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Hundebiss auf einem Agilitytunier

18.11.2010 21:44 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


17:27
Wurde am 1.08.09 auf einem Agilitytunier von einem Hund unserer Tunierhundegruppe in den Unterarm gebissen.

Der Hund hatte aufgrund der Hitze Kreislaufprobleme worauf die Hundehalterin mit dem Hund wieder zu Ihrem Platz im Pavilion zurückkehrte. Ich gab der Hundehalterin von mir einen großen Wassernapf damit Sie dem Hund die Pfoten kühlen konnte. Daraufhin wollte die Hundehalterin den Hund mit ca.18 kg in eine Stoffhundbox die mit einem Reisverschluss verschlossen wird reingeben. Sie hilt den Hund am Halsband. Ich stand neben der Box und sagte Ihr, daß ich die Box aufhalte. Ich hatte die Box noch nicht berührt, da war ich auf den knien und hatte Bisswunden am Unterarm.

Nach langem hin und her bis wir nach ca. 5 Monaten und durch Zusendung eines Mahnbescheids endlich eine Versicherungsgesellschaft hatten und diese alles angezweifelt hatt, sind wir vor Gericht gegangen. Dort wurde in beiden Terminen von der Richterin ein Vergleich vorgeschlagen, dieser wurde aber von der gegenseite abgelehnt.
Nun wurde die Klage abgewiesen und mir wurde die schuld zugewiesen.

Wie soll ich nun weiter verfahren. Frist endet am 6. 12. 10

Vielen dank im Voraus.
18.11.2010 | 22:28

Antwort

von


(106)
Anwandener Straße 43
90431 Nürnberg
Tel: 0911 25395207
Web: http://www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Gegen ein Urteil des Amtsgerichts kann, sofern der Beschwerdegegenstand 600 EUR übersteigt, Berufung eingelegt werden (§ 511 BGB). Die Berufungsfrist beträgt einen Monat und beginnt mit der Zustellung des Urteils, zuständig ist das Landgericht. Am Landgericht herrscht Anwaltszwang, das heißt, wenn Sie Berufung einlegen wollen, sollten Sie rechtzeitig einen Anwalt Ihrer Wahl vor Ort damit beauftragen, der dann auch die Erfolgsaussichten prüfen wird.

Ich denke, das Urteil sollten Sie in jedem Fall von einem Kollegen überprüfen lassen, denn ohne die Einzelheiten zu kennen, scheint die Entscheidung zumindest ungewöhnlich:

Gem. § 833 BGB haftet der Tierhalter für Schäden, die vom Tier verursacht werden und zwar unabhängig von der Verschuldensfrage und grundsätzlich auch dann, wenn sich der Geschädigte bewusst und freiwillig der Gefahr aussetzt. Etwas anderes gilt nur dann, wenn dies nach dem Normzweck des § 833 BGB unangemessen erscheint, dafür trägt aber der Tierhalter die Beweislast.

Im Klartext heißt das, Sie müssen beweisen, dass Sie von diesem Hund gebissen wurden (und nicht von irgend einem anderen) und dass die Beklagte Halterin des Hundes ist. Ist die Beklagte der Ansicht, dass ausnahmsweise trotzdem keine Haftung besteht, dann reicht es nicht, wenn sie die Haftung nur anzweifelt, sie muss beweisen, dass eine Hundehalterhaftung tatsächlich unangemessen wäre. Hinweise dafür, dass die Haftung des Tierhalters unangemessen wäre, kann ich in Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht erkennen.

Sollten Sie allerdings die Versicherung verklagt haben und nicht die Hundehalterin, dann wäre das Urteil korrekt und eine Berufung aussichtlos, weil Sie gegen die Haftpflichtversicherung direkt keinen Anspruch haben.

Ich hoffe, Ihnen damit einen Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

Bei Bedarf nutzten Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass diese Antwort nur eine erste Einschätzung ist, die ausschließlich auf den von Ihnen gegebenen Informationen beruht und eine umfassende juristische Beratung nicht ersetzten kann. Jede noch so kleine Änderung des Sachverhalts kann zu einer vollkommen anderen rechtlichen Beurteilung führen.



Nachfrage vom Fragesteller 19.11.2010 | 22:13

Hallo Frau Koch,

vielen Dank für die Antwort.
Nun habe ich noch eine weitere Frage, die Beklagte ist die Hundehalterin, diese hat allerdings mehrere Zeugen, die bei der 2. Gerichtsverhandlung vernommen wurden. Diese sagten alle sehr unterschiedlich aus aber jeder meinte, daß ich selber Schuld sei da ich dies auch nach dem Biss gesagt habe, was ich warscheinlich im Schock getan habe. Wie gravierend sind solche Zeugenaussagen vor Gericht. Wie stehen die Chancen bei einer Berufung Recht zu bekommen, haben Sie da Richtwerte?
Vielen Dank im Voraus.

Petra

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.11.2010 | 17:27

Sehr geehrte Fragestellerin,
ohne Kenntnis der gesamten Akte können die Aussichten einer Berufung beim besten Willen nicht rechtssicher beurteilt werden. Jede Antwort in die eine wie auch in die andere Richtung wäre nicht mehr als eine Mutmaßung, mit der Ihnen ja auch nicht geholfen wäre. Nachdem die Prüfung der Akte die Möglichkeiten dieser Plattform übersteigt, hatte ich Ihnen bereits empfohlen, sich an einen Kollegen zu wenden.
Im Rahmen der Erstberatung auf dieser Plattform kann ich zu Ihrer Nachfrage lediglich sagen, dass das Berufungsgericht gem. § 629 ZPO an die Tatsachenfeststellungen des Erstgerichts gebunden ist. Das Berufungsgericht hebt das erstinstanzliche Urteil deshalb nur dann auf, wenn es entweder Rechtsfehler enthält, oder die festgestellten Tatsachen die getroffene Entscheidung nicht rechtfertigen. Wenn das Erstgericht also nach der Befragung der Zeugen einen bestimmten Ablauf des Geschehens für beweisen hält, dann wird auch das Berufungsgericht genau diesen Ablauf bei seiner Entscheidung zugrunde legen. Nachdem alle Zeugen ausgesagt haben, dass Sie selbst Schuld sind und das Erstgericht dies wohl auch so als Tatsache angenommen hat, wird deshalb auch das Berufungsgericht dies unterstellen und das Urteil nur dann aufheben, wenn es trotzdem nicht gerechtfertigt wäre, dass die Tierhalterhaftung hinter Ihrem Verschulden zurücktritt, oder wenn das Urteil Rechtsfehler enthält.

Insgesamt erscheint es mir unter diesen Umständen eher nicht so wahrscheinlich, dass die Berufung Erfolg hätte, aber ich kann und will mich, wie gesagt in diesem Punkt nicht festlegen.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch

ANTWORT VON

(106)

Anwandener Straße 43
90431 Nürnberg
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