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Kauf Wohnmobil mit versteckten Mängeln

| 19.11.2010 13:31 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Hallo,

wir haben am 02.11.2010 ein gebrauchtes Wohnmobil gekauft und am 13.11.2010. der Verkäufer ist ein Gebrauchtwagenhändler/in, der das Wohnmobil als privat verkauft hat, im Internet (mobile.de) hat er es in Kundenauftrag ausgewiesen.
Im Kaufvertrag stand aber die Firmeninhaberin. Leider ist der Kaufvertrag durch unglückliche Umstände (habe alle Papiere incl. Kaufvertrag in ein Fach am Armaturenbrett gesteckt, bin dann zurück zum eigenen PKW, um den Kindersitz für meinen Sohn zu holen. Zwischenzeitlich hat der Verkäufer das Womo zu uns vom Platz gefahren und die Tore geschlossen. Zuhause 320 km entfernt, habe ich festgestellt, das der Kaufvertrag fehlt) verschwunden, habe aber einen Zeugen. Bei Besichtigung festgestellte Schäden waren:

Ablösende Tapeten im Küchenbereich, ausgelöst laut Verkäufer durch ein undichtes Fenster (das gehört nur mal nachgedichtet und die Tapeten erneuert) und Alufrass am Alkovenseitenwand (ist aber dicht und trocken). Ich konnte als Laie keine morschen und weitere feuchte Stellen (war auch mit ca. 7 Grad ziemlich kalt und bereits duster) außer um neben und unterhalb des Fensters feststellen, alle Tapetten oberhalb des Fensters waren intakt.

Erst als wir das Wohnmobil abgeholt haben und (2 Tage darauf) ich diese Stelle aufarbeiten wollte, habe ich festgestellt, das es bei weitem Schlimmer ist. Nach Entfernung des Fensterrahmens, habe ich gesehen, das die Stelle pitschnass und schwarzflüssig ist. ich habe daraufhin einen Fachmann zurate gezogen, der dann feststellte, dass die Feuchtigkeit von oben kommt (über unsachgemäss angebrachte Schrauben und Dachleisten) die Wand ist "abgesoffen" und der Auffenthalt im Womo ist gesundheitsgfährdend. Desweiteren wurde festgestellt, das der Alkovenunterbau teilweise morsch ist (lt. Gutachter vom Laien nicht erkennbar), Kosten ca. 8000€.

Ich habe den Händler um Rücknahme des Fahrzeuges und Rückerstattung (telefonisch am 17.11.2010) des Kaufpreises (5950€)
gebeten. Dieser weigert sich, da es ein Privatverkauf war und er davon nichts wusste! Ist er damit im Recht? Welche Rechte habe Ich?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.


Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

gerne beantworte ich Ihre Fragen auf Grundlage Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Nach erster Einschätzung, dürften die von Ihnen geschilderten Mängel bereits bei Übergabe der Kaufsache vorhanden gewesen sein. Dies hat zur Folge, dass Ihnen grundsätzlich die Rechte nach § 437 BGB: Rechte des Käufers bei Mängeln zustehen. Somit können Sie u.a. vom Kaufvertrag zurücktreten und die Rücknahme des Fahrzeuges sowie Rückzahlung des Kaufpreises verlangen.

Für den Autohändler wird es nicht reichen, wenn er sich nunmehr auf einen Privatverkauf und auf Nichtwissen der Mängel beruft. Er müsste nämlich zunächst darlegen und nachweisen, dass der Wohnmobilverkauf unter Ausschluss der Gewährleistungsrechte stattfand. Gegen einen Privatverkauf spricht bereits, dass der Kaufvertrag - Ihren Angaben zufolge - im Namen der Firmeninhaberin abgeschlossen wurde. Darüber hinaus trifft dem Autohändler eine Untersuchungspflicht, wenn er einen konkreten Verdacht auf einen Fahrzeugmangel hat. Die abgelösten Tapeten hätten dem Verkäufer dazu veranlassen müssen, diesbezüglich umfassend aufzuklären und nicht lediglich auf undichte Stellen zu verweisen.

Schließlich empfehle ich Ihnen, dem Verkäufer gegenüber schriftlich den Rücktritt vom Kaufvertrag zu erklären und unter Fristsetzung zur Rücknahme des Wohnmobils und zur Rückzahlung des Kaufpreises aufzufordern. Lässt der Verkäufer daraufhin die Frist verstreichen, sollten Sie einen Rechtsanwalt vor Ort aufsuchen und ihn mit der weiteren Bearbeitung der Angelegenheit beauftragen.

Abschließend hoffe ich, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage vermittelt zu haben und bedanke mich für eine positive Bewertung.

Rückfrage vom Fragesteller 19.11.2010 | 15:05

Hallo,

ist er verplichtet das Fahrzeug abzuholen und mir meine bisherigen Auslagen z.b. Benzin für 640 km, Diesel für 320 km, Schilder für 5-Tages-Zulassung 26€, Anmeldegebür 10,50€, Versicherung 30€?

Gilt das auch, obwohl der Kaufvertrag verschwunden ist (evtl. von ihm entwendet wurde)?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.11.2010 | 15:54

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

vielen Dank für Ihre Nachfragen, die ich wie folgt beantworten möchte:

Der Verkäufer ist nach wirksamen Rücktritt vom Kaufvertrag verpflichtet, das Fahrzeug bei Ihnen abzuholen, weil nach herrschender Auffassung der Rechtsprechung der gemeinsame Leistungsort für den Rücktritt nach § 437 BGB: Rechte des Käufers bei Mängeln der Ort ist, an dem sich die Kaufsache vertragsgemäß befindet, BGH <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201983,%201479" target="_blank" class="djo_link" title="NJW 1983, 1479 (2 zugeordnete Entscheidungen)">NJW 1983, 1479</a>.

Die Erstattung der übrigen Kosten können Sie zwar nicht im Rahmen der Rückabwicklung des Kaufvertrages ersetzt verlangen, wohl aber u.U. aus Schadensersatzgesichtspunkten nach § 437 BGB: Rechte des Käufers bei Mängeln , § 280 BGB: Schadensersatz wegen Pflichtverletzung .

Da Sie für den Abschluss des Kaufvertrages einen Zeugen benennen können, spielt es für die vorgenannten Rechte keine Rolle, dass Sie den Kaufvertrag nicht mehr haben.

Ich hoffe, Ihnen auch mit der Beantwortung der Nachfrage weitergeholfen zu haben und bedanke mich für eine positive Bewertung.

Bewertung des Fragestellers 20.11.2010 | 12:54

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