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Schönheitsreparaturen nach Auszug (Türen/Türrahmen)


| 29.11.2005 22:56 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo,

ich würde gerne etwas zu Schönheitsreparaturen wissen:

Mietverhältnis vom 01.12.1985 – 30.11.2005, also 20 Jahre.

Bei Einzug wurde einvernehmlich ausgemacht, dass wir die Wohnung unrenoviert
übernehmen, also selbst renovieren, aber dafür auch beim Auszug nichts renovieren müssen.
Bei der Wohnungsübergabe war auch alles soweit in Ordnung, nur die Türen und Türrahmen möchte der Vermieter auf unsere Kosten streichen lassen.
Die Türen sind ca. 40 Jahre alt und könnten auch tatsächlich einen Anstrich vertragen (vom normalen Mietgebrauch), bei Einzug und während der letzten 20 Jahre hat dies allerdings den Vermieter auch nicht gestört.
Während der 20 Jahre Mietzeit wurde vom Vermieter innerhalb der Wohnung nichts renoviert und auch nicht eingefordert. Zusätzlich zu den üblichen Tapezier- und Malerarbeiten durch uns, wurden von unserer Seite mit Genehmigung des Vermieters in zwei Räumen Holzdecken und neue Bodenfliesen auf unsere Kosten angebracht, die wir in der Wohnung belassen.

In dem "Standard" – Einheitsmietvertrag von 1985 steht in
§ 11 Instandhaltung der Mieträume:
Die Kosten der Schönheitsreparaturen trägt der Mieter.

Folgende Fragen stellen sich uns nun:
- sind wir tatsächlich verpflichtet die Kosten für die Renovierung der Türen und Türrahmen zu übernehmen ?
– und bis zu welchem Wert, denn ein neues Türblatt ist vermutlich günstiger zu erhalten, als die Türen zu streichen ?
- ist ein Abzug alt für neu (Türen sind ca. 40 Jahre alt) möglich
- wenn wir uns selbst um die Renovierung kümmern möchten, welche Fristen muss uns der Vermieter einräumen?
- ist ein Anrechnen, der von uns mit Genehmigung des Vermieters eingebrachten Böden und Holzdecken möglich ?

Vielen Dank!
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Aufgrund der Regelung in Ihrem Mietvertrag werden Sie die Kosten zum Anstreichen der Türen und Türrahmen in der Wohnung tragen müssen. Zwar haben Sie sich (wohl mündlich?) mit Ihrem Vermieter darauf verständigt, dass im Falle des Auszuges keine Renovierung von Ihnen durchzuführen ist. Gemäß der von Ihnen zitierten Regelung des Mietvertrages haben Sie jedoch die Kosten für die Schönheitsreparaturen während der Mietzeit zu tragen. Diese wären dann durchzuführen gewesen, sobald ein entsprechender Bedarf besteht. Ihren Worten entnehme ich, dass ein entsprechender Bedarf aufgrund des Mietgebrauchs eingetreten ist. Dabei ist es unerheblich, dass der Bedarf infolge des "normalen" Mietgebrauchs entstanden ist.

Wenn tatsächlich die Kosten für eine neue Tür geringer sind, als die für einen neuen Anstrich sind nur diese zu tragen.

Einen Abzug alt für neu werden Sie nicht geltend machen können, da die Kosten der Schönheitsreparaturen aufgrund der bereits genannten mietvertraglichen Regelung von Ihnen zu tragen sind.

Sofern Sie Renovierungsarbeiten selbst durchführen wollen und dies im Mietvertrag auch vorgesehen ist, muss Ihnen der Vermieter hierzu eine angemessene Frist einräumen. Eine gesetzliche Regelung zur Dauer dieser Frist besteht nicht. In der Regel wird jedoch eine Frist von zwei Wochen als angemessen angesehen.

Eine Verrechnung mit dem Wert der von Ihnen eingebrachten Decken und Böden kommt nur in folgenden Fällen in Betracht:

Entweder Sie haben mit Ihrem Vermieter vereinbart, dass für die Einbauten ein Wertausgleich bei Beendigung des Mietverhältnisses geleistet wird. Allein die Genehmigung seitens des Vermieters stellt eine derartige Vereinbarung jedoch nicht dar.

Oder der Vermieter besteht darauf, dass die Decken und Böden in der Wohnung bleiben. Denn grundsätzlich sind Sie berechtigt, eine Einrichtung, mit der Sie die Wohnung versehen haben, auch wieder wegzunehmen (Wegnahmerecht). Dieses Wegnahmerecht kann der Vermieter jedoch dadurch abwenden, dass er Ihnen eine angemessene Enschädigung zahlt. Diese Entschädigung könnten Sie dann mit den Renovierungskosten verrechnen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de

Nachfrage vom Fragesteller 30.11.2005 | 19:02

Also gut.
Ich werde also die Türen und Rahmen auf meine Kosten streichen oder streichen lassen.
Welche Anforderungen kann der Vermieter an die Ausführung der Arbeiten verlangen?
- müssen die Arbeiten von einem Fachbetrieb durchgeführt werden?
- kann und darf ich das auch selbst machen?
- reicht abschleifen und einmalig streichen?
- kann ich die Arbeiten ausschreiben und vom billigsten Bieter machen lassen?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.11.2005 | 19:39

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nachfrage.

Die Arbeiten müssen fachgerecht in mittlerer Art und Güte ausgeführt werden. Unter Beachtung dieses Qualitätsmaßstabes können Sie die Arbeiten auch selbst erledigen oder durch den "billigsten" Anbieter ausführen lassen. Ein Abschleifen und eimaliges Streichen wird nur dann genügen, wenn auch ein ausgebildeter Maler diese Arbeiten als ausreichend ansehen würde.

Mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de

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