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Möglichkeit der Klage zur Umbettung einer Babyleiche

| 17.11.2015 13:03 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Guten Tag,


mein getrennt lebender Ehemann (im selben Haus) und ich, haben eine Totgeborene Tochter.
Die Totgeburt war am 10.11.2006.
Wir waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht verheiratet!!
Dieses Kind trägt meinen vorherigen Familiennamen und wird auch so in der Gemeinde geführt. Sie wurde damals jedoch im Grab meiner Schwiegereltern (in Spee) - beerdigt da meine Familie noch keine Grabstätte besaß. Zudem war ich viel zu traumatisiert um die Tragweite dessen zu realisieren.
Grabinhaber ist der Schwiegervater.


Die Ehe (ab 31.12.2008) ist ein einziger Alptraum - sie war/ist von häuslicher Gewalt, psychischer Tyrannei bis hin zu Morddrohungen geprägt. Meine beiden Töchter aus erster Ehe waren dem leider genauso ausgesetzt.Auch Freund und Freundinnen der Töchter bekamen seine verbalen Attacken ab wenn er betrunken ist.
Hinzufügen möchte ich das ich einmal vermögend war und mein komplettes Geld in unsere Ehe und in das Haus meines Nochehemannes gesteckt habe - nun sollen wir ohne einen Pfennig "endlich verschwinden"! Dies bringt er auch überdeutlich mit extremen Türenknallen (lebt in der Einliegerwohnung unter uns) und lauter Musik bis morgens um 5 Uhr zum Ausdruck!!! Während meine Töchter und ich um 6 Uhr aufstehen müssen, bleibt der Herr dann bis mittag liegen. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges....

Das Grab wird von meiner Schwiegermutter gepflegt, anfangs habe ich noch mitgestalten können aber nun ist es mir nicht mehr möglich da wir wegen seinen ausrastern, für die ich die schuld von ihnen kriege, völlig zerstritten sind.
Ich habe vor einem Jahr meiner Tochter eine kleines Grabstein-Herz gekauft mit ihrem Namen damit sie nicht noch weiter Namenlos in diesem Grab liegen muss. Weder mein Mann noch meine Schwiegereltern haben ihr praktisch in diesem Grab einen Namen gegeben und auch sonst nichts nennenswertes getan.
Das zusammentreffen am Grab schaffe ich abgesehen davon emotional auch nicht mehr.


Ich möchte meine Tochter in Anbetracht der Umstände nun in ein eigenes Grab umbetten lassen. Meine Bitte an meinen Ehemann wurde wie gewohnt ohne wenn und aber mit einem NEIN abgelehnt ... als hätte ich keine Rechte an meinem Kind ="(
Ich möchte meine NochSchwiegereltern deshalb brieflich um die Umbettung bitten.
Wie ich aber meinen Nochehemann kenne, wird er ihnen so lange die Hölle heiß machen so das sie meiner Bitte mit Sicherheit nicht zustimmen werden.


*Die Zustimmung unseres Herrn Bürgermeisters für die Umbettung habe ich nach Schilderung der Situation jedoch sofort erhalten und auch schriftlich !!!


Nun meine Frage.

Habe ich rechtlich eine Chance bei der Klage auf Umbettung wegen der Umstände und wegen der Totenfürsorge für meine uneheliche Tochter falls die Schwiegereltern mit meiner Bitte nicht einverstanden sind?

Meine finanziellen mittel sind leider begrenzt und ein scheitern kann ich mir finanziell nicht leisten und meine Tochter bei diesen Menschen in deren Grab belassen zu müssen psychisch nicht ertragen ....


Vielen Dank

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Sehr geehrte Ratsuchende,


ich denke nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung schon, dass Sie einen durchsetzbaren Anspruch gegen die Schwiegereltern haben, sollten diese sich tatsächlich weigern.


Voraussetzung ist das Vorliegen eines wichtigen Grundes und der dürfte hier vorliegen, denn ein solch wichtiger Grund wird dann angenommen, wenn zwingende, ganz persönliche Gründe für die Umbettung vorliegen, die auf einer atypischen, völlig unerwarteten Entwicklung der Lebensumstände beruhen und nicht zum allgemeinen Lebensrisiko jedes Angehörigen eines Verstorbenen gehören.

Dabei kann auch der Gesundheitszustand des Totenfürsorgeberechtigten eine Rolle spielen, wenn es ohne eine Umbettung zu einer Verschlimmerung kommen kann, was bei der psychischen Belastung bei Ihnen der Fall sein dürfte.


Da auch das Recht der Totenruhe auf dem fortwirkenden Persönlichkeitsrecht des Verstorbenen beruht, eine Rechtsbeziehung zu Ihren Schwiegereltern aber nicht besteht, wird man hier das Antragsrecht der Schwiegereltern zur Umbettung durchsetzen, bzw. gerichtlich ersetzen können.



Sollten diese sich also weigern den entsprechenden Umsetzungsantrag zu stellen, sollten Sie einen Rechtsanwalt einschalten. Hinsichtlich der Kosten besteht nach Ihrer Darstellung die Möglichkeit der Beratungshilfe, ich verweise auf

http://rabohledotcom.wordpress.com/2015/10/12/beratungshilfe/

so dass die möglichen außergerichtlichen Kosten dann sehr überschaubar bleiben.




Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 17.11.2015 | 19:10

Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für die Annahme meiner Frage. Ich bin sehr froh zu lesen das ich eine Chance habe.


Bei nachfolgendem bin ich mir nicht ganz sicher ob ich das richtig verstanden habe:

"Da auch das Recht der Totenruhe auf dem fortwirkenden Persönlichkeitsrecht des Verstorbenen beruht, eine Rechtsbeziehung zu Ihren Schwiegereltern aber nicht besteht, wird man hier das Antragsrecht der Schwiegereltern zur Umbettung durchsetzen, bzw. gerichtlich ersetzen können."


Würden Sie mir diesen Absatz vielleicht nochmals kurz erläutern?

Vielen Dank auch für Ihren Link !!


Wünsche einen angenehmen Abend

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.11.2015 | 21:01

Sehr geehrte Ratsuchende,


eine rechtliche Beziehung zwischen dem dem Kind und den Großeltern ist nachrangig zum dem Verhältnis Mutter - Kind, so dass Ihre Schwiegereltern aufgrund des nach wie vor bestehenden Persönlichkeitsrechtes letztlich nachrangig zu behandeln sind, da eben die Bindung zwischen Mutter und Kind enger ist und stärker zu berücksichtigen ist.

Zudem sind Sie die Totenfürsorgeberechtigte, so dass auch insoweit Ihre Rechte neben den Persönlichkeitsrechten des Kindes vorgehen werden.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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