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Permanente Spielsperre infolge vermeintlicher Nutzung illegaler Spielmodifikationen

19.02.2019 18:04 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


13:47

Guten Tag,

ich spiele in meiner Freizeit seit 21.09.2013 ein Massively Multiplayer Online Game (Massen-Online-Gemeinschaftsspiel) namens World of Tanks, herausgegeben durch den weißrussischen Spieleentwickler Wargaming.net (nachfolgend WG genannt).

Für individuelle Anpassungsmöglichkeiten und zur Steigerung des Abwechslungsreichtums bietet dieses Computerspiel im Installationsverzeichnis einen Dateipfad, in welchen Spielmodifikationen installiert/kopiert werden können. Diese sind über zahlreiche WG-unabhängige Webseiten downloadbar. Die Modifikationen können von kosmetischen Veränderungen der Fahrzeuge oder der Garage, über Anpassungen des Interfaces oder Elemente der Benutzeroberfläche nahezu jeden Spielinhalt verändern. Überdies gibt es auch Modifikationen, welche einen unfairen Vorteil für den jeweiligen Spieler generieren (z.B. sogenannte Aimbots, welche selbsttätig auf die Schwachstellen gegnerischer Fahrzeuge zielen).

Seit etwa 2017 sind Fair-play Richtlinien seitens WG auf deren offizieller Website herausgegen worden, welche eine grobe Einstufung der Modifikationen für den Benutzer erlaubt. Durch die riesige Mannigfaltigkeit aller Modifikationen ist logischerweise keine detaillierte Benennung seitens WG möglich, sondern nur eine Eingruppierung in gewisse Genres, welche somit für den Spieler nur als Leitfaden dienen können. Explizit werden bestimmte Eigenschaften verbotener Modifikationen deklariert. Überdies wurde innerhalb dieser Richtlinien ein 2-stufiges Sanktionsprogramm vorgestellt, sollten Spieler gegen die Vorschriften verstoßen. Beim erstmaligen Einsatz wird das betreffende Spielerkonto für 7 Tage gesperrt. Bei erneuten Verstoß folgt schlussendlich eine dauerhafte Accountsperre.
Eine ca. 1,5-minütige detailliertere Erklärung zum ganzheitlich besseren Verständnis der o.g. Sachverhalte bietet dieses Video der Plattform youtube: https://www.youtube.com/watch?v=aX8OzFCtjcM

Ich selber nutze ebenfalls diverse Modifikationen, welche nach meiner Einschätzung nicht im Konflikt mit den o.g. Richtlinien (insbesondere nicht mit den ausführlich genannten Eigenschaften verbotener Mods) standen. Am 06.11.2018 wurde mein Account einer 7-tägigen Sperre unterzogen, aufgrund angeblicher Verletzungen gegen diese Fair-Play Richtlinien. Infolge meiner Verwirrung über diese Sanktion und vor allem um eine permanente Sperre zu vermeiden, ersuchte ich den WG-Support mehrmals um Hilfe bzw. um Klärung, welcher meiner genutzten Modifikationen von deren Seite als Verstoß geahndet wurden. Ich erhielt stets die gleiche und unkonkrete Antwort aus den immer gleichen Textbausteinen mit dem Verweis auf die Fair-Play-Website (https://worldoftanks.eu/de/content/guide/account_security/fair-play-policy/).

Ich entfernte einzelne Modifikationen, welche sich in einer gewissen Grauzone befanden, um absolut auf der sicheren Seite zu sein. Diese wurden jedoch keinesfalls konkret in den Fair-Play Richtlinien genannt (z.B. zusätzliche Informationen im Visier wie Einzielzeit, Entfernung, Abweichung etc.), sondern ergaben sich lediglich aus meiner Vorkehrung eine permanente Accountsperre unbedingt zu vermeiden und damit jegliches Risiko auszuschließen.

Nichts desto trotz erhielt ich jedoch am 13.02.2019 die dauerhafte Kontosperrung aufgrund des erneuten Verstoßes gegen o.g. Richtlinien, welches meiner Auffassung nach jeglicher Grundlage entbehrt und sich meines Verständnisses vollends entzog. Weitere Versuche mit WG in direkten Kontakt zu treten via Spieler-Support sind wie bereits nach der 7 tägigen Sperre mit dem Verweis auf deren Fair-Play Website geendet.

Daher ersuche ich Sie um Rat, welche Möglichkeiten mir jetzt bleiben eine Aufhebung der Sperre zu erwirken und welche Aussichten auf Erfolg bei diesen zu erwarten sind? Hintergrund ist der, dass ich zwar etwas Kapital (ca. 400€) in das Spiel investiert habe, jedoch keine Unsummen für etwaige Gerichtsverhandlungen/Prozesse investieren möchte. In den AGBs (http://legal.eu.wargaming.net/de/endnutzer-lizenzvereinbarung/) sowie Nutzungsbedingungen (http://legal.eu.wargaming.net/de/nutzungsbedingungen/) ist meiner Ansicht nach keine Klausel enthalten, welche eine willkürliche Beendigung des Vertrags durch Sperrung des Spielerkontos beinhaltet. Meiner Auffassung nach liegt somit doch die Beweislast meines angeblichen Verstoßes gegen die Fair-Play Bedingungen auf Seiten der WG Group?

Abschließend bleibt nur eine Frage im Falle des Misserfolgs bei der Reaktivierung meines Accounts bestehen, welche auf eine anteilige Rückerstattung meiner getätigten Zahlungen für virtuelle World of Tanks Güter abzielt. Ist es bezugnehmend auf Abschnitt 14.2 in den Nutzungsbedingungen möglich eine solche Forderung zu stellen, da mein Account zum Zeitpunkt der Sperre einen geschätzten virtuellen Wert von etwa 140€ besaß?

Vielen Dank schon einmal vorab.

Mit freundlichen Grüßen

19.02.2019 | 19:33

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Sie könnten auf Entsperrung bzw. volle Wiederherstellung des Accounts klagen. Die Gegenseite müßte dann darlegen und beweisen, welche Verstöße Sie begangen haben sollen. Selbst wenn das der Gegenseite gelingt, haben Sie gute Karten, weil die Gegenseite Ihnen nach der Warnsperrung nicht die Möglichkeit gab, den Verstoß abzustellen.

Wenn Sie verlieren bzw. nicht klagen wollen, haben Sie durchaus Anspruch auf Erstattung des virtuellen Wertes. Allerdings müssen da Sie nachweisen, welchen Wert Ihr Account hatte.

Beachten Sie bitte auch, dass Sie vor einem deutschen Gericht nach deutschem Recht klagen können.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 19.02.2019 | 21:10

Sehr geehrter Herr Weber,

mir ist absolut bewusst, dass ich eine Klage einreichen kann. Diese letzte Instanz wollte ich jedoch angesichts des geringen tatsächlich investierten Streitwertes (entspricht Accountwert von ca. 400€), abgesehen von meiner persönlich investierten Zeit, eigentlich nicht wahrnehmen, da ich im Falle einer Niederlage, die Prozesskosten selbst tragen müsste. Eine Rechtschutzversicherung nachträglich abzuschließen ist meines Kenntnisstandes nicht möglich.
Ich hatte mir ehrlich gesagt eine andere Lösung erhofft, welche, etwas salopp gesagt, zwar anwaltliche Schärfe besitzt, jedoch nicht unmittelbar einen Prozess nach sich zieht. gibt es daher in Ihren Augen eine andere Möglichkeit?

Überdies denke ich, dass ich durch die "Warnsperrung" in den Augen von WG die Möglichkeit erhalten habe, den Verstoß abzustellen. Niemand zwingt einen Spieler zu Benutzung von Modifikationen. Ergo hätte ich vollkommen ohne solche Spielanpassungen meinen Account benutzen können und es wäre nicht zu einer permanenten Sperre gekommen. Daher versteh ich nicht so ganz, was sie mit Ihrer Aussage meinen: "[...] haben Sie gute Karten, weil die Gegenseite Ihnen nach der Warnsperrung nicht die Möglichkeit gab, den Verstoß abzustellen." Ich denke eher, dass ich schlechte Karten angesicht o.g. Ausgangslage hätte. Offensichtlich sind Sie anderer Auffassung, könnten Sie diese bitte etwas genauer ausführen. Vielen Dank.

Überdies stellt sich mir die Frage, da in den Nutzungsbedingungen das Thema anteilige Rückerstattung nur im Zusammenhang mit einer Kündigung auf meiner Seite gewährt wird, in wie fern dies immer noch gilt, bei Vertragsbeendigung seitens WG wie es eben durch eine solche Accountsperre geschehen ist? Hat man trotzdem das Recht auf Rückerstattung, auch wenn dies nicht in den AGBs explizit aufgeführt wird? Auf welcher rechtlichen Grundlage basiert Ihre Aussage?

Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.02.2019 | 13:47

Sehr geehrter Ratsuchender,

vor einer Klage kann und sollte natürlich ein angemessen scharf formuliertes Anwaltsschreiben mit entsprechenden Forderungen an die Gegenseite geschickt werden. Aber auch da müssen Sie die Kosten tragen, wenn die Gegenseite nicht nachgibt.

Die Gegenseite war aber verpflichtet, bei der Warnsperre ausreichend deutlich zu machen, warum die Warnsperre erfolgte. Der gegebene Hinweis war schlicht zu undeutlich, da man nicht daraus erkennen konnte, womit man konkret gegen die Regeln verstieß.

Die Gegenseite hat mit einer unberechtigten Sperrung gegen Vertragsrecht verstoßen, insbesondere gegen die Pflicht, Ihnen die Nutzung des Accounts und des Spiels zu ermöglichen. Deswegen muß sie Ihnen den daraus entstandenen Schaden ersetzen, insbesondere die unnütz gewordenen Aufwendungen für die Modifikationen. Einschlägig ist hier insbesondere der § 280 BGB .

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt

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