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Forderung aus dem Jahr 1995, jetzt Forderung durch Proceed Inkasso

02.03.2012 07:45 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Hallo!
Ich bin neu hier im Forum und habe eine Frage.
Seit einiger Zeit werde ich immer wieder von einem Inkasso Unternehmen Namens Proceed angeschrieben.
Vor 1 Woche kam dann ein Schreiben von einem Rechtsanwaltsbüro.
Dieses Anwaltsbüro habe ich dann angerufen und gebeten, dass man mir die Unterlagen zu diesem Vorgang zuschickt.
Heute habe ich dann einen Brief, wieder von dem Inkassobüro erhalten.
In diesem Brief war die Ablichtung des Vollstreckungsbescheides von 1995 und etwa 4 Seiten über die Kostenaufstellung.
Die Hauptforderung von 1995 gab es sicher. Das will ich nicht bestreiten. Sie ist vom Quelle Versandhaus.
Aber:
Damals hatte ich viele Schulden und bin zu einer Schuldnerberatung gegangen.
Mein Vater hat mir damals bei einigen Gläubigern geholfen. Aber ansonsten habe ich meine Schulden alle bezahlt, da ich immer gearbeitet habe.
Vor 2 Jahren war ich so "leichtsinnig" dem Inkassobüro 100 € zu überweisen. Aber diese Zahlung ist auch aufgeführt.
Man ist mir damals ziemlich auf die Pelle gerückt und aus lauter Angst, dass jetzt alles von vorne los geht habe ich schon mal eine Teilahlung geleistet.
Meine Frage ist jetzt:
Ich kann nicht beweisen, dass die Forderung beglichen ist. Da ich aus dieser Zeit keine Unterlagen mehr habe, da ich ja davon ausging, dass alles beglichen ist.
Hat der damalige Gerichtsvollzieher vielleicht noch Unterlagen (ich weiß nicht einmal ob der noch im Amt ist) ?
Die ganze Zeit ist ein Verzugsschaden aus der Hauptforderung aufgeführt.
Was ist das eigentlich? Und muss ich das alles zahlen?
Seit 1995 sind allein über 120€ an Zinsen entstanden, muss ich diese vollständig zahlen?
Man hat mir mitgeteilt, dass man versucht hätte, mein Konto zu pfänden, dass ich aber kein Konto mehr bei der Bank hätte.
Das stimmt aber nicht, ich habe eines.
Woher weiß ich eigentlich, dass dieses Inkassobüro diese ganzen Forderungen einfordern darf?
Im letzten Brief, der ja von einem Anwaltsbüro der SH Rechtsanwälte Stamenkovic kam, stand ich sollte nur Kontakt zu denen aufnehmen.
Das neue Schreiben kommt jetzt wieder von Proceed und ich soll alles nur an sie richten.
Habe ich es jetzt mit beiden zu tun?
Woher weiß ich denn dass man nicht einfach nur mal auf blauen Dunst versucht, die Forderung noch einmal einzutreiben??
Und im Anhang der 4 Zettel habe ich gesehen, dass das Geld, das ich bezahlt habe nicht auf die Hauptforderung angerechnet wurde, sondern auf die Kosten. Ist das Rechtens?
Es ist ja nicht so, dass ich gar nichts bezahlen will, sollte die Forderung tatsäschlich noch bestehen, was ich ja wie erwähnt nicht glaube, aber eben nicht mehr .
Ich weiß, das Ganze liest sich vielleicht etwas konfus und ich habe ziemlich viele Fragen, aber vielleicht kann da jemand weiter helfen.

Sehr geehrte Ratsuchende,

guten Morgen und vielen Dank für Ihre Frage.

Bevor ich Ihre Fragen beantworte, erlauben Sie mir bitte folgenden Hinweis:

Sie bieten zur Beantwortung Ihrer Fragen einen Einsatz, welcher 3 Euro über dem Mindesteinsatz liegt, welcher für eine einfache Frage gedacht ist. Sie stellen jedoch mehrere Fragen. Nach Abzug der Systemgebühren verbleibt dem beratendem Anwalt jedoch nicht einmal die Hälfte des Einsatzes. Bitte haben Sie daher Verständnis dafür, dass für den von Ihnen gewählten Einsatz keine umfassende Beratung stattfinden kann.

Dies vorweggeschickt beantworte ich Ihre Fragen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt:

Sofern eine Hauptforderung nebst Nebenforderung, Kosten und Zinsen über einen Vollstreckungsbescheid tituliert wurde, unterliegt diese Forderung einer 30 jährigen Verjährungsfrist.

Diese Frist gilt also auch für die Zinsen, die mit dem Vollstreckungsbescheid festgestellt wurden. Die laufenden Zinsen unterliegen jedoch grundsätzlich der allgemeinen Verjährung nach § 195 BGB von drei Jahren.

Bei Ihnen könnten daher schon ein Großteil der laufenden Zinsen verjährt sein. Dies müsste man aber anhand Ihrer Unterlagen noch abschließend prüfen.

WICHTIG: Diesbezüglich müsste dann von Ihnen die Einrede der Verjährung erhoben werden!

Zinsen fallen grundsätzlich in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz an.

Errechnen können Sie dies unter http://basiszinssatz.info/zinsrechner/index.php ausrechnen.

120 Euro an Zinsen über 17 Jahre sind aber nicht ungewöhnlich, es kommt aber auf die Höhe der Forderung an.

Sofern Sie Zahlungen auf die Forderungen vornehmen, so bestimmt § 367 Abs. 1 BGB, dass die Leistung zunächst auf die Kosten, dann auf die Zinsen und zuletzt auf die Hauptforderung angerechnet wird, sofern keine andere Bestimmung getroffen wurde.

Sie können natürlich einwenden, die Forderung bereits bezahlt zu haben. Hierfür sind Sie jedoch beweispflichtig.

Zahlungen sollten Sie grundsätzlich nur an den Gläubiger direkt vornehmen. Sofern sich der Gläubiger rechtsanwaltlich vertreten lässt, können Sie auch an diesen Zahlungen vornehmen, sofern die Kanzlei ordnungsgemäß bevollmächtigt wurde und auch zum Empfang von Geld befugt ist ( Vollmacht vorlegen lassen ).

Ich kann Ihnen nur empfehlen Ihre Unterlagen einmal rechtsanwaltlich prüfen zu lassen. Vielleicht bietet es sich bei Ihnen auch an, zu versuchen, einen Vergleich mit dem Gläubiger zu erzielen.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen und einen ersten Überblick über die rechtliche Situation gegeben.

Ihnen noch einen schönen Tag!

Mit freundlichen Grüßen aus Achim,

Moritz Kerkmann
Rechtsanwalt

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