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Pflichtteilauszahlung berechnen


| 14.10.2007 13:28 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren!

Vorwort: lt. Testament erben Tochter 2/3; 1 Sohn 1/3 und 1 Sohn wurde enterbt, daher Pflichtteil.

Wir haben nun als Erbengemeinschaft dem Bruder, der enterbt wurde, ein Angebot bezüglich seines Pflichtteiles unterbreitet.
Dieser ist mittlerweile zum Rechtsanwalt gegangen.
In dem letzten Schreiben des Rechtsanwaltes steht geschrieben:
Er bietet uns einen Vergleich an (mit einer uns nicht nachvollziehbaren Summe) und wenn wir den Vergleich seinerseits nicht annehmen, besteht er auf Wertermittlung von einem unabhängigen Gutachter.

Nun die 1. Frage: Wenn der Gutachter, den wir auch beauftragen werden, nun eine geringere Wertermittlung errechnet, wie wir ihm angeboten haben bzw. in seinem Vergleich aufgeführt, zählt dann zur Berechnung seines Pflichtteiles schon vorrangig das Gutachten des Sachverständigen?? oder kann er dann wieder auf seinen Vergleich zurückgreifen.

Ferner mußten wir dem Rechtsanwalt ein Nachlaßverzeichnis, sowie Mitteilung über alle von der Erblasserin zu Lebzeiten getätigten Schenkungen zukommen lassen. Dies wurde auch erledigt. Wir teilten ihm mit, daß uns k e i n e Schenkungen bekannt sind.

Nun die 2. Frage: Dieser Rechtsanwalt bezichtigt uns einer Falschaussage, denn nach jener Kenntnis hat die Erblasserin Schenkungen zu Lebzeiten getätigt.

In welchem Zeitraum zurückliegend müssen Schenkungen angegeben werden bzw. wer muß es dann beweisen, daß eine Schenkung vorliegt?
Hat der Rechtsanwalt uns gegenüber Auskunftspflicht, welche Schenkungen dies gewesen sein sollen. Er kann doch nicht einfach etwas behaupten, ohne es begründen zu müssen?
Gibt es eine bestimmte Höhe des Betrages, ab wann dieser angegeben werden muß?
Da ich 60 km von der Erblasserin entfernt wohne und meine 2 Brüder direkt am Grundstück der Erblasserin, weiß ich natürlich nicht, ob mein Bruder, der auch geerbt hat, die Wahrheit bezüglich der Schenkungen spricht. Kann ich dann bezüglich der Falschaussage belangt werden, obwohl mir definitiv die Erblasserin nichts geschenkt hat?
Muß der Pflichtteilsberichtigte nicht auch angeben, ob er von der Erblasserin was geschenkt bekommen hat?

Für Ihre Rückantwort im voraus besten Dank.

Mit freundlichen Grüßen
14.10.2007 | 17:33

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Bei dem Gutachten handelt es sich um ein so genanntes Privatgutachten, es wurde nicht in einem gerichtlichen Verfahren von einem gerichtlich bestellten Gutachter erstellt. Somit ist der Bruder nicht an die Ermittlung des Wertes des Pflichtteils gebunden. Er kann sich dann immer noch auf seinen „Vergleich“ berufen. Wenn keine Einigung erzielt werden kann, muss im Rahmen einer gerichtlichen Entscheidung die Bewertung herbei geführt werden.
2.Hinsichtlich der Schenkungen ist derjenige in der Beweislast, der sich darauf beruft, dass Schenkungen getätigt wurden. Die Erben sind jedoch auskunftspflichtig, § 2314 BGB. Wenn in diesem Rahmen falsche Aussagen getroffen werden, kann das zu Strafen des falsch Aussagenden führen, wenn der Nachweis dafür erbracht werden kann. Die Höhe der Schenkung spielt dabei keine Rolle. Jede Schenkung muss genannt werden.

3.Bei Zweifeln über die Vollständigkeit kann entweder eine Ergänzung oder auch eine entsprechende eidesstattliche Versicherung des Erben verlangt werden. In komplizierten Fällen hat der Pflichtteilsberechtigte einen Anspruch auf Wertermittlung des Nachlasses durch einen Sachverständigen. Die Kosten für das entsprechende Gutachten gehen zu Lasten des Nachlasses. Das Gutachten ist nicht verbindlich. Es hat lediglich den Zweck, dem Pflichtteilsberechtigten eine Abwägung zu ermöglichen, ob er es auf einen Prozess ankommen lassen will.
4.Wenn Sie von Schenkungen keine Kenntnis haben, können Sie auch nicht für die Falschaussage des Bruders belangt werden.




Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
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Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 16.10.2007 | 21:11

Sehr geehrte Damen und Herren!

bezüglich Schenkung hätte ich noch eine Nachfrage:

Da ja im Rechtsanwaltsschreiben die Erbengemeinschaft (2 Personen) beschuldigt wird, unrichtige Angaben gegenüber Schenkung der Erblasserin bei Lebzeiten gemacht zu haben, kann man von diesem Rechtsanwalt im Vorfeld fordern, daß er uns mitteilt, wer von der Erbengemeinschaft derjenig Schuldige ist,
um bei der Beantwortung zu dem erhaltenen Rechtsanwaltsschreiben entsprechend reagieren zu können.

Besten Dank im voraus.

Freundliche Grüße


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.10.2007 | 21:26

Wenn Sie tatsächlich keine falschen Angaben gemacht haben, teilen Sie dies mit und fordern die Gegenseite zur Konkretisierung der Anschuldigungen auf. Die Gegenseite muss Ihnen allerdings keine Informationen geben. Sie kann Informationen zurückhalten, um diese dann strategisch in einem Verfahren vorzubringen. Da Sie nach eigenen Angaben jedoch keine Schenkung erhalten haben, können Sie guten Gewissens zu Ihrer Aussage stehen.

Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin

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