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Inkasso-Forderung (Titel aus dem Jahre 1991)

| 31.01.2019 15:52 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Hallo,

ein Familienmitglied hat in den 90er-Jahren etwas gekauft/bestellt und anscheinend nicht bezahlt.
Als Familienangehöriger (wir wohnen im selben Haushalt) habe ich mitbekommen, wie ein Inkasso-Unternehmen zuletzt (oder immer mal wieder) persönlich und telefonisch versucht hat eine Begleichung der Forderung zu erzielen bzw. eine Ratenzahlung zu vereinbaren (allerdings ohne Erfolg - mit der Aussage des Schuldners, dass die Forderung erledigt sein müsse/ eine Ratenzahlung nicht zielführend sei).
Ich habe nun in Absprache und im Namen meines Familienangehörigen den Vollstreckungsbescheid und die Forderungsaufstellung angefordert, die uns nun vorliegt:
Die Hauptforderung beläuft sich auf ca. 2400,- Euro und den größten Teil nehmen die Zinsen (ca. 8550,- Euro - neben der Inkassovergütung (ca. 1060,- Euro) und Anwaltsgebühren/Verfahrensvergütung (ca. 720,- Euro)) ein.
Die Gesamtforderung beträgt ca. 12600,- Euro.
Es wurden laut Aufstellung Zahlungen in Höhe von ca. 300,- Euro geleistet (muss aber schon einige Jahre (über 20 Jahre?) her sein).
Der Vollstreckungsbescheid ist aus dem Jahre 1991 und der Antragsteller ist das Inkassounternehmen selber ("Forderung gemäß nicht vollstreckbarem Vergleich vom xx.xx.1990. Gemäß Abtretung vom xx.xx.1991 der Firma xyz.").
Nun habe ich dem Inkasso-Unternehmen im Namen des Schuldners (mit dem Hinweis Familienangehörige um finanzielle Unterstützung gebeten zu haben) einen Vergleich von zunächst 1000,- Euro (wurde nicht angenommen mit der Antwort: "Allerdings können wir auf dieser Basis nicht zu einem Vergleich kommen, der beide Parteien zufrieden stellt" und "Die Bemühungen um einen gütlichen Vergleich sind daher vorerst gescheitert, so dass wir weisungsgemäß wieder Inkasso-Maßnahmen ergreifen müssen"), und nun 1750,- Euro angeboten.
Da der Schuldner bereits älter ist und nur eine kleine (Alters-)Rente bezieht und ich als Familienangehöriger die Sache gerne aus der Welt schaffen möchte und mich bereits finanziell mit den o. g. Beträgen weit aus dem Fenster lehne, möchte ich nun klären, was ich noch für Möglichkeiten habe bzw. was nun das beste weitere Vorgehen ist?!
MfG

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ihre Möglichkeiten (als Nicht-Schuldner) sind beschränkt.

Ein Vergleich ist nur möglich, wenn auch der Gläubiger zustimmt.

Ein Verbraucherinsolvenzverfahren mit anschließender Restschuldbefreiung wäre denkbar. Ansprechpartner kann hier die Schuldnerberatung z.B. der Caritas sein.

Jedenfalls sind Zinsen (ohne Verjährungshemmung durch Verhandlungen) aus der Zeit vor 2016 verjährt. Die Zinsforderung wäre allenfalls in Höhe von rund 306 € berechtigt, 406 € wenn die Verhandlungen bereits 2018 liefen.

DIe Höhe der Inkassovergütung erscheint zu hoch.

1.750 € sind rund 73 % der Hauptforderung.

> Berufen Sie sich auf die Verjährung der Zinsen, die Überhöhung der Inkassokosten. Teilen Sie mit, dass ein Verbraucherinsolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung in Erwägung gezogen wird und wiederholen Sie Ihr letztes Angebot, das die Gegenseite innerhalb von drei Wochen annehmen könne oder einen konkreten realistischen Gegenvorschlag machen soll.

Wenn das nicht fruchtet, könnte auch ein Rechtsanwalt / eine Rechtsanwältin mit der Korrespondenz mit der Gegenseite beauftragt werden. Mit einem Beratungshilfescheinfür vom Amtsgericht Ihr Familienmitglied kostet das lediglich 15 €.
Ob die Voraussetzungen für einen Beratungshilfeschein erfüllt sind können Sie unter pkw-rechner.de in Erfahrung bringen.

Der Rechtsbeistand kann versuchen der Inkassofirma klar zu machen, dass der einzige Weg, an Geld zu kommen, der Vergelich ist.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 31.01.2019 | 18:17

Vielen Dank für die Informationen.

Ich werde mit dem Schuldner das Inkasso-Unternehmen darauf hinweisen, dass ich die Rechtmäßigkeit der aufgeführten Kosten in der Forderungsaufstellung bezweifle (u. a. aufgrund der Verjährung der Zinsen) und nochmals ein Vergleichsangebot unterbreiten.
Welche Verjährungshemmnisse wären ggf. noch zu berücksichtigen und muss bei Annahme des Vergleichs eine schriftliche Zustimmung des Inkasso-Unternehmens erfolgen oder gar der Vollstreckungsbescheid herausgegeben werden?

Danke und mfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2019 | 19:40

Sehr geehrter Ratsuchender,

idealerweise - aus Nachweisgründen - sollte eine schriftliche Einigung getroffen werden.

Wenn es eine Einigung gibt und die Angelegenheit beendet ist, ist auch der Vollstreckungstitel herauszugeben.

Neben der Verjährungshemmung (durch Rechtsverfolgung und Verhandlungen) gibt es auch noch den Neubeginn der Verjährung durch Anerkenntnis der Forderung oder Vollstreckungshandlungen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 03.02.2019 | 11:45

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