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Ferienhaus in Irland - Deutscher Vermieter - Muss ich zahlen?

| 21.08.2019 21:12 |
Preis: 47,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Guten Tag,
folgend erkläre ich meinen Fall möglichst sachlich.
Leider eine etwas längere Vorgeschichte, um die Sache verständlich zu machen.

Durch einen Arbeitskollegen, der wusste, dass wir in Irland Urlaub machen wollten, wurde uns ein Ferienhaus in Sligo vermittelt. Sein Nachbar besäße schon seit 30 Jahren ein altes Bauernhaus in Irland, nicht ganz neu aber angeblich in Ordnung. Der wollte es nun mal vermieten.
Ein Haus ohne Luxus, im älteren Stil eingerichtet, ohne WiFi, nur kleiner Fernseher.

Wir nahmen das Angebot an, da es uns mit 700 Euro für 2 Wochen günstig erschien.

Wir trafen uns mit dem Hausbesitzer, der in Deutschland wohnt. Es klang erst einmal ganz nett. Während des Gesprächs wurden uns auch ziemlich alte Fotos (noch Analog) gezeigt, auf denen aber nicht wirklich alles zu erkennen war. Der Vermieter erklärte uns auch, dass es ein altes Haus sei, aber im Haus selber wäre ja alles in Ordnung. Die alte Möbeln hätte er Eigenhändig restauriert, und warmes Wasser gäbe es von einem neu eingebauten Gasboiler (Dusche, Spülwasser).
Schlafmöglichkeiten für 3 Personen wären vorhanden, aber alles nicht ganz neu.
Saubere Bettwäsche sollte auch vor Ort sein, die wir benutzen können.

Das ganze wurde nur mündlich besprochen.
Es wurde kein Mietvertrag unterschrieben, da der Vermieter alles nur per Handschlag abwickeln wollte. Geld wollte er auch noch keins haben.
Wir nahmen das Angebot also an.
Vor uns sollte aber noch eine andere Familie (Urlauber aus Deutschland) im Haus sein, mit denen wir eine Schlüsselübergabe vor Ort vereinbaren würden. Der Vermieter würde uns später die Handynummer der Familie per E-Mail schicken, damit wir vor Ort mit unseren Vormietern Kontakt aufnehmen konnten. Die Wohnungs- bzw. Schlüsselübergabe sollte an einem Samstag stattfinden.

Es dauerte ja noch etwas bis zu unserem Urlaub. Genug Zeit für Vorbereitungen.
Mit dem Vermieter standen wir in spärlichem E-Mail und Telefonkontakt.
Bis kurz vor unserer Reise wollte er immer noch nicht den vereinbarten Mietpreis haben.
Wir reisten einen Tag früher nach Irland und übernachteten in der Nähe des Ferienhauses in einem wunderschönen Gästehaus.
Als wir in Sligo Shoppen waren, rief mich der Vermieter an.
Er beschimpfte gleich unsere Vormieter und zog böse über sie her.
Die haben den Gasboiler nicht anbekommen und sind bereits zwei Tage früher abgereist.

Ich erklärte ihm, dass wir bereits in Irland sind, und Morgen dann in das Ferienhaus fahren würden. Den Gasboiler werde ich schon irgendwie zünden, kann ja nicht so schwer sein.
Der Vermieter erklärte mir dann, seine Frau käme in zwei Wochen am Tag unserer Abreise auch nach Irland. Wir sollten doch das Mietgeld von 700 Euro Bar in den Brotkorb in der Küche ablegen, wo seine Frau das Geld entgegennehmen würde.

Um es kurz zu machen: Am nächsten Tag fuhren wir voller Vorfreude zu dem Ferienhaus, das inmitten eines großen Gartens stand. Ein Nachbar brachte uns den Schlüssel.
Als wir dann das Haus betraten, traf meiner Frau, meiner Tochter und mich der Schlag.
Müffelgeruch schlug uns entgegen (Feuchtigkeit?). Die Möbel im Wohnzimmer wirkten auf uns wie vom Sperrmüll. Am Sessel war die Lehne abgebrochen und es standen dicke Schrauben raus. Die Schaumstoffmatratze im 2. Schlafzimmer war völlig befleckt und es waren kleine Löcher darin. In diesem Zimmer stank es auch muffig. Die Küche hatte einen gewissen Charme, war aber auch ziemlich alt. Lichtblick war das 1. Schlafzimmer, welches einigermaßen ginge, da es Holzboden hatte. Der Rest des Hauses war nackter, rissiger Beton, der mit alten Ikeateppichen teilweise bedeckt war. Die angeblich alten, restaurierten Schränke waren einfach mit Farbe überstrichen. In den Schränken war es teilweise schmuddelig.
Das Haus war dunkel und kühl.

Nun zum Gasboiler: Ja, der ist neu. Ich habe eine Stunde versucht, ihn zu zünden. Resetknopf gedrückt, versucht zu starten. Es rührte sich nichts. Neben dem Boiler gab es dann ein Schild mit dem Hinweis: Heizung nicht in Betrieb. Ohne Warmwasser geht gar nicht, dachte ich. Meine Tochter war bereits total genervt und weigerte sich, in diesem Haus zu bleiben.

Daraufhin nahm ich per Handy mit dem Vermieter in Deutschland Kontakt auf.
Ich erklärte ihm, dass wir uns das „alte irische Bauernhaus" doch etwas anders vorgestellt hatten. Ich könnte meiner Familie auch nicht zumuten, 14 Tage kalt zu duschen.
Außerdem seien die Möbel nicht in Ordnung und es roch in zwei Zimmern penetrant nach Feuchtigkeit. Da ich auch leichtes, allergisches Asthma habe, kann ich in diesem Raum nicht schlafen.
Er erklärte mir, ich solle doch mal kurz durchlüften. Und der Gasboiler muss funktionieren, der wäre doch neu (das einzige Neue im Haus, die Vormieter hatten auch Probleme damit). Der Installateur wäre aber jetzt in Urlaub und könnte nicht danach sehen.

Ich sagte ihm, dass ich mir dann eine Wohnalternative suchen müsste.
Daraufhin erklärte mir der Vermieter, dann solle ich doch Strom und Gas abschalten und den Schlüssel unter dem Autoreifen seines Wagens legen (der im Garten stand). Sein Nachbar würde den Schlüssel dann wieder abholen. Von Geld sagte er nichts. Für mich war das dann eine klare Kündigung von seiner Seite aus, da er die Mängel zeitnah im Haus ja nicht beheben konnte.
Gesagt getan: Wir verließen das Haus und besorgten uns unter Schwierigkeiten dann eine neue, richtig schöne Bleibe.

Somit war die Sache für uns eigentlich erledigt. So dachte ich jedenfalls.
Dann, nach unserem Urlaub drei Wochen wieder zu Hause, erreichte mich von dem Vermieter eine E-Mail, die nur aus Lügen und Unwahrheiten bestand. Das war auch eine beleidigende E-Mail. Er behauptete auch, das er solche Mieter wie uns noch nie hatte. Von meinem Kollegen wusste ich aber, dass er das Ferienhaus an meine Vormieter und uns zum ersten mal an Fremde vermietet hatte, bis dahin nur an Familie und Freunde. Er schrieb auch, dass unsere Vormieter total begeistert waren von dem Haus und für das nächste Jahr bereits 3 Wochen vorgebucht hätten. Warum sind die dann zwei Tage früher aus dem Haus ausgezogen?
Fazit: plötzlich will der Vermieter die Hälfte der Miete haben. Ich soll das Geld meinem Kollegen, also seinem Nachbarn, mitgeben oder das Geld auf die Bank nach Irland überweisen. Warum nicht auf ein Konto in Deutschland, komisch!

Auf die E-Mail reagierte ich nicht und nehme stattdessen mit unseren Vormietern in Irland Kontakt auf, deren Handynummer ich ja noch habe. Ich fragte nach, welchen Eindruck sie dann von dem Haus hatten. Der Mann am Telefon erklärte mir wortwörtlich, dass es sich ja wohl um eine Bruchbude handelt und der Gasboiler auch nicht richtig funktioniert, deshalb hätten sie das Haus 2 Tage vorher verlassen, sie hatten aber auch nur 5 Tage gemietet und leider schon bezahlt. Das Geld durfte aber nicht auf ein Konto überwiesen werden, er musste es Bar dem Sohn des Vermieters übergeben. Ich erklärte ihm, dass der Vermieter aber erzählt hätte, wie toll sie das Haus fanden und hätten gleich fürs nächste Jahr 3 Wochen gebucht. Der Mann am Telefon lachte laut. Diese Schmudelbude werden wir bestimmt niemals mehr betreten, erwiderte er.

Das war die etwas lange Vorgeschichte.
Nun schickt mir der Vermieter weitere E-Mail, indem er die Hälfte des Mietpreises einfordert. Soll ich aber nach Irland überweisen.
Es existiert kein schriftlicher Mietvertrag.
Es gibt keine AGB oder Absprache wegen Stornogebühren.
Es gibt keine schriftliche Rechnung über die Ferienwohnung.
Ich habe bis heute keinen Euro an den Vermieter gezahlt, und will das auch in Zukunft nicht.
Ich vermute mal, dass der Vermieter kein Gewerbe hat und das Haus versucht am Finanzamt vorbei zu vermieten.

Die Telefongespräche kann ich leider nicht beweisen und belegen.
Nur jene, wo meine Familie mit anwesend war.

Meine Frage:
Was kann der Vermieter gegen mich ausrichten, wenn ich auf seine E-Mails nicht reagiere und ihm auch dass gefordertes Geld nicht zahle? Habe ich etwas zu befürchten?

Guten Morgen,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Auszugehen ist von einem mündlich geschlossenen Mietvertrag, der von Ihnen aus wichtigem Grund außerordentlich gekündigt, möglicherweise aber auch einverständlich beendet worden ist.
Ihre Schilderung lässt beide Deutungen zu, worauf es im Ergebnis aber auch nicht ankommt.

Die Mietsache wies mindestens einen erheblichen Mangel aus in Gestalt des nicht funktionierenden Boilers.

In dem Telefonat stellte sich heraus, dass der Vermieter den angezeigten Mangel auch nicht beheben konnte, da sein Installateur in Urlaub war.

Ihnen war nicht zumutbar, 14 Tage ohne Warmwasser verbringen zu müssen.

In dieser Situation ist davon auszugehen, dass ein wichtiger Grund für die außerordentliche Kündigung i.S.d. § 543 BGB vorlag.

Eine weitere Fristsetzung zur Mängelbeseitigung gemäß § 543 Abs. 3 war hier entbehrlich, weil sie offensichtlich ohne Erfolg geblieben wäre.

Aufgrund der vorzeitigen Vertragsbeendigung bereits am Tage Ihres Einzuges ist auch die Zahlungspflicht erloschen.

Von daher sollten Sie die Ansprüche auf Zahlung der hälftigen Miete zurückweisen und den Vermieter auf den Klageweg verweisen.

Mit freundliche Grüßen

Bewertung des Fragestellers 27.08.2019 | 22:18

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