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Ladendiebstahl über 30Euro

09.01.2010 16:17 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Guten Tag. Ich habe in einen Supermarkt Ware in Wert von ca. 30 Euro entwendet und wurde dabei von einem Ladendetektiv beobachtet und gestellt. Das war am 18.Dezember. Ich habe das nicht geplant, es war eine Zufalstat, absoluter Blödsinn, keine Ahnung was da in mich gefahren ist, das erste Mal. Und gleich so katastrophale Folge. Das ganze wurde aufgenommen, habe die Prämie von 50Eur bezahlt und habe Hausverbot bekommen. Danach wurde mir erst richtig klar, was ich da fabriziert habe, leider zu spät. Am nächsten Tag habe ich mich hingesetzt und eine Entschuldigung an diesen Laden geschrieben. Natürlich nicht in der Hoffnung, das die mich nicht anzeigen, sondern um Reue und Einsicht zu zeigen. Paar Tage Später kam Antwort, da stand: Da Sie bei uns Stammkundin waren, könnte es sein, dass dieser Diebstahl nicht der erste war. Falls dies der Fall ist, wäre es fair und rechtens, wenn Sie in sich kehren und überlegen, für wie viel Euro Sie bereits bei uns Ware entwendet haben. Dieses Manko könnten Sie an uns zurückzahlen. Falls dies der Fall sein sollte, würde diese Ihre ehrliche Entschuldigung verifizieren. So. Erstens wohnen wir erst Geraume Zeit hier in der Gegend und zweitens gehört Diebstahl nicht zu meinem Täglichen Brot. Wie gesagt, bin ein Ersttäter. Auf der anderen Seite würde ich aller Geld der Welt dafür geben, wenn die die Anzeige zurückziehen würden / bzw. auf die Anzeige verzichten werden. Was soll ich tun? Was soll ich zurück schreiben? Es ist so, ich bin jetzt für die Abgestempelt. Einmal Dieb, immer Dieb. Habe aber weiter nichts entwendet! Noch zum Schluss möchte ich erwähnen, das ich nicht die Deutsche Staatsangehörigkeit besitze, habe aber uneingeschränktes bleiberecht, da ich mit einem Deutschen Verheiratet bin und habe mit ihm zwei Kinder. Muß ich im Falle einer Anzeige mit besonderen Sanktionen rechnen?

Sehr verehrte Fragestellerin,

dem Ladeninhaber steht es frei, Strafantrag wegen Diebstahles gegen Sie zu stellen. In dem Fall wäre grundsätzlich ein Ermittlungsverfahren gegen Sie einzuleiten.

Lag der Wert genau bei oder unter 30,- Euro, so wäre die Tat nur auf Antrag hin zu verfolgen, also nur dann, wenn der Landeninhaber Strafantrag stellt, heißt, die StA dürfte nur dann Ermittlungen gegen Sie einleiten, wenn ein besonderes öffentliches Interesse dies gebieten würde.

Lag der Wert über 30,- Euro, so könnte die StA unabhängig davon, ob Strafantrag gegen Sie gestellt würde, von sich aus Ermittlungen gegen Sie einleiten.

Die StA kann aber von der Verfolgung der Tat dann absehen, wenn Sie geringfügig ist, heißt, wenn kein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung besteht die Täterschuld als gering anzusehen ist und die Tatfolgen als gering einzustufen sind. Angesichts der Tatsache, das Sie Ersttäterin sind und der Wert der entwendeten Sache geringfügig ist und wegen der Rückgabe auch kein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist, ist ein Absehen von der Verfolgung nicht unwahrscheinlich.

Sie StA kann auch die Ermittlungen gegen Auflagen und Weisungen einstellen. In dem Fall könnte Ihnen gegen Einstellung aufgegeben werden, etwa Geld an ein gemeinnützige Organisation zu zahlen oder etwa gemeinnützige Leistungen zu erbringen.

Bei Absehen von der Verfolgung und der Einstellung käme es zu keinem gerichtlichen Verfahren, damit auch zu keinem Urteil, folglich auch zu keinem Eintrag ins BZR.

Würde die Ermittlung nicht eingestellt oder von der Verfolgung nicht abgesehen und daher die Tat zur Verhandlung gebracht, so hätten Sie, weil Ersttäterin und der Wert der entwendeten Sache geringfügig ist bzw. der Wert der entwendeten Sache die Geringfügigkeitsgrenze des § 248a StGB nur marginal überschreitet und weil wegen Rückgabe auch kein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist zunächst nur eine Geldstrafe zu erwarten, die dreißig Tagessätze nicht wesentlich überschreiten dürfte, eher noch darunter liegen sollte. Zwar wäre die Strafe ins BZR einzutragen, im Führungszeugnis würde sie aber nicht erscheinen. Dies wäre nur dann der Fall, wenn eine Geldstrafe von nicht mehr als 90 Tagessätzen ausgesprochen würde, was Ihren Angaben nach fernliegt.

Freilich können Sie versuchen, sich durch Zahlung einer Summe an den Ladeninhaber von einer Anzeige/vom Strafantrag freizukaufen. Sie sollten sich aber des Risikos bewusst sein, dass eine solche Vereinbarung den Ladeninhaber nicht daran hindert, trotzdem doch Strafantrag zu stellen bzw die Tat zur Anzeige zu bringen.

Ihr Aufenthaltsrecht wird von Anzeige oder Strafantrag nicht tangiert. Auch ein Urteil, wenn es in Ihrem Falle dazu kommen sollte, hat angesichts des zu erwartenden geringen Strafmaßes keine Auswirkungen auf Ihren Status. Eine zwingende Ausweisung könnte nur unter den Voraussetzungen des § 53 AufenthG erfolgen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Bei Unklarheiten fragen Sie nach.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

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