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Ist Spekulationssteuer fällig, wenn nur ein Teil verkauft wird?

30.09.2013 20:21 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: Die "Spekulationssteuer" stellt eine Ausnahme einer Besteuerung privater Veräußerungsgeschäfte dar. Der entstandene Gewinn (Erlös abzgl. Anschaffungskosten abzg. Erwerbskosten) erhöht die Gesamteinkünfte und wird mit dem sich daraus ergebenden persönlichen Steuersatz besteuert.

Guten Abend,
wir haben Ende 2005 einen Dreiseithof (mit Landwirtschaftsfläche, Grünfläche und Hoffläche mit 3 Gebäuden = 7,5ha) für insgesamt 72000,00 € gekauft. Ein Verkehrswertgutachten lag und liegt jetzt auch nicht vor. Alle Flächen stehen im Grundbuch unter einer lfd. Nummer (= ein Buchgrundstück) mit 4 Flurstücken. Im Kaufvertrag ist die Gesamtsumme von 72000,- € nicht auf die einzelnen Flurstücke aufgeteilt. Jetzt, vor der 10 Jahresfrist, wollen wir 3 Flurstücke mit 5,4 ha Landwirtschaftsfläche für ca. 70000,00 € verkaufen, welche seit dem Kauf noch bis 2022 an einen ortsansässigen Bauern verpachtet sind.
Kann das Finanzamt sagen, dass wir Spekulationssteuer auf die ca. 70000,00 € zahlen müssen, auch wenn wir keinen Gewinn gemacht haben und ein Flurstück mit der Restfläche (Hoffläche, Gebäude und Grünfläche weiterhin selbstgenutzt) übrig bleibt?
Wenn eine Spekulationssteuer fällig ist, wie hoch ist diese und welche Summe (der "Gewinn" oder die gesamte Summe) ist dafür einschlägig?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung, des gebotenen Einsatzes und aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworten möchte:

Grundsätzlich ist ein Veräußerungsgewinn, der bei der Veräußerung von Grundstücken entsteht, zu versteuern.

Handelt es sich um den Verkauf eines Grundstückes, welches zum Privatvermögen gehört, nennt man die dann anfallende Einkommensteuer auch Spekulationssteuer.

Ausgenommen sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden, § 23 I Nr.1 S 3 EStG.

Hierunter fällt nur ein kleiner Teil der damals von Ihnen erworbenen Grundstücks.

Wollen Sie den anderen Teil verkaufen, muss dieser "abgetrennt" betrachtet werden und ein aus dem Verkauf entstehender Gewinn versteuert werden.

Dabei gilt: Zusverteuern ist nur der Gewinn, also Verkaufspreis, abzüglich Anschaffungskosten, abzüglich sonstige Erwerbskosten.

Es muss entsprechend ermittelt werden, welcher Betrag der damals gezahlten 72.000,00 € auf die zu veräußernden 5,4 Hectar entfiel.

Hierzu gibt es komplizierte Bewertungsverfahren, die in diesem Rahmen nicht erläutert werden können. Grundsätzlich wird das Finanzamt eine Bewertung vornehmen. Sind Sie hiermit nicht zufrieden, empfiehlt sich, ein Verkehrswertgutachten in Auftrag zu geben. Bestensfalls klären Sie die genaue Vorgehensweise mit Ihrem Steuerberater.

Die Höhe der Spekulationssteuer hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz ab: Es wird der Gewinn ermittelt (s.o), dieser wird Ihrem sonstigen Einkommen (Arbeitslohn, Einkommen aus selbständiger Tätigkeit, Pachteinnahmen) hinzugerechnet. Aus diesem Gesamteinkommen berechnet sich dann die Gesamtsteuer anhand Ihres persönlichen Steuersatzes.

Bitte beachten Sie, dass diese Webseite lediglich dazu dient, Ihnen einen erste Einschätzung zur Rechtslage zu liefern. Eine ausführliche und persönliche Beratung soll und kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Außerdem kann das Fehlen oder Hinzufügen wesentlicher Angaben im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Einschätzung führen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Baur, Rechtsanwalt

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