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Schmerzensgeld


| 25.07.2016 21:38 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Anwälte und Anwältinnen,

Ich bitte mich aufzuklären was meine rechtlichen Möglichkeiten sind. Der Sachverhalt ist folgender:
Wir haben uns für die Geburt unserer Tochter bei mehreren Kliniken umgesehen. Eine Klinik hat uns ganz gut gefallen und entsprach unseren Bedürfnissen und Lebensphilosophie. In der Klinik haben wir uns beraten lassen, und sind zum Schluss gekommen, dass wir dort entbinden möchten. Jedoch stellte sich während der Schwangerschaft fest, dass unsere Tochter ein Organfehler hat. Wir sind mit diesem Anliegen an die Klinik und haben gefragt, ob während der Geburt ein Kinderarzt vor Ort sein wird. In der Klinik gibt es keinen Kinderarzt, jedoch wurde uns vom Chefarzt sowohl als auch von Oberarzt versichert dass in unserem Falle ein Kinderarzt aus einer nahliegenden Klinik während der Entbindung an Ort und Stelle ist. Also entschieden wir uns dort zu entbinden. Die Entbindung erwies sich als recht kompliziert daher musste einen Kaiserschnitt vorgenommen werden. Kurz vor dem Kaiserschnitt äußerte ich die Bitte, das jetzt der Kinderarzt doch kommen solle. Der Arzt meinte dies ist nicht möglich, da dieser keinen Anlass sieht herzukommen und eh keine Zeit hat. Er fügte hinzu dass wenn wir jetzt entbinden, dann sei dies unser eigenes Risiko. Unter starken Wehen wechsele ich das Krankenhaus. In dem neuem Krankenhaus war ich konfrontiert mit einer für mich extrem belastenden Situationen. Keiner wusste was zu tun war, was passiert ist und was als nächstes kommen sollte. Endlich schaffte ich es nach weiteren 3 h mein Kind per Kaiserschnitt auf die Welt zu bringen.
Ich beschuldige das erste Krankenhaus für die Fehl Informationen, die uns gegeben wurde. Wäre ein Kinderarzt vor Ort gewesen hätten wir die Klinik nicht wechseln müssen. Hätte man uns gesagt, dass kein Kinderarzt während der Entbindung vor Ort ist hätten wir uns ein anderes Geburtshaus gesucht. Nach einem bösen Brief an das Krankenhaus wurde reagiert. Das Krankenhaus will uns ein Fahrtkosten Aufwand von 200€ und Windeln für ein halbes Jahr geben (habe näher nachgefragt.. die Windeln sind nicht mehr in der Größe von meiner Tochter).
Macht es hier Sinn Schmerzensgeld zu verlangen? Wie stehen unsere Chancen?
25.07.2016 | 22:38

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider sind die Cancen sehr schwer zu schätzen. Ein solcher Fall ist noch nicht in der Rechtsprechung vorgekommen.
Im Hinblick auf die Zusicherung der Klinik, dass ein Kinderarzt vor Ort sein wird und dessen Fehlen im Aschluss stellt definitiv eine Vertragsverletzung dar. Diese Zusicherung müssen Sie aber Anhand von Zeugen bzw. Unterlagen beweisen können.
Ich finde auch die Äußerung des Arztes, dass kein Kinderarzt kommen werde und die Entbindung in der Klinik ihr eigenes Risiko sei, sehr grenzwertig. Damit hat er Sie leztendlich dazu gezwungen das Klinikum zu wechseln, obwohl Ihr Zustand dies im Grunde nicht mehr erlaubt hat. Auch für diese Äußerung sind Sie beweisbelastet.
Ferner müsste die Frage gestellt werden, ob bei dem Organfehler Ihrer Tochter überhaupt die Anwesenheit des Kinderarztes erforderlich ist. Hierzu müsste ein Sachverständiger befragt werden oder ärztliche Berichte vorliegen. Leider kann ich eine so spezielle Frage nicht beantworten.
Grundsätzlich wäre aber ein Schmerzensgeld aufgrund der eingetretenen Ereignisse denkbar.
Was die Höhe des Schmerzensgeldes betrifft, so muss zum einen die zeitliche Dauer des Klinikumwechsels, sowie Ihr psychischer Zustand aufgrund der begründeten Sorge um das ungeborene Kind berücksichtigt werden.
Sie sollten zunächst den angebotenen Fahrtkostenaufwand entgegennehmen, allerdings keine Verzichtserklärungen unterschreiben. Sodann sollten Sie meines Erachtens, das Krankenhaus auffordern, Ihnen ein Schmerzensgeld in Höhe von etwa 1.500 € zu zahlen.
Sollte dieser die Schmerzensgeldzahlung ablehnen, müssen die Erfolgsaussichten eines gerichtlichen Vorgehens anhand der vorhandenen Beweise genau geprüft werden.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Evgen Stadnik

Bewertung des Fragestellers 27.07.2016 | 00:24


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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 27.07.2016
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