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Schule stellt Kontakte entgegen des Willens der Eltern her - was tun?

| 09.07.2013 22:50 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notar und Rechtsanwalt Oliver Wöhler


Zusammenfassung: Die Eltern als Inhaber der elterlichen Sorge bestimmen mit welchen weiteren Personen das Kind Kontakt hat.
Großeltern und Geschwister haben ein Umgangsrecht, wenn es dem Wohl des Kindes dient.

Wir haben zwei Kinder und auf Grund von Streitigkeiten keinen Kontakt zu meinen Eltern. Nun bemühen diese sich, den Kontakt zu einem meiner Kinder aufzubauen. Zuerst haben sie meine Tochter auf der Strasse überrascht, dann wurden heimliche Treffen ausgemacht und dann wurde die Schule eingeschaltet. Über die Sozialpädagogin wurde dann unsere Tochter befragt, ob sie diesen Kontakt wünscht. Man hat sie darüber aufgeklärt, dass sie Umgang zu ihren Großeltern haben darf (ich weiß, dass ein Rechtsanspruch vorhanden ist), dann wurde eine Mailadresse angelegt über diese das Kind mit den Großeltern Kontakt halten kann. Während der Schulzeit. Erst nachdem diese Tatsachen geschaffen wurden, sollte unser Tochter fragen, ob wir etwas gegen diesen Kontakt haben. Sollten wir dagegen sein, so wollte die Schule "am Ball" bleiben und hat meiner Tochter direkt mitgeteilt, dass sie sich auch ans Jugendamt wenden kann.Es wurde alles ohne unser Wissen gemacht und geplant. Unserer Tochter wurde gesagt, dass sie die Dinge erst einmal vor uns geheim halten soll, weil die Oma das gerne so hätte.

Da unser etwas älterer Sohn auf die gleiche Schule geht und nicht immer ganz einfach war, haben wir eigentlich einen guten Kontakt zu der Schule gepflegt und uns wurde auch immer versichert, dass man merkt, dass uns das Verhalten und die Leistungen unserer Kinder nicht egal sind. Wir sind also keine Eltern, die Briefe, Anrufe oder Notizen von Lehrern ignorieren.

Nun ist meine Frage, ob eine Schule einen Mailaccount einrichten und zur privaten Nutzung zur Verfügung stellen darf, obwohl ganz klar ist, dass dort Kontakte geknüpft bzw. gepflegt werden, die nicht gewünscht sind. Meine Eltern wurden nun schon mehrfach in der Schule gesehen und stehen wohl in regem Kontakt. Auf unsere Anfrage bei der Schule wurden an die Sozialpädagogin weitergeleitet, die sich in den nächsten Tagen bei uns melden wird.

Der Kontakt besteht nun schon seit über einer Woche. Es gab heimliche Treffen, Mails. Seit diesem Zeitpunkt gibt es bei uns zu Hause nur noch Lügen. Über den Ort an den man möchte, über Gespräche die in der Schule stattfinden. Das Verhalten meiner Tochter zeigt, dass sie sehr auffällig wird, respektlos und frech zu uns wird.

Darf die Schule ohne vorheriges Gespräch einen Kontakt zu meinen Eltern herstellen oder liegt es in der Hand der Gerichte so etwas durchzusetzen. Wie gesagt, dass der Anspruch besteht ist mir klar, aber nicht, dass die Schule, denen ich meine Kinder täglich anvertraue so gegen uns arbeitet!

Wie sollen wir uns verhalten und was haben wir für Rechte?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:


Das Verhalten der Schule ist rechtlich nicht in Ordnung und überschreitet die Kompetenzen der Schule. Sie haben als Eltern die elterliche Sorge und bestimmen in diesem Rahmen auch zu welchen Personen die Kinder Kontakt haben sollen und zu welchen nicht. Das Gesetz bestimmt aber in § 1626 III S. 2 BGB das zum Wohl des Kindes auch der Umgang mit Personen gehört, zu denen das Kind Bindungen hat, wenn die Aufrechterhaltung für die Entwicklung förderlich ist. Die Großeltern haben ein Umgangsrecht nach § 1685 I BGB, aber nur, wenn der Umgang dem Wohl des Kindes dient. Das muss also geprüft werden, wenn es eine gerichtliche Auseinandersetzung gäbe. Ihre Sichtweise ist zutreffend. Die Schule hat über diese Fragen überhaupt nicht zu entscheiden und darf sich nicht in Ihre Erziehung einmischen. Wenn Sie den Kontakt untersagen, ist das ihr gutes Recht und die Schule muss diese Entscheidung hinnehmen.

Es wäre allein der Sache der Großeltern über einen Antrag beim Familiengericht den Umgang zu erzwingen. Die Schule muss Ihre Entscheidung im Rahmen der elterlichen Sorge akzeptieren, auch wenn die Sache pädagogisch anders gesehen wird.

Sie können also ohne weiteres verlangen, dass ohne Ihre Zustimmung keine Kontakte mehr in der Schulzeit stattfinden. Zumindest darf die Schule dies gegen Ihren Willen nicht fördern und ermöglichen. Wenn Ihre Tochter heimlich den Kontakt sucht, müssen Sie entscheiden wie man damit umgeht, hier steht beispielsweise die Erziehungsberatung zur Verfügung.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.07.2013 | 06:53

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.07.2013 5/5,0
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