Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rentenversicherungsrecht/-pflicht Deutschland Schweiz

04.09.2010 15:20 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Seit Ende 2005, als ich (EU Bürger wohnhaft in Deutschland seit Ende des Studiums) 60 wurde und in den vertraglichen Vorruhestand meiner alten Arbeitgeber (deutsche Firma) antritt, habe ich für einen Industrie- Verein in der Schweiz als freier Mitarbeiter (2 Tage der Woche) von zuhause in D. gearbeitet.

Die deutsche Rente werde ich erst mit 65 beantragen (eine Rente von einem anderen EU Staat, wo ich geboren war, werde ich auch beantragen, da ich ausreichende, freiwillige Beitragszahlungen geleistet habe). Mit 60J. hatte ich genug Beitagsjahre in dem deutschen Rentensystem um eine Rente mit 65J. zu erhalten.

Da ich seit Ende 2005 für eine ausländische Organisation arbeite, brauche ich keine Rentenversicherungsbeiträge (RVB) in Deutschland zu bezahlen. Ich bezahle Einkommensteuer in Deutschland.

Der Verein schliesst lt. Vertrag alle Verantwortung für Sozialabgaben/RVB usw. aus und sieht dies als Angelegenheit des freien Mitarbeiters an.

Frage:
Muss ich schweizerische Rentenversicherungbeiträge nachträglich bezahlen? Ich dachte als freier Mitarbeiter (eines Vereins) und ich bin auch nicht sesshaft in der Schweiz (ich bin so gut wie nie dort) ist dies nicht nötig. Wie kann ich gegen die Bezahlung evtl. RVB Förderung schweizer Seite argumentieren?

Im schlimmsten Falle wie hoch könnten solche Beträge (jahres Bruttoentgeld - unter 40 K€) sein ? Gibt es eine Tabelle, wo ich nachschauen könnte ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts gerne wie folgt beantworten:

Sobald Sie für eine schweizer Organisation, Betrieb etc. tätig sind, müssen Sie per Gesetz (AHVG) Beiträge in die schweizer Rentenversicherung zahlen (AHV). Dass Sie dabei nicht in der Schweiz wohnhaft sind, spielt insoweit für die Beitragspflicht erstmal keine Rolle. Dies trifft für angestellt Erwerbstätige ebenso zu, wie für selbständig Erwerbstätige (Art. 3, 8 AHVG). Für die Feststellung, ob eine angestellte Tätigkeit vorliegt oder, wie von Ihnen dargestellt, eine „freie" Mitarbeit im Sinne einer echten Selbständigkeit, kann von der Ausgleichskasse in einem entsprechenden Prüfungsverfahren festgestellt. Nach dem AHVG gilt als Selbständiger, wer unter eigenem Namen und auf eigene Rechnung arbeitet sowie in unabhyängiger Stellung ist und das wirtschaftliche Risiko selbst trägt. Der selbständig Tätige trägt die Beiträge selbst.
Handelt es sich dagegen um eine abhängige Anstellung, also um ein normales Arbeitnehmerverhältnis, werden die Beitäge zur AHV jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Die Rate beträgt 12,1 % unabhängig von der Gehaltshöhe. Wenn die Organisation, für die Sie arbeiten, Ihnen allein die Verantwortlichkeit für die Regelung der Rentenangelegenheit überlässt und selbst von einer „freien Mitarbeit" ausgeht, mag sie sich womöglich um diese Zahlungen „drücken" wollen. Werden Sie als Selbständiger in der schweizerischen Rentenversicherung geführt, werden Sie bei einem Jahreseinkommen zwischen 50.200,00 CHF und 52.500,00 CHF (45.000,00 EUR = circa 51.000,00 CHF) wohl mit einer jährlichen Rentenzahlung in die AHV in Höhe von ungefähr 4400,00 bis 4500,00 CHF rechnen müssen. Diesen Betrag müssten Sie dann als echter Selbständiger selbst, also ohne Arbeitgeberbeteiligung, tragen. Ggf. wäre es für Sie ratsam, ein Prüfungsverfahren bei der zuständigen schweizerischen Ausgleichkasse anzustreben, um Ihren Status als Arbeitnehmer bzw. Selbständiger prüfen und verbindlich feststellen zu lassen. Auf diesem Weg könnte es ggf. gelingen, bei der Feststellung einer Arbeitnehmereigenschaft zumindest den Arbeitgeberanteil an den Rentenversicherungsbeiträgen noch zu erhalten. Jedenfalls besteht grundsätzlich eine Beitragspflicht für (auch vom Ausland aus) in der Schweiz Tätige Erwerbstätige, der Sie nicht ohne weiteres entkommen dürften. Nachzahlungen in der dargestellten Größenordnung dürften bei entsprechender Selbständigkeit (echte freie Mitarbeit) durchaus möglich sein.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen bei Ihrer Frage zufrieden stellend weiterhelfen. Hinweisen möchte ich darauf, dass dieses Forum nur eine erste rechtliche Einschätzung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts bietet. Eine umfassende Rechtsberatung kann und soll hier nicht geleistet werden.

Mit freundlichen Grüßen,
K. Winkler, LL.M. (UOW, Australien)
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69615 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Schnelle und kompetente Hilfe - super! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Eine gute Erfahrung und eine verständliche Schilderung des Sachverhaltes. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Gute und schnelle Antwort. Danke. ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen