Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Renovierung: Müssen selbst angebrachte Tapeten bei Auszug entfernt werden?

| 02.07.2014 20:10 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Zusammenfassung: Zu der Verpflichtung des Mieters, bei Mietvertragsende sämtliche Tapeten zu entfernen

Meine Eltern haben 49 Jahre in einer Mietwohnung gewohnt. In dieser Zeit haben sie die Wohnung immer auf eigene Kosten in einem vorbildlichen Zustand erhalten, Bad und WC komplett mit sanit. Einrichtung und Hochwertigen Fliesen saniert und alle Wände in der Wohnung tapeziert, hochwertige Einbauküche eingebaut, Teppichböden verlegt sowie nach damals mündlicher Absprache mit dem Vermieter ein kleines Halbzimmer durch einen großzügigen fachmännisch ausgeführten Bogendurchbruch mit dem Wohnzimmer als Esszimmer verbunden. Nun ist meine verwitwete Mutter verstorben und ich bereite die Wohnung zur Übergabe an den Hauseigentümer vor. Dazu habe ich vor einer Woche eine beidseitig unterschriebene schriftliche Vereinbarung gemacht, in der geregelt ist: Bogendurchbruch bleibt, Bodenbeläge bleiben, Einbauküche bleibt mit Geräten, Bad und Wc bleiben mit entspr. Möbeln und Waschmaschine, Einbauschränke bleiben, Mietverhältnis endet In 1 Monat (31.07.14) . Lediglich beim Thema Tapeten wurde vereinbart dies noch gesondert gemeinsam zu klären. Heute erschien der Vermieter mit einem "Maler" und verlangte, daß in allen Räumen ausser Küche und Bad alle Tapeten bis zum Putzuntergrund zu entfernen seien, denn dies war der Zustand bei Übergabe (Erstbezug) vor fast 50 Jahren.
Kann der Vermieter dies verlangen, der noch nie eine Mark in Schönheitsrep. Investiert hat?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zunächst darf ich darauf hinweisen, dass die vertragliche Regelung der Schönheitsreparaturen i.d.R. vorgeht. Sollten Schönheitsreparaturen nicht erwähnt sein (was möglich ist bei einem so alten Mietvertrag), so ist davon auszugehen, dass die gesetzliche Regel gilt, wonach Schönheitsreparaturen Sache des Vermieters sind (§ 535 Abs. 1 S. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)). In diesem Fall sind die Tapeten in jedem Fall Vermietersache.

Wenn Ihre Eltern während der Mietzeit jeweils die Schönheitsreparaturen durchgeführt haben, so halte ich es mit der Rechtsprechung für eine unangemessene Benachteiligung, wenn man Ihnen zusätzlich die Entfernung sämtlicher Tapetenschichten auferlegt will, unabhängig vom tatsächlichen Zustand. Insbesondere wenn die Tapeten noch überstrichen werden können und dadurch ein angemessener Renovierungsstand erzielt werden kann, kommt eine Entfernung der Tapeten nicht in Betracht. Denn dadurch würde dem Mieter eine höhere Instandhaltungspflicht auferlegt, als sie der Vermieter dem Mieter selbst schulde.
Siehe hierzu: LG Mannheim, Urteil vom 19. August 1976, Az: 4 S 41/76 Quelle: ZMR 1977, 153-154

Ich halte daher die Forderung Ihres Vermieters für unberechtigt.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.Abschließend darf ich Sie noch auf die Bewertungsfunktion hinweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 02.07.2014 | 21:50

Vielen Dank für die prompte und kompetente Antwort.
Nachfrage: der Hausbesitzer beruft sich darauf, daß er die Wohnung ohne Tapeten vor 50 Jahren vermietet habe und er unsere Tapeziererei als bauliche Veränderung sieht und deshalb den ursprünglichen Zustand ( nur verputzte Wände) wieder will "er will kein Papier auf den Wänden". Im Vertrag steht "besenrein mit allen Schlüsseln übergeben". Vor allem im Wohnzimmer hat mein Vater unter der damals modernen Grastapete eine dünne Styroportapete geklebt. Beim Ablösen der Grastapete ergibt sich also eine Oberfläche wie eine heute übliche Gipskartonwand, die lediglich noch gespachtelt und neu gestrichen werden müsste. Das Ablösen der Styroportapete wäre eine Katastrophe, da mein Vater eine Art Fliesenkleber benutzt hat, den man nur mit hohem Aufwand von der Wand bekäme (Grund für das Styropor war das damals sehr sparsame Heizen durch den Bauherrn).
Mein Kompromissvorschlag war:
Diele mache ich Tapete weg
Wohnzimmer entferne ich Grastapete, aber, dort wo vorhanden, nicht die Styroportapete
Anderes Zimmer bleibt sehr feine und völlig unbeschädigte Rauhfasertapete
Schlafzimmer belasse ich Tapete mit sehr leichter Struktur (hinter Kleiderschrank keine Tapete), die schon einmal ohne Probleme überstrichen war.
Wäre dies ein Kompromiss, mit dem ich auch bei einem Rechtsstreit gute Chancen hätte? (Bisher vom Hausbesitzer abgelehnt)

Vielen Dank für ihre Mühe

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.07.2014 | 22:09

Ja, das wäre ein angemessener Kompromissvorschlag, insbesondere weil Sie eine Renovierung nach dem tatsächlichen Renovierungsbedarf gestaffelt ist.

Sollte sich der Vermieter auf den Kompromiss nicht einlassen, bleibt es bei meiner Antwort auf die Ausgangsfrage.

Bewertung des Fragestellers 02.07.2014 | 22:02

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr schnelle und kompetente und eindeutige Antwort in einer etwas komplizierten Frage, bei der meine Nachfrage vielleicht noch einen Tip für einen wasserdichten Kompromiss ergibt."