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Providerumzug - Kosten durch Attacke sollen auf mich abgewälzt werden

| 24.04.2019 16:56 |
Preis: 50,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Saeger


Ich bin ca. 10 Jahre im Bereich Webdesign tätig gewesen. Zumeist habe ich kleinere Websites für mittelständische Betriebe und "Einzelkämpfer" programmiert, meist mit Wordpress. Diese Seiten habe ich mit einem Freund, der mehrere Server bei Hetzner betreibt, gemeinsam gehosted. Es gab keine Verträge, ich habe das gewissermaßen als "Sport" nebenbei betrieben und den Kunden eine sehr geringe Gebühr monatlich (5 Euro) berechnet, in der das Hosting und kleinere Änderungen inkludiert waren.

Ende letzten Jahres habe ich entschieden, mich aus dem Business zurückzuziehen, unter anderem mit Blick auf die DSGVO und die damit verbundenen rechtlichen Risiken. Dies hat ein Bekannter eines meiner Kunden mitbekommen, der eine Webagentur betreibt, und mich gefragt, ob ich alle meine Kunden auf einen Schlag bereit wäre an ihn abzutreten. Ich habe das bejaht und meine Kunden per E-Mail Anfang Dezember ausführlich darüber informiert. In der E-Mail habe ich den Kunden freigestellt, sich bis zum Umzug der Domains zu dem neuen Anbieter nach einem anderen Hoster umzusehen oder sich einfach in die Hände des neuen Anbieters zu begeben und mit ihm neue Konditionen zu verhandeln. Mit dem Anbieter bin ich so verblieben, dass er mir ein Jahrespensum an dem, was ich an den Kunden verdienen würde, bezahlt, quasi als Ablöse, und dann Ende des Jahres alle Präsenzen sanft umgezogen werden sollten. WICHTIG: Kunden, die ihre bestehende Seite behalten wollen, sollten zumindest für ein Jahr die gleichen Konditionen haben wie bei mir. Ich habe dann korrekt eine Rechnung gestellt und das Geld erhalten.

EBENSO wichtig: Der neue Anbieter führte mir aus, dass sie mit Wordpress nicht arbeiten. Ich meinte dann, die Präsenzen müßten mit der Datenbank etc. migriert werden. Dies verneinte er und meinte, man könne ja einfach den bereits vom Webserver generierten Content kopieren und bei sich statisch ablegen, also ohne Datenbank und Wordpress-Backend. Das habe ich zur Kenntnis genommen und gedacht "Er wird das schon für sich passend hinkriegen".

Die Domainumzüge wurden wie geplant bis Ende Dezember durchgeführt (bis auf einige wenige).
Kurz danach wurde eine der umgezogenen Präsenzen von einem Bot befallen und musste abgeschaltet werden. Der Kunde ist abgewandert und läßt seine Seite nun woanders komplett neu machen.

Als nächsten Schritt ist der neue Anbieter an die Kunden herangetreten und hat ihnen mitgeteilt, dass man mit dem System nicht arbeite und die Seiten neu gestaltet werden müßten. Dafür stelle man einen dreijährigen Vertrag in den Raum, dessen MONATLICHE Gebühr sich auf das 500-FACHE (sie lesen richtig) meiner bisherigen Gebühr belaufen sollte. Dies habe ich vor kurzem erst erfahren. Man muss fairerweise sagen, dass darin alle Leistungen enthalten sein sollten, vom Design über die Programmierung bis zur Wartung. Ich fand es trotzdem sehr viel und habe den Chef der Firma (mein ursprünglicher Kontakt) darauf angesprochen. Er war sehr ungehalten zu mir und meinte (WICHTIG!), ich "solle mich nach vier Monaten jetzt langsam mal raushalten", das sei alles seit Dezember erledigt und ich hätte nichts mehr damit zu tun.

Heute, und nun zum Kern meiner Frage, rief mich ein Mitarbeiter der Firma an. Eine weitere Wordpress-Präsenz sei nun von Spambots befallen, die massiv Skripte über die Seite ausgesendet haben sollen. Der Hoster der Firma, ein großer deutscher Anbieter, drohte daraufhin mit Abschaltung der Webserver der Firma. Die Firma reagierte und hat die betroffene Seite abgeschaltet.
Nun hielt mir der Vertriebler vor, es seien intern "horrende Kosten" durch die Fehlersuche entstanden, die beglichen werden müssten. Und ob ICH bereit sei, diese zu übernehmen, sonst werde man an den Besitzer der Domain der betroffenen Webseite damit herantreten (der ja nun GAR nichts dafür kann!). Das hat mich ziemlich geschockt.

Jetzt, wo ich mich ein wenig erholt habe, würde ich gerne folgende Fragen stellen:

- Wenn ich mich seit Dezember raushalten soll, warum soll ich jetzt auf einmal für die internen Kosten, die der Agentur entstanden sind, verantwortlich gemacht werden? Ist das überhaupt zu befürchten, hat es eine Grundlage? Es gibt keine Dokumente wie Abtretungsverträge etc. - nur die eine Rechnung, der Rest wurde mündlich vereinbart.

- Die Seite lief in dieser Form seit 10 Jahren bei meinem Hoster ohne Probleme und Attacken. Kurze Zeit nachdem sie zu der Agentur umgezogen wurde, sind auf einmal zwei Präsenzen befallen und nicht mehr benutzbar. Kann das Zufall sein? Wer ist letztlich für die Sicherheit der Webserver der Agentur verantwortlich - etwa ich?

- Es wurde gesagt, die Seiten werden STATISCH umgezogen (siehe oben). Entgegen dieser Aussage wurden aber die Datenbank und alles andere, auch die Benutzernamen etc., 1:1 umgezogen. Ein Admin der Firma meinte heute auf meine Anfrage, das sei "die einfachere Lösung" gewesen. Und das soll ich vier Monate später auf dem Zettel haben, obwohl ich mich doch explizit raushalten soll und es mich "nichts angeht"?

Kurz: Was habe ich zu befürchten, wie sollte ich mich vorbereiten, wie sollte ich reagieren.

Ich bedanke mich für Ihre Mühe.






Sehr geehrter Fragensteller,

basierend auf Ihrer Schilderung kann ich derzeit keine Schadensersatzansprüche nach § 280 BGB erkennen. Der Gegner trägt ja auch kein konkretes Fehlverhalten Ihrerseits vor wie etwa Fehlprogrammierungen.

Nach Abtretung der Verträge unter Einwilligung der Kunden ist in der Tat an sich nur der neue Anbieter für die Sicherheit der Seiten zuständig.

Ich würde dies dem Gegner so erst einmal mitteilen.

Wenn Sie mögen kann ich auf Basis meines Angebots den kompletten außergerichtlichen Schriftwechsel mit dem Gegner führen.

Ansonsten freue ich mich schlicht über eine Bewertung mit 5,0.

Mit freundlichen Grüßen
D. Saeger
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 25.04.2019 | 10:26

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"Hallo Herr Saeger, danke für Ihre kompetente Antwort. Ich hatte den Inhalt derselben schon so erwartet, bin aber nun doch ein wenig beruhigt durch die fachkundige Bestätigung meiner eigenen Annahme. Ich hatte den Gegner gestern um eine Info zum Stand der Dinge gebeten und habe heute morgen einen Anruf erhalten, in dem es hieß, die betroffene Seite sei nun statisch kopiert und released worden und alles sei "wieder in Ordnung". Von Kosten war nicht mehr die Rede, so dass wir wohl von einem Sturm im Wasserglas sprechen können. Sollte diese Annahme irrig sein und die Farce weitergehen, werde ich Ihr faires Angebot gerne wahrnehmen. Besten Dank nochmals."
FRAGESTELLER 25.04.2019 5/5,0
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