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Gemeinsames Sorgerecht - Schule und Religion


01.11.2016 14:48 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit 7 Jahren geschieden und habe mit meinem Ex-Mann gemeinsames Sorgerecht. Am Anfang dieses Jahres bin ich zusammen mit unserem 13-jährigen Sohn in die Schweiz umgezogen, wo er eine private religiöse Schule besucht. Sowohl mit dem Umzug als auch mit dem Schulwechsel war der Kindesvater einverstanden. Wir gehören beide zur selben Religion.

In der Schule gibt es ein Internat für Jungen, die sich mehr in die Religion vertiefen wollen. Während der Schulzeit können sie dort wohnen und kommen wieder an den Wochenenden und an Feiertagen nach Hause. Unser Sohn möchte sehr gerne im Internat wohnen, weil er von Natur aus sehr religiös ist und ein aktiver Mitglied unserer Gemeinde ist. Aber sein Vater verbietet es, weil er selbst nicht aktiv unsere Religion ausübt. Er droht sogar zum Gericht zu gehen um die Schule zu verklagen, dass sie ihn "gehirnwaschen".

Unserer Sohn, der nie eine gute Beziehung zu seinem Vater hatte, ist sehr enttäuscht weil sein Vater versucht ihn zu verhindern, seine Religion auszuüben auch wenn er einen Ruf im Herzen dazu spürt. Der Vater will auch, dass sein Sohn so bald wie möglich wieder zu eine öffentliche Schule wechselt, obwohl er noch über ein Jahr hätte, bis er zum schweizer Gymnasium geht.

Meine Frage: Unser Sohn ist sehr unglücklich, weil er vor seinem Vater mehr oder weniger versteckt seine Religion ausüben muss. Wenn der Vater zum Besuch kommt, macht er, als ob er nicht so religiös wäre nur um seinen Vater zu beruhigen.

Könnte man einen Teil vom Sorgerecht auf mich übertragen, z.B. Bestimmungsrecht bezüglich Schule und Religion? Ab wann kann unser Sohn selbst bestimmen, ob er ein religiöses Leben im Internat leben will und weiter (noch ein Jahr länger als der Vater will) in diese Privatschule statt in die öffentliche schule gehen will?

Mit freundlichen grüßen

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Sehr geehrte Ratsuchende,


da Sie sich mit Kind in der Schweiz aufhalten, gilt das Recht am Aufenthaltsort des Kindes, hier also der Schweiz. Auch hier gilt in erster Linie das gemeinsame Sorgerecht.


Wenn das Wohl des Kindes aber erheblich beeinträchtigt ist, kann das Sorgerecht auf einen Elternteil übertragen werden. Dauerhafte Konflikte, die sich nachteilig für das Kind auswirken, können dafür herangezogen werden, müsen aber dargelegt werden können..


In der Schweiz kann auch im Rahmen des Kinderschutzes die Entscheidungsbefugnis auf ein Elternteil übertragen werden.

Voraussetzung ist aber auber wieder, dass das Kindeswohl gefährdet ist.


Ihr Sohn ist jetzt nach ihrer Sachverhaltsdarstellung unglücklich ist und leidet auch darunter - ob dieses aber für einen Sorgerechtsentzug des Vaters ausreicht, wird ein Gericht in der Schweiz entscheiden müssen, wobei so ein pauschales Vorbringen dann aber sicher nicht reichen wird.


Über die religiöse Erziehung entscheiden die Eltern bis zum 16. Lebensjahr. Danach kann das Kind zwar über sein Bekenntnis allein entscheiden; die Schulwahl obliegt im Rahmen der Sorge aber den Eltern.

Das Kind kann sich aber an die Jugendhilfe in der Schweiz wenden, wenn es eine andere Schulde besuchen will. Diese wird dann tätig werden und versuchen zu vermitteln.


Ich rate Ihnen in der Schweiz einen Rechtsanwalt zeitnah zu beauftragen, wenn so ein Verfahren eingeleitet werden soll..



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg




Nachfrage vom Fragesteller 01.11.2016 | 17:03

Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre Antwort. Könnten Sie mir noch genau sagen, was ist das Recht des Kindes auf Selbstbestimmung/Mitbestimmung bei Meinungsverschiedenheiten der beiden Elternteilen bezüglich Wohnsituation, Übernachtung bei Freunden/Internat (=Privathaus der Lehrers), Schulwahl, Grad der Beschäftigung mit der Religion? Inwiefern wird die Meinung unseres Sohnes in der Schweiz bei Meinungsverschiedenheiten seiner Eltern mitberücksichtigt, wenn unser Sohn sich klar für einen der Eltern entscheidet oder die gleiche Meinung von einem Elternteil vertritt?

Sie sagen auch, "da Sie sich mit Kind in der Schweiz aufhalten, gilt das Recht am Aufenthaltsort des Kindes, hier also der Schweiz". Gilt es auch für Unterhalt, oder sollten wir noch die Düsseldorfer Tabelle folgen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.11.2016 | 18:56

Sehr geehrte Ratsuchende,


bei Meinungsverschiedenheiten kann das Kind angehört werden. In der Regel ist dieses auch der Fall, da ja das Kindeswohl entscheidet.

Die Meinung des Kindes ist aber nicht ausschlaggebend. Ein Mitbestimmungsrecht in dem Sinne ist nicht vorhanden; deen Gerichten ist es aber wichtig, auch die Einstellung des Kindes zu kennen, was auch zwar berücksichtigt wird, aber eben nicht überwiegend. Überwiegend ist allein das Kindeswohl.


Die Düsseldorfer Tabelle gilt insoweit nicht mehr, da das Kind in der Schweiz lebt. Es handelt sich bei dieser Nachfrage jedoch nicht mehr um eine Verständnisfrage, so dass weitere Ausführungen zur Unterhaltsproblematik nach den Nutzungsbedingungen dieser Plattform nicht gemacht werden können.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle


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