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09.01.2007 23:14 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Hallo,

ich habe ein kleines Problem: Ich habe hier eine lose Blattsammlung verschiedener Autoren, die weitestgehend nicht mehr leben. Herausgegeben wurde es durch einen Verein, in dem diese Autoren Mitglied waren, der aber seit 3 Jahren nicht mehr existiert. Der letzte Vorsitzende dieses Vereins war von meiner Idee begeistert (erstellen eines PDF-Dokumentes), leider habe ich keine schriftliche Bestätigung von Ihm vorliegen.
Gedruckt und verlegt wurde es durch eine Druckerei, die noch existiert.
Ich erwarte eine Auflage von max. 50 Stück zu je 20 Euro. Es geht also nicht darum, fette Geschäfte zu machen. Es deckt gerade die Kosten und ist für eher eine ehrenamtliche Tätigkeit.
Die Rechte an diesen Texten müssten bei den ca. 50 Autoren liegen. Ich weiß nicht wo die wohnen und ob die noch leben. Es ist mir unmöglich alle Autoren oder deren Erben ausfindig zu machen. Die, die ich fand, wollen, dass ich Ihre Geschichte als PDF-Dokument wieder veröffentliche.
Meine Frage: Was habe ich zu befürchten wenn ich dieses PDF-Dokument verkaufe? Wen müsste ich Fragen um sicher zu sein?
Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen.

1. Grundsätzlich liegen die Rechte an einem literarischen Werk bei dem jeweiligen Autor. Für den vollen Schutz ist erforderlich, dass das Werk zumindest einmal veröffentlicht wurde und erschienen ist, § 6 UrhG.
Dies ist in Ihrem Fall Ihren Schilderungen zufolge geschehen (Herausgabe durch den Verein).
Gem. § 64 UrhG erlischr der Schutz 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Diese Voraussetzung dürfte in Ihrem Fall noch nicht eingetreten sein. Sie können also davon ausgehen, dass die Rechte an den Werken, wie Sie schon selbst vermutet haben, noch bei den jeweiligen Autoren bzw. deren Erben liegen.

2. Nun zu der für Sie interesanteren Frage, was geschehen kann, wenn..?

Jedem Urheber eines Werkes stehen die Schutzmäglichkeiten des Urhebergesetzes zur Seite (Unterlassung, Schadenersatz etc.). So also auch in Ihrem Fall. Sofern Sie also die Einwilligung der Autoren haben, stellt die Veröffentlichung (auch im pdf-Format) kein Problem dar.
Hinsichtlich der Autoren, die Sie nicht ausfindig machen konnten, könnte es theoretisch dazu kommen, dass diese oder deren Erben etwaige Rechte an den Werken geltend machen. In diesem Fall könnten Sie sich nicht auf den Standpunkt stellen, Sie hätten versucht, alle Autoren ausfindig zu machen, es habe nur eben nicht geklappt. Sie wären den Ansprüchen voll ausgesetzt. Auch der Verweis auf eine ehrenamtliche Tätigkeit würde Sie nicht schützen.
Wie hoch indes bsw. ein Schadensersatzanspruch in Ihrem Fall wäre, kann von dieser Stelle aus nicht beurteilt werden.

Natürlich treten die Probleme nur auf, wenn 1. einer der nicht kontaktoierten Autoren (oder Erben) die Veröffentlichung mitbekommt und 2. etwas dagegen einzuwenden hat.

Gleichwohl kann ich Ihnen für Ihre höchstmögliche Sicherheit nur raten, ausschließlich die Werke zu veröffentlichen, deren Autoren zugestimmt haben.
Vielleicht wäre es denkbar, die Werke nach und nach zu veröffentlichen soweit die Einwilligungen vorliegen und in der Zwischenzeit nach den restlichen Autoren zu forschen. Bei einer Gesamtveröffentlichung setzen Sie sich jedoch einem gewissen Risiko aus.

3. Wenn Sie eine exakte Überprüfung wünschen, sollten Sie sich an einen Kollegen mit Schwerpunkt Marken- und Urheberrecht wenden, der alle vorliegenden Fakten einsehen kann. Allerdings dürfte der erzielte Erlös unter den Kosten für eine Beratung liegen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt
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