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Hundebiss trotz vorheriger Warnung - was passiert nun?

| 19.04.2013 18:27 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung: Hundebiss in den USA.

Ich lebe in den USA und besuche meine Mutter, die eine Pflegerin hat, der ich schon mehrere Male gesagt, dass mein Hund keine Fremden mag, als sie ihn anfassen wollte.
Ich verwahre den Hund immer sicher in einem Kaefig, wenn sie zur Arbeit kommt.
Heute nun habe ich sie auf der Strasse getroffen als ich mit meinem Hund vom Spaziergang kam. Wir sind zusammen ins Haus gegangen, haben den Lift benuetzt, vor der offenen Wohnungstuer habe ich sie gebeten zu warten, bis ich meinen Hund versorgt hatte, da er nur in der Wohnung sehr beschuetzend ist. Trotz zweimalige Warnung ist sie einfach trotzdem in die Wohnung gegangen und mein Hund hat sie ins Bein gezwickt.
Sie hat ein riesiges Geschrei gemacht, obwohl auf der Hose keinerlei Schaeden ersichtlich waren. Sie hat sofort das Knie wie verrueckt angefangen zu reiben und ist dann ohne irgenwelche Beeintraechtigung weggegangen. Sie ging zu ihrer Hausaertzin und ihrem Arbeitgeber. Anscheinend hat sie das Knie so bearbeitet, dass es rot war. Zwei Zahnabdruecke waren wohl ersichtlich, jedoch keine Wunde und kein Blut.. Sie hat sich anschliessend ins Krankenhaus einweisen lassen.
Mehr weiss ich im moment nicht.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes Ihre Frage wie folgt beantworten:

Da hier US-amerikanisches Recht bzw. das Recht des Bundesstaates zur Anwendung kommt, in dem Sie leben, haben Sie bitte Verständnis, dass hier nur eher generelle Aussagen zur Rechtslage gemacht werden können.

1. Soweit ersichtlich besteht für Hundehalter eine der deutschen Tierhalterhaftung verwandte Haftungsgrundlage.

In Deutschland haftet der Tierhalter grundsätzlich für alle Schäden, die aus der sog. Tiergefahr resultieren, d.h. auf ein tiertypisches Verhalten, das sich einer vollständigen Kontrolle entzieht, zurückzuführen sind.

In den USA ist aber darüber hinaus erforderlich, dass dem Tier eine besondere über das normale Maß für seine Art hinausgehende Gefahr innewohnt.
Zudem müsste der Tierhalter dies gewusst haben. Dies ergibt sich aus Abschnitt 462 der California Civil Jury Instructions (CACI).

Hierfür kann sprechen, dass sich Ihr Hund nach Ihrer Schilderung nicht gut auf Fremde reagiert und sich im Bereich der Wohnung besonders beschützend verhält.

2. Nach dem in den USA grundsätzlich geltenden Common Law liegt die Beweislast hierfür jedoch beim Anspruchsteller.

Auch für alle übrigen Umstände, auf die er einen Anspruch stützt, liegt die Beweislast beim Anspruchsteller.

Dies sind hier ebenfalls, der Eintritt einer Verletzung und Ihr Ausmaß, die Erforderlichkeit einer ärztlichen Behandlung, etwaige Arbeitsunfähigkeit und sonstige Umstände, die für das Bestehen und die Höhe eines Anspruches auf Schadensersat und Schmerzensgeld relevant sind.

Während in Deutschland auch im Falle eines tatsächlich statt gefundenen leichten Hundebisses ins Bein in aller Regel allenfalls ein Schmerzensgeld von etwa 200 – 300 € in Betracht kommt, kann dies in den USA anders sein.

Zumindest aus den in Deutschland bekannten Nachrichten ist zu entnehmen, dass dort für relativ geringe Verletzungen horrende Schmerzensgelder zugesprochen werden. Genaue Kenntnis besteht meinerseits darüber jedoch nicht.

Auf Grund des anders gelagerten Sozialversicherungssystems in den USA wäre zudem mit der Geltendmachung von Arztbehandlungskosten und Verdienstausfall wegen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen.

3. Nach dem Common Law gilt grundsätzlich auch, dass ein Mitverschulden der (angeblich) geschädigten Person zu berücksichtigen ist.

Insofern könnte die Tatsache, dass die Pflegerin trotz deutlichen Hinweises die Wohnung betrat, als Mitverschulden zu behandeln sein.

Nach Common Law führt das Mitverschulden in der Regel zum völligen Ausschluss des Anspruches (anders als nach deutschem Recht, wo es grundsätzlich zu einer Anspruchsminderung kommt).

Da die Annahme eines Mitverschuldens insofern eine sehr einschneidende Konsequenz hat, wäre nicht unwahrscheinlich, dass die Gerichte davon nur zurückhaltend Gebrauch machen.

4. Sofern Sie eine Hundehalterhaftpflicht haben, würde ich Ihnen raten, den Schaden dort umgehend vorsorglich zu melden.

Sofern Sie mit einer Schadenersatz- /Schmerzensgeldforderung konfrontiert werden, ist anzuraten, einen amerikanischen Anwalt vor Ort zu konsultieren.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 19.04.2013 | 20:38

Vielen Dank fuer Ihre Antwort. In den USA werden Hundebisse von der Animalcontrol inzwischen behandelt und da wird nur geprueft, ob der Hund seine Tollwutimpfung und sein License hat. Es ist nicht richtig, dass riesige Summen bezahlt. Wenn jedoch ein Mensch einen anderen angreift,
sieht die Sache anders aus, dort werden riesige Summen verlangt und machmal auch bezahlt.
Ihre Antwort hat mir sehr geholen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.04.2013 | 20:50

Vielen Dank für den Nachtrag.

Wenn die Antwort Ihnen sehr geholfen hat, verstehe ich die weit unterdurchschnittliche Bewertung jedoch nicht.

Bewertung des Fragestellers 19.04.2013 | 20:40

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

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Stellungnahme vom Anwalt:
Sie gaben an, die Antwort hätte Ihnen sehr geholfen.

Aus Ihrer Nachfrage geht kein weiterer Klärungsbedarf oder eine inhaltliche Nachfrage hervor.

Daher ist die Bewertung nicht nachvollziehbar.
Besten Dank auch.