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Immobilienverkauf nach Scheidung - kann ich eine Zwangsversteigerung beantragen?

| 20.10.2012 16:48 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Ich habe 1987 in einem verlassenen Bergdorf auf einer griechischen Insel ein kleines Grundstück mit einem Teil einer Naturstein Gebäuderuine gekauft - seinerzeit etwa 4000 DM bezahlt. Da die Insel im Grenzgebiet liegt, durfte ich als Ausländer dort nicht kaufen, daher hat meine Freundin (Griechin), die damals studiert hat, den Kaufvertrag unterschrieben. Ich war dort als Lehrer angestellt. Nachdem ich den erworbenen Gebäudeteil saniert hatte, habe ich - seit 1988 mit dieser Freundin verheiratet, den zweiten, etwas größeren Gebäudeteil erworben für etwa 8000 DM. Auch diesen Kaufvertrag hat meine nunmehrige Frau unterschrieben. Bezahlt habe ich in beiden Fällen alleine. Dann habe ich das komplette Gebäude saniert: komplettes neues Dach auf Betonringanker, Fenster, Innenwände, Innenputz, Außenputz, Fußböden (das war alles nicht drin bzw. kaputt), Terrassen und drei komplett neue Anbauten für Bad, Sauna, Toilette und Werkstatt. Wir haben dort zwei Kinder aufgezogen und sind 1996 gemeinsam nach Deutschland zurück gekehrt. 2006 haben wir uns einvernehmlich scheiden lassen. Abgesprochen war, das Haus zu verkaufen und den Erlös zu gleichen Teilen zu teilen. Das Haus ist bald nach der Rückkehr nach Deutschland vermietet worden - nach der Scheidung habe ich die Miete bekommen (185 Euro/Monat), weil meine Exfrau eine weitere Immobilie in GR besitzt, die vermietet worden ist. Mit dem Einverständnis meiner Exfrau habe ich das Haus an einen griechischen Makler geben, der es seit Jahren anbietet. Nunmehr besteht ein seriöses Angebot über den Kauf i.H. v. 75 Tausend Euro. Ich möchte dringend verkaufen, weil unser gemeinsamer Sohn finanzielle Unterstützung bei seinem Studium braucht. Indes beansprucht meine Exfrau nun den gesamten Erlös, da das Grundstück und das Haus ja ihres sei. Dabei ist hinzuzufügen, das das Gebäude nach Auskunft des Maklers nach dem Auszug der jetzigen Mieter (Kündigung liegt vor) in kürzester Zeit erneut generalsaniert werden müsste. Ein erheblicher Wertverfall wäre zwangsläufig die Folge.
Frage ist nun, welche Möglichkeiten ich habe: kann ich eine Zwangsversteigerung beantragen? Da wir keine Gütertrennung vereinbart hatten müsste ich ja zumindest an der Wertsteigerung des Objektes (um etwa 1000 Prozent) beteiligt sein. Wie kann ich diese einklagen? Welche Möglichkeiten hätte ich sonst noch?

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung gehe ich davon aus, daß Ihre geschiedene Ehefrau Alleineigentümerin des Grundstücks ist und daß bislang der Zugewinnausgleich nicht durchgeführt wurde.

Die Problematik des Hauses gehört zum Rechtskreis des Zugewinnausgleichs.


2.

Der Anspruch auf Durchführung des Zugewinnausgleichs entsteht bei der Scheidung mit Rechtskraft der Scheidung. Die Scheidung wird in Ihrem Fall im Jahr 2006, vielleicht auch Anfang 2007, wenn der Scheidungstermin im Dezember 2006 stattgefunden hat und kein Rechtsmittelverzicht erklärt worden ist, rechtskräftig geworden sein.

Der Anspruch auf Zugewinnausgleich unterliegt der gesetzlichen Verjährung. Wird diese nicht unterbrochen oder gehemmt, wofür hier keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, verjährt der Anspruch auf Zugewinnausgleich regelmäßig nach drei Jahren; vgl. § 195 BGB.

Für Sie bedeutet das, daß dann, wenn die Ehe im Jahr 2006 rechtskräftig geschieden wurde, Verjährung zum 31.12.2009 eingetreten ist. Trat die Rechtskraft der Scheidung erst im Jahr 2007 ein, wären die Ansprüche am 31.12.2010 verjährt.


3.

Infolge Verjährung scheidet die Durchführung des Zugewinnausgleich aus mit der Folge, daß auch der Erlös aus dem Hausverkauf allein der geschiedenen Ehefrau zufällt.

Die Zwangsversteigerung können Sie nicht beantragen, da Sie keine anteiligen Ansprüche auf das Haus haben.

Ich bedauere, Ihnen keine günstigere Mitteilung machen zu können.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Raab, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.10.2012 | 17:45

gilt dies auch obwohl ich den verkauf über den makler schon vor der scheidung, etwa 2005 initiiert hatte und dort jedes jahr interessenten vorhanden waren - es ist halt nicht zum verkauf gekommen?
übrigens haben wir im scheidungsverfahren beidseitig auf versorgungsausgleich verzichtet

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.10.2012 | 17:59

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Bei Grundstücksgeschäften bedarf es der notariellen Beurkundung. Daß Sie einen Makler beauftragt haben, ist für den Eintritt der Verjährung ebenso ohne Bedeutung wie die Tatsache, daß es Kaufinteressenten gegeben hat.

Die Verjährung hätte nur durch Einreichung einer Klage bezüglich des Zugewinnausgleichs unterbrochen werden können.


2.

Daß auf die Durchführung des Versorgungsausgleichs verzichtet worden ist, hat keine Auswirkung auf das Ergebnis in diesem Fall.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 20.10.2012 | 18:13

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Stellungnahme vom Anwalt:
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