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Mietkauf vom Elternhaus

05.05.2021 09:00 |
Preis: 80,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Meine Frau(einzig gemeinsames Kind Ihrer Eltern) hat das Angebot bekommen Ihr Elternhaus als Mietkauf zu erwerben.

Hier die Frage werden die Zahlungen des Mietkaufes beim 1. Erbfall also wenn zum Beispiel wenn der Papa als erstes stirbt mit angerechnet, also wenn das Haus zum Zeitpunkt 300.000€ Wert hat und wir aber über den Mietkauf schon 100.000€ bezahlt haben. So das dann dann nur 200.000€ in die Erbmasse fallen ?

Und wie ist das das dann wenn der 2. Erbfall eintritt und die Mama stirbt, wird da ebenfalls wenn überhaupt angerechnet wird mit angerechnet. Weil wenn wir dann am Ende über die Zeit 200.000€ über den Mietkauf bezahlt haben ist ja eigentlich nur noch der 100.000€ Anteil der Mutter was ins Erbe gehen müsste oder wie wird das geregelt.

Macht es sinn meine Frau als alleinige Erbin des Hauses ins Testament ein tragen zu lassen ?

Einsatz editiert am 05.05.2021 12:25:05

05.05.2021 | 13:10

Antwort

von


(355)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

mit Ihrer Einschätzung liegen Sie richtig, für den Wert der Erbschaft ist der Todestag entscheidend gemäß § 2311 BGB.

Zitat:

§ 2311 BGB - Wert des Nachlasses
(1) Der Berechnung des Pflichtteils wird der Bestand und der Wert des Nachlasses zur Zeit des Erbfalls zugrunde gelegt. Bei der Berechnung des Pflichtteils eines Abkömmlings und der Eltern des Erblassers bleibt der dem überlebenden Ehegatten gebührende Voraus außer Ansatz.
(2) Der Wert ist, soweit erforderlich, durch Schätzung zu ermitteln. Eine vom Erblasser getroffene Wertbestimmung ist nicht maßgebend.


Wenn dann also bereits Raten von insgesamt 100.000 € gezahlt wurden würden diese angerechnet und nur noch die Restforderung von 200.000 € wäre Teil der Erbmasse, weiterhin würden etwaige Wertsteigerungen der Immobilie außen vor bleiben, da bei entsprechender Ausgestaltung nur die Forderung Teil der Erbmasse würde und nicht mehr das Gebäude selbst.

Ein weiterer Vorteil wäre, dass Sie auf diese Art einen möglichen Regressanspruch des Sozialamtes nach § 93 SGB XII weitegehend vermeiden können. Wenn der Mietkauf unter einem realistischen Preis erfolgt wäre diese keine (teilweise) Schenkung und das Sozialamt könnte bei Pflegebedürftigkeit keine Rückgängigmachung verlangen.

Bezüglich der Frage nach den Erbfällen kommt es darauf an, wer aktuell Eigentümer des Hauses ist und wie der Vertrag konkret gestaltet wird. Wenn das Haus beiden Eheleuten gemeinsam gehört und der Vater verstirbt, würden nach gesetzlicher Erbfolge Tochter und Mutter je die Hälfte des Anteils erben, d.h. der Mutter würden dann 3/4 und der Tochter 1/4 des Hauses gehören. Wenn aber im Wege des Mietkaufs bereits jetzt geregelt wird, dass jeden Monate ein bestimmter Betrag gezahlt wird kann dann bestimmt werden, dass dieser Betrag so lange gezahlt wird bis der letzte der beiden Ehegatten verstirbt. Durch den Mietkauf ist es dann im Grunde nicht mehr wichtig, wer vorher Eigentümer der Immobilie war.

Wenn gar nichts veranlasst wird würde die Tochter aber auch am Ende das Haus erhalten, auch ohne Testament. Etwaige andere Verwandte hätten hier keine Rechte, die Tochter ist Alleinerbin. Da je Elternteil ein Freibetrag von 400.000 € gilt ist auch mit keinerlei Erbschaftssteuer zu rechnen.

Wenn Sie allerdings den Mietkauf durchführen wollen müssten Sie wegen der Einzelheiten und der wirksamen Beurkundung einen Notar aufsuchen, der einen entsprechenden Vertrag für Sie aufsetzt. Vor dem Risiko der Rückforderungen durch das Sozialamt bei Pflegebedürftigkeit würde das auch durchaus Sinn machen.


Ich hoffe damit Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünschen Ihnen noch einen schönen Tag.


Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke


Rückfrage vom Fragesteller 05.05.2021 | 13:45

Danke für die ausführliche Antwort. Ich habe leider etwas vergessen. Auf Vaterseite sind noch 2 Kinder vorhanden und auf Mutterseite ebenfalls, aber wie schon geschrieben Meine Frau ist die einzige Gemeinsame Tochter. Wie verschiebt sich da das Verhältnis wegen Erbe oder ändert das grundlegend etwas.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.05.2021 | 14:02

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

das ändert leider so ziemlich alles.

Kinder erben von dem jeweiligen Elternteil immer gleichberechtigt nebeneinander, egal ob ehelich, aus einer gemeinsamen Ehe oder nach einer Trennung/Scheidung.

Das heißt beim Tod des Vaters erbt die Ehefrau gemeinsam mit den Kindern. Die Ehefrau erhält ein 1/2, die Kinder je 1/6. Stirbt die Mutter zuerst gilt dies umgekehrt, der Ehemann erhält die 1/2 und die Kinder je 1/6. Es kommt wie gesagt nur auf die Verwandtschaftsbeziehung zum Erblasser an.

Bei dem Mietkauf müsste dann entweder die gemeinsame Tochter zukünftig an die Halbgeschwister zahlen oder es kann zur Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen kommen, dabei wird dann auch eine Wesentliche Rolle spielen, wieviel Zeit seit der Vertragsaufsetzung vergangen ist und wieviel Geld gezahlt wurde.

Wenn es im Wesentlichen darum geht das Elternhaus komplett und sicher zu erhalten müsste dieses schon jetzt vollständig übertragen werden, z.B. durch eine (teilweise) Schenkung und Fremdfinanzierung. Wenn dann 10 Jahre vergangen sind hätten die anderen Kinder keine Rechte mehr.

Andernfalls ist diese Konstellation äußerst komplex und Sie sollten sich dann tatsächlich lieber einen Rat bei einem Notar vor Ort einholen da es dann je nach Ausgestaltung viele Fallstricke gibt in denen die anderen Kinder Ansprüche stellen könnten.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke

ANTWORT VON

(355)

Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
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