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Körperverletzung / Prellung Jochbein

08.10.2020 10:55 |
Preis: 50,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Nicolas Reiser, LL.M., MLE


Ich bin von der Staatsanwaltschaft zu 20 Tagessätzen je 20,- EUR verurteilt worden.

Folgendes hat sich zugetragen:

Während einer Straßenbahnfahrt habe ich mich bei einem weiblichen Fahrgast beschwert das sie keine Maske trägt und mich damit möglicherweise anstecken kann.
Die Dame war in weiblicher Begleitung , saß mir gegenüber und hat unmittelbar danach angefangen mit mit dem Handy zu filmen.
Kurz bevor ich aussteigen musste habe ich dann nach der Dame geschlagen.
Der Bahnfahrer hat daraufhin die Polizei gerufen.
Die Bahn ist dann weiter gefahren und wir standen unweit des Bahnsteiges .
Ein weiterer Zeuge stand dabei und hat lautstark auf mich eingebrüllt und wollte sich mit mir schlagen.
Darauf bin ich jedoch nicht eingegangen und habe immer wieder darauf verwiesen auf die Polizei zu warten, um den Sachverhalt aufzuklären.
Als die Polizei dazu kam , wollten die Beamten zuerst den Zeugen verhaften, da sich die Situation so dargestellt hat, als wäre der Zeuge der Verursacher . ( Aufgrund seiner Brüllerei)
Ich habe dann den Sachverhalt bei den Beamten aufgeklärt und ausgesagt das ich die Dame geschlagen habe.
Ich habe die Beamten darauf hingewiesen, dass ich stark alkoholisiert bin und mir wurde angeboten einen Alkoholtest durchzuführen.
Der Test wurde dann durchgeführt.
An das Ergebnis kann ich mich nicht mehr erinnern.
Ca. 4 Monate später habe ich dann von der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl erhalten ( 20 Tagessätze zu 20,- EUR)
Als Begründung wird meine Aussage sowie die Aussage der geschädigten Dame, ihrer Begleiterin sowie des Zeugen angegeben.
Die geschädigte Dame hat eine Prellung des Jochbeines sowie eine Schwellung der linken Gesichtshälfte davon getragen, so geht es aus dem Strafbefehl hervor.
Ich habe vorher weder eine Mitteilung bekommen das ich wegen des Vorfalls angezeigt wurde und hatte somit keine Möglichkeit mich dazu zu äußern.
Es gibt lediglich die Aussage die ich ( unter starkem Alkoholeinfluss ) bei dem Polizeibeamten gemacht habe.

Frage:

Kann man gegen den Strafbefehl vorgehen und ist das überhaupt sinnvoll ?

Falls ich die Strafe nun zahle und damit die Strafe anerkenne , hat die geschädigte somit wohl auch automatisch Anspruch auf Schmerzensgeld ?

Wie hoch kann ein Schmerzensgeld in dem Fall sein ?

Aus dem Strafbefehl geht nicht hervor ob die starke Alkoholisierung berücksichtig wurde.

Ich möchte mich hier nicht vor eine Strafe drücken und bin bereit diese zu zahlen, darüber hinaus ein angemessenes Schmerzensgeld !!
Trotzdem kommt es mir eigenartig vor das ich mich nicht mehr zu alledem äußern musste/konnte.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen auf Grundlage ihrer Angaben wie folgt:

Sie können gegen den Strafbefehl innerhalb von 2 Wochen nach Zustellung Einspruch einlegen (§ 410 StPO). Das Verfahren würde dann in ein Gerichtsverfahren vor dem Amtsgericht übergehen. Inwieweit dies sinnvoll ist, lässt sich noch nicht sagen. Der Einspruch kann allerdings bis zur Haupverhandlung zurück genommen werden, auch in der Verhandlung wäre es noch möglich. Der Einspruch an sich kostet auch nichts, wenn Sie ihn selbst einlegen. So könnte z.B. nach dem Einspruch zunächst einmal Akteneinsicht genommen werden, um zu erfahren, was dem Strafbefehl zugrunde liegt. Dies ist durchaus sinnvoll.

Die Geschädigte hätte zwar nicht automatisch durch Rechtskraft des Strafbefehls einen Anspruch auf Schadensersatz, allerdings besteht die Gefahr, dass ihr die Beweisführung etwas einfacher fallen wird. Sie müsste jedenfalls ein gesondertes Zivilverfahren gegen Sie anstrengen, bei dem aber ohnehin auch ohne Strafbefehl die Strafakte beigezogen und die Erkenntnisse genutzt werden können.

Schmerzensgelder fallen in Deutschland sehr unterschiedlich und immer bezogen auf den Einzelfall aus. Es dürfte maßgeblich auch davon abhängen, ob die Verletzungen behandlungsbedürftig waren, wie lange die Genesung dauerte und inwieweit eine Arbeitsunfähigkeit vorlag. Ich würde grob aber von einem mittleren 3-Stelligen Wert ausgehen.

Aus dem Strafbefehl könnten Sie ggf. erkennen, ob eine Vorschrift § 21 StGB dort genannt wird. Dann wäre die Alkoholisierung wohl berücksichtigt worden. Ansonsten würde das auch durch die Akteneinsicht feststellbar sein.

Die Tagessatzhöhe entspricht einem Einkommen von etwa 600,- netto (ohne Unterhaltsverpflichtungen). Die Anzahl liegt eher im unteren Bereich. Sollten Sie weniger Einkommen zur Verfügung haben, wäre auch eine Beschränkung des Einspruch auf die Höhe oder Anzahl möglich.

Einen Anspruch auf rechtliches Gehör haben Sie auch im Strafbefehlsverfahren, der bei Missachtung ggf. auch aus diesem Grund aufzuheben wäre. Allerdings meinen viele Gerichte, dass die Vernehmung im Rahmen des folgenden gerichtlichen Verfahren diesen Mangel heilen kann.

Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte.

Bei Fragen, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Nicolas Reiser
Rechtsanwalt

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