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Schulden, Titel, Beziehung, Haftbarkeit


| 25.04.2016 10:37 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Andrea Krüger-Fehlau


Zusammenfassung: Gesamtschuldnerische Haftung bei Ausfall eines Schuldners


Hallo,

Ich habe folgendes Problem. Vor einigen Jahren haben meine damalige Freundin und ich uns privat bei einem Bekannten 6000 Euro geliehen, weil wir in einer finanziellen Notsituation waren. Dieser Bekannte machte mit uns einen Vertrag bzgl. der Rückzahlung. Meine Freundin und ich trennten uns ein halbes Jahr später. Mit dem Geld haben wir Mietschulden abbezahlt.
Nun ist die Rückzahlungsfrist abgelaufen und der Bekannte forderte sein Geld zurück. Meine damalige Freundin beglich Ihren Anteil (3000 Euro) umgehend, denn Sie hatte das Geld. Ich bot dem Bekannten eine Ratenzahlung an, auf die er sich nicht einließ. Er beauftragte ein Inkasso Unternehmen und es folgte der gerichtliche Titel gegen mich. Auch schon bevor dieser Titel erwirkt wurde hatte ich bereits im Jahr vorher aufgrund meiner wirtschaftlichen Situation eine Eidestattliche Versicherung abgegeben.
Nun kann der Titel über die 3000 Euro zzgl. Kosten, zur Zeit nicht von mir beglichen werden. Ich habe auch Ratenzahlungen erneut angeboten. Ohne Ergebnis.
Nun wendet sich der Bekannte wieder an meine Exfreundin und fordert von Ihr den Restbetrag. Darf er das? Es liegt doch nun ein Titel gegen mich vor! Sie hat doch Ihren Anteil bezahlt.
Ich möchte ja zurückzahlen, aber mir sind halt zur Zeit nur kleine Ratten möglich.
Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es ist tatsächlich so, dass sich Ihr Bekannter nun auch wieder an Ihre Ex-Freundin wenden kann. Dieses Recht ergibt sich daraus, dass Sie zusammen mit Ihrer Ex-Freundin gesamtschuldnerisch haften. Maßgebliche Vorschrift ist § 421 BGB. Dort heißt es:

"Schulden mehrere eine Leistung in der Weise, dass jeder die ganze Leistung zu bewirken verpflichtet, der Gläubiger aber die Leistung nur einmal zu fordern berechtigt ist (Gesamtschuldner), so kann der Gläubiger die Leistung nach seinem Belieben von jedem der Schuldner ganz oder zu einem Teil fordern. Bis zur Bewirkung der ganzen Leistung bleiben sämtliche Schuldner verpflichtet."

Insbesondere der letzte Satz ist für die Inanspruchnahme Ihrer Ex-Freundin entscheidend. Solange Ihr Bekannter nicht den gesamten Betrag erhalten hat, kann er sich wahlweise entweder an Sie oder an Ihre Ex-Freundin wenden. Er kann daher auch die restlichen 3.000 € von Ihrer Ex-Freundin fordern und gegebenenfalls auch gegen diese einen weiteren Vollstreckungstitel erwirken. In der Regel macht man das direkt bei Einleitung des Mahnverfahrens und erwirkt Titel gegen alle Schuldner zusammen.

Zahlt Ihre Ex-Freundin die 3.000 € an Ihren Bekannten, hat sie wiederum gegenüber Ihnen einen Ausgleichsanspruch im Innenverhältnis. Sie müssen dann also die 3.000 € an Ihre Ex-Freundin erstatten. Sollte Ihre Freundin Teilzahlungen leisten, kommen diese auch Ihnen zugute, da Ihr Bekannter die Forderung nur einmal fordern kann. Werden also beispielsweise 500 € von ihr bezahlt, können von Ihnen anschließend auch nur noch 2.500 € gefordert werden. Sie müssen aber eben die 500 € an Ihre Ex-Freundin zurückerstatten. Allerdings muss diese dann den Anspruch Ihnen gegenüber auch selbst geltend machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin
Bewertung des Fragestellers 27.04.2016 | 00:37


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