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Regelinsolvenzverfahren: Gläubiger anschreiben/ Ablauf

| 10.05.2017 09:42 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns


Guten Tag!

Eigentlich sind es 3 einfache unkomplizierte Fragen, ich hoffe ich habe Ihnen nicht zu viel geschrieben :-)

Ich habe folgende aktuelle Situation:

Im vergangenen Juni habe ich meine Private Insolvenz, mit Hilfe einer Schuldnerberatung, beantragt. Es wurde das Regelinsolvenzverfahren am 7.6.2016 eröffnet. Nun habe ich im Februar 2017 einen Beschluss bezüglich der Schlussverteilung erhalten. Als Schlusstermin ist der 24.04.2017 bestimmt worden. Seither habe ich nichts neues gehört/erhalten.
Soweit die aktuelle Situation.

Nun meine Fragen zu meinem Fall:

1. Bin ich jetzt ab 24.04.2017 in der Wohlverhaltensphase? Im Eröffnungsbeschluss gab es Anlagen in denen die Eröffnungsphase erklärt wurde - gibt es das nun auch für die Wohlverhaltensphase damit ich weiß was ich machen muss/soll/darf?

2. Auf der Schuldnerliste war Inkassobüro "a" mit zwei Beträgen. Dieses wurde von mir vorab und dann vermutlich auch vom Insolvenzverwalter angeschrieben. Nun habe ich eine Mitteilung erhalten, das mein Konto von eben diesem Inkassobüro bzw. von einem Anwalt im Auftrag des Inkassobüros gepfändet wurde. Soll ich dem Anwaltsbüro einfach formlos schreiben das ich seit Juni in der Insolvenz bin? Seit der Schlussrechnung vom Insolvenzverwalter und dem Beschluss vom Gericht weiß ich nicht was ich tun soll oder ob der Insolvenzverwalter überhaupt noch für mich zuständig ist.

3. Letzte Frage: Ich bekam ein schreiben von einem Uralten Gläubiger (2009) - dieser steht nicht in dem Verzeichnis. Muss ich diesen Gläubiger dem Gericht melden oder dem Gläubiger direkt das AG und Aktenzeichen zusenden? Oder ist es dafür zu spät?

Wie Sie sehen bin ich etwas verwirrt und weiß nicht so recht wem ich nun was schuldig bin (an Informationen). Falls Sie aus Magdeburg kommen würde ich auch ein persönliches Gespräch/eine Beratung in Anspruch nehmen - diese Ungewissheit nervt und ich traue mich wegen dem Beschluss und der Schlussrechnung nicht wirklich nochmal beim Insolvenzverwalter vorbei zu schauen - ich will ja niemandem auf den Geist gehen.

Ich hoffe Sie können mir helfen!

MFG

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.) Termin vom 24.04.2017
Der Termin am 24.04.2017 war der Schlusstermin des eigentlichen Insolvenzverfahrens. Danach stellt das Amtsgericht die Beendigung des Verfahrens fest und erlässt einen Aufhebungsbeschluss. Dieser Beschluss ist laut www.insolvenzbekanntmachungen.de noch nicht veröffentlicht. Er sollte aber in ein paar Tagen dort erscheinen und Ihnen vor allem per Post zugehen.

Zugleich wird das Gericht beschliessen, dass Ihr bisheriger Insolvenzverwalter zum Treuhänder in der Wohlverhaltens-/Restschuldbefreiungsphase bestellt wird. Er ist also weiter für Sie zuständig.

Nach dem äußeren Anschein läuft in Ihrem Verfahren alles so wie es soll. Wenn auch vielleicht von Seiten Ihres Verwalters etwas mehr an Informationen an Sie wünschenswert gewesen wären.

Weitere allgemeine Informationen darüber, was Sie jetzt tun und lassen sollten finden Sie auf meiner Internetseite www.insolvenz.hamburg unter dem Bereich Downloads. Dort finden Sie ein PDF mit der Bezeichung Informationen für Schuldner. Lesen Sie gerne auch die von mir auf der Seite veröffentlichten Beiträge.

2.) Das pfändende Inkassobüro
Wenden Sie sich mit dieser Sache auf jeden Fall an Ihren Insolvenzverwalter. Der ist für Sie zuständig und das ist ein typischer Fall aus seinem Aufgabenbereich. Sollte der Kollege oder die Kollegin Sie abwimmeln wollen, können Sie auch den Insolvenzeröffnungsbeschluss mit einem kurzen Hinweis auf § 89 Absatz 1 InsO (Vollstreckungsverbot für Insolvenzgläubiger) an das Inkassobüro schicken und die aufhebungder Pfändung verlangen.

3.) Der alte Gläubiger
Solche Sachen kommen in Insolvenzverfahren immer wieder vor. Melden Sie den Gläubiger dem Insolvenzverwalter mit dem Schreiben, was Sie bekommen haben. Und schicken Sie rein vorsorglich ein kurzes Schreiben an den Gläubiger, in dem Sie ihn über das Verfahren in Kenntnis setzen und fügen wieder den Eröffnungsbeschluss bei.

Der Gläubiger kann leider wegen des abgeschlossenen Verfahrens nicht mehr zur Insolvenztabelle anmelden, von der Restschuldbefreiung ist er trotzdem erfasst.

Ich hoffe, Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 10.05.2017 | 10:57

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