Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
503.999
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Offizielle Anerkennung Zweitwohnsitz im Erholungsgebiet

30.10.2018 10:06 |
Preis: 100,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


12:23

Zusammenfassung: Zweitwohnsitz und Hauptwohnsitz ziehen steuerrechtliche und baurechtliche Probleme nach sich. Die dauernde Wohnnutzung einer Ferienimmobilie kann zu einer Nutzungsuntersagung führen. Das hängt sehr an Baugenehmigung und Flächennutzungsplan. Steuerlich ist ein Hauptwohnsitz regelm. bei der Familie.

Ich bin verheiratet und Soldat bei der Bundeswehr. Seit vielen Jahren pendele ich jedes Wochenende. Ich habe vor 1,5 Jahren geheiratet und mein Hausstand am Hauptwohnsitz wurde damit automatisch anerkannt. Da ich mich jetzt mehr am Zweitwohnsitz aufhalte stellt sich für mich die Frage, ob ich diesen auch offiziell, wie den Hauptwohnsitz anerkennen lassen kann?

Der Zweitwohnsitz ist ein Ferienhaus im Erholungsgebiet und mittlerweile mein Ort des Lebensmittelpunktes. Ich würde das Haus, wie es früher schon einmal war als Hauptwohnsitz anmelden, aber das ist rechtlich leider nicht möglich. Durch das Wochenendpendeln bin ich im Jahr auch in dem Rahmen der Tage, die ich mich offiziell im Zweitwohnsitz aufhalten darf.

Das Haus ist auch offiziell mit Meldebescheinigung bei der Gemeinde angemeldet.
Der Zweitwohnsitz ist wie der Hauptwohnsitz komplett ausgestattet. (Es war ja auch mal Hauptwohnsitz bis die Behörden es umgemünzt hatten)
30.10.2018 | 11:03

Antwort

von


(103)
Mönckebergstraße 17
20095 Hamburg
Tel: 040/309694-34
Web: http://www.insolvenz.hamburg
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Weist eine Gemeinde ein Sondergebiet in ihrem Bereich als Freizeit-/Wochenendhaus-/Erholungsgebiet aus, so ist in diesem Gebiet grundsätzlich keine Dauerwohnungsnutzung möglich. Der so aufgestellte Bebauungsplan oder Flächennutzungsplan regelt meist in den Details, wie die Nutzung eines solchen Gebiets im Detail aussieht.

Wenn Sie also in Ihrem Zweitwohnsitz im Erholungsgebiet dauerhaft im Sinne der Verwaltungspläne wohnen, so ist da eine baurechtlich unzulässige Nutzung, die zu einer Untersagungsverfügung führen kann. Muss nicht, aber kann. Es kommt für die Beurteilung, wie die Nutzung denn nun genau ist auch auf die ursprünglich erteilte Baugenehmigung des Ferienhauses an. Wenn dort abweichend zum Bebauungsplan sozusagen ältere Rechte festgelegt wurden (Beispiel: B-Plan = nur Wohnen von 04 bis 10 eines Jahres, Baugenehmigung = ganzjähriges Wohnen aber nicht mehr als 6 Monate im Jahr), dann kann Ihnen dieses Recht nicht so ohne weiteres genommen werden.

Ich habe leider nicht alle Informationen, um alle Details Ihres speziellen Falles zu beleuchten, aber ich würde sagen, eine Hauptwohnung im Feriengebiet ist zumindest baugenehmigungsrechtlich nicht möglich. Ein Zweitwohnsitz hingegen ist denkbar.

Rechtlich wird daneben zwischen Hauptwohnsitz und Nebenwohnung (Zweitwohnsitz) über den sozialen Mittelpunkt des Lebens des Bürgers entschieden. Üblicherweise ist das der Ort an dem seine Familie wohnt, also bei Ihnen die Wohnung mit Ihrer Ehefrau. Allerdings ist das nur eine Vermutungsregel. Sie können, vor allem steuerrechtlich, Ihren Hauptwohnsitz auch dort haben, wo Sie sich hauptsächlich aufhalten, z.B. eben wegen Ihrer Arbeit. Es ist argumentativ zu vertreten, dass Ihre persönlichen und sozialen Kontakte mehr in der Nähe Ihrer Arbeitsstelle liegen, als am Sitz Ihrer Familie.

Ich würde mir angesichts der möglichen baurechtlichen Problematik sehr genau überlegen, ob ich gegenüber der Gemeinde an Ihrem Zweitwohnsitz vertrete, die Ferienwohnung sei Ihr Hauptwohnsitz. Wenn Sie dort auf einen spitzfindigen Behördenmitarbeiter treffen, haben Sie bald ein Problem mit der Bewohnbarkeit Ihrer Bleibe.

Es tut mir leid, dass ich nicht weiter ins Detail gehen kann, da mir die baurechtlichen Unterlagen fehlen. Steuerrechtlich dürfte Ihre Ferienwohnung aber Zweitwohnsitz sein. Was auch zu einer Zweitwohnsitzsteuer führen kann, wenn Sie Pech haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns

Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2018 | 12:15

Könnte ich trotzdem meinen Hauswand im zweitwohnsitz anerkennen lassen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.10.2018 | 12:23

Sehr geehrter Kunde,

Ich denke, dass es steuerrechtlich funktionieren dürfte. Nur sollten Sie sich bewusst sein, dass die Gemeinde dann ggf. Zweitwohnsitzsteuer erhebt und vielleicht jemand mal über die baurechtliche Nutzung nachdenkt. Ein Risiko.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Pieperjohanns

ANTWORT VON

(103)

Mönckebergstraße 17
20095 Hamburg
Tel: 040/309694-34
Web: http://www.insolvenz.hamburg
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Insolvenzrecht, Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Vertragsrecht, Zivilrecht, Grundstücksrecht, Erbrecht, Kaufrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65162 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Frau Prochnow hat meine Fragen ausführlich und rechtlich begründet beantwortet und mir darüber hinaus hilfreiche Empfehlungen gemacht. Die Ausarbeitung der Antworten war trotz meines bescheidenen Einsatzes sehr umfangreich. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Der Anwalt hat eine schwere Gedankenlast von mir mit Fachwissen genommen. Danke dafür! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hervorragende Arbeit, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER