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Richtung von Fahradfahrer im Kreisverkehr

| 26.03.2015 20:44 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Hallo

Dieser Fall, wie in einem Forum beschrieben, fuehrte heute bei mir zu einem Unfall mit einem Fahradfahrer:

http://www.marioschneider-online.de/_temp_/pics_in_foren/kreisverkehr_schema_01.png

Ein Radfahrer und ich sind gleichzeitig in einem Kreisverkehr eingefahren, in Unterschiedliche Richtungen. Da ich bisher fest der Meinung war Fahradfahrer muessen in die selbe Richtung einbiegen, habe ich den Fahradfahrer nicht weiter beachtet und es kam zur Kollision. Gluecklicherweise nur geringer Sachschaden.

1. Ist es grundsaetzlich Korrekt dass der Fahradfahrer Vorfahrt hatte?
2. Kommt mir hier die Hauptschuld zu, oder lediglich die fuer Autos uebliche Teilschuld?


Zweite unabhaengige Frage, daher doppeltes Gebot:

Da ich unter Schock stand, habe ich einer Einigung in Bargeld fuer das zerkratze Fahrad sofort zugestimmt. Es war sofort ein Freund des Fahradfahrers als Zeuge zu Ort. Allerdings zu Fuss, was die Vermutung nahelegt dass das geplant war. Sollte ich hier (Selbst-)Anzeige erstatten um eine moegliche Behauptung nach Fahrerflucht zu vermeiden? Durch dreckspuren ist an meinem Auto eindeutig nachweissbar dass der Fahrdadfahrer mit der Beifahrerseite kollidiert ist, aber meine Vermutung ist dass die Polizei das eh nicht interessiert sondern mir pauschal die Hauptschuld gegeben wird.


26.03.2015 | 21:33

Antwort

von


(71)
Heßstraße 90
80797 München
Tel: 089 / 12 66 73 0
Web: http://www.strafverteidiger-grasel.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Auch Fahrradfahren haben sich an die vorgeschriebene Fahrtrichtung in Kreisverkehres - also gegen den Uhrzeigersinn - zu halten.
Ich verstehe die Zeichnung so, dass der Fahrradfahrer nicht etwa die häufig vor der Einfahrt in den Kreisverkehr zu findende Übergangsmöglichkeit für Fußgänger genutzt hat, sondern tatsächlich den Kreisverkehr in falscher Richtung befahren wollte. Dies ist nicht zulässig.

Wenn der Fahrradfahrer jedoch die vor dem Kreisverkehr befindliche Übergangsmöglichkeit genutzt hat und es dort zum Unfall kam, sieht die Sache anders aus. Die Situation sähe dann so aus (http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fg%C3%A4nger%C3%BCberweg#/media/File:Zebrastreifen_an_der_Karlsruher_Strasse_Ettlingen.jpg).
In diesem Fall hätte der Fahrradfahrer Vorrang gehabt und Sie hätten warten müssen.


Wie Sie richtigerweise schreiben, besitzt ihr Fahrzeug eine im Vergleich zum Fahrradfahrer eine erhöhte Betriebsgefahr. Diese erhöhte Betriebsgefahr wirkt sich in der Regel dahingehend aus, dass Ihnen eine Teilschuld am Unfallgeschehen vorgeworfen wird. Die genaue Quote dieser Teilschuld lässt sich schwer vorhersagen und muss im Streitfall notfalls gerichtlich geklärt werden. Sofern sich der Fahrradfahrer jedoch grob verkehrswidrig verhalten hat ist es in Ausnahmefällen denkbar, dass Ihre Teilschuld sich auf 0 reduziert. Häufiger wird man hier jedoch von einer (geringen) Teilschuld Ihrerseits auszugehen
haben.



Was die Frage der Fahrerflucht angeht ist folgendes zu sagen: Sie sind als Unfallbeteiligter gemäß § 142 StGB dazu verpflichtet, die Feststellung Ihrer Personalien und der Art und Weise Ihrer Beteiligung zu ermöglichen. Ihrer Schilderung entnehme ich, dass es nach dem Unfallgeschehen ein Gespräch zwischen Ihnen und dem Fahrradfahrer gab, im Laufe dessen man sich auf eine Entschädigung in bar geeinigt hat. Sofern der Fahrradfahrer die Sache damit als erledigt betrachtet hat sehe ich darin einen Verzicht auf die Feststellung Ihrer Personalien. Die Strafvorschrift des § 142 StGB dient in erster Linie dazu, den Geschädigten und dessen zivilrechtlichen Ansprüche zu schützen. Sofern der Radfahrer hier mit der Geldentschädigung einverstanden war, ist sein möglicher Schadensersatzanspruch und damit auch der Schutzzweck des § 142 StGB erfüllt.

Im Ergebnis sehe ich daher objektiv hier keine Strafbarkeit wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort im Sinne des § 142 StGB.

Sofern Sie jedoch befürchten, dass der Radfahrer Sie dennoch einer Unfallflucht bezichtigen könnte, wäre es ratsam, den Unfallhergang und auch das anschließende Geschehen schriftlich in einem Vermerk zu fixieren. Theoretisch können Sie den Vorfall auch der Polizei gegenüber anzeigen, so dass dies dort aktenkundig ist. Da Sie objektiv keine Unfallflucht begangen haben, besteht hier kein Risiko einer Strafverfolgung, vorausgesetzt der Radfahrer bzw. dessen Bekannter hatte die Möglichkeit die erforderlichen Feststellungen zu treffen. Hypothetisch angenommen, der Radfahrer wollte Ihre Personalien haben und Sie hätten dies verweigert und ihm stattdessen Bargeld zugesteckt und hätten sich dann entfernt, sieht das natürlich wieder anders aus.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Grasel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Mathias Grasel
Fachanwalt für Strafrecht

Bewertung des Fragestellers 26.03.2015 | 21:58

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Stellungnahme vom Anwalt:
Sehr geehrter Fragesteller,
es ist schade, dass Sie meine Antwort nur mit 4,4 von 5 möglichen Sternen bewertet haben. Sie hätten bei Unklarheiten jederzeit die Möglichkeit gehabt, im Rahmen einer kostenlosen Nachfrage diese zu beseitigen. Dieses Angebot haben Sie jedoch nicht wahrgenommen.
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 26.03.2015
4,4/5,0

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