgegangen werden kann, sollte die Sperrung eine unbillige Härte zur Folge habe. Diese kann insbesondere dann vorliegen, wenn Kleinkinder in den Wintermonaten betroffen wären. Handelt es sich dagegen vorliegend um einen gewerblichen Stromverbrauch, wird Ihnen nur der erneute Wechsel zu einem anderen Anbieter bleiben.

Hinsichtlich der rückständigen Stromforderungen sollten Sie ungeachtet dessen unbedingt erneut Kontakt mit RWE aufnehmen, um die Kosten nicht weiter ansteigen zu lassen.

Ich hoffe, dass Ihre Fragen in meinen Ausführungen zufrieden stellend beantwortet wurden und Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben werden konnte.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -

http://www.ra-freisler.de
http://www.kanzlei-medizinrecht.net



Nachfrage vom Fragesteller 23.03.2007 | 10:26

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,vielen dank für Ihre schnelle Antwort.Die Abschlagsbeträge bei dem neuen Lieferanten sind ebenso hoch wie zuvor beim alten Versorger.,wodurch Nachforderungen in dieser Höhe wohl auszuschließen sind.Dennoch noch eine Frage:Das RWE hat die Kündigung bestätigt und der neue Versorger seine Lieferung zum 1.2.07 ebenfalls schriftlich bestätigt und der Absclagsbetrag wurde abgebucht.Kann ich hier wirklich sicher sein,das RWE nicht sperren darf?Danke.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.03.2007 | 10:45

Wie ausgeführt, kann Ihnen nur von demjenigen Elektrizitätsversorgungsunternehmen der Stromanschluss gesperrt werden, von dem Sie den Strom beziehen und ein Sperrgrund vorliegt.

Da Sie schildern, dass Sie derzeit von RWE keinen Strom geliefert bekommen, sondern von einem anderen Unternehmen, kann RWE Ihnen auch nicht den Anschluss sperren und damit verhindern, dass Ihnen das andere Unternehmen den Strom liefert. Da Sie einen Versorgungsvertrag mit einem anderen Unternehmen abgeschlossen haben, ist das andere Unternehmen vielmehr verpflichtet, Ihren Elektrizitätsbedarf gegen entsprechendes Entgelt zu befriedigen.

Mit freundlichen Grüßen

Martin P. Freisler
Rechtsanwalt

www.ra-freisler.de

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER