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Schmerzensgeld oder was immer.

| 07.10.2015 16:46 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch


Zusammenfassung: Auch ein Minderjähriger kann für Mobbing haftbar gemacht werden. Die Höhe eines Schmerzensgeldes für Mobbingopfer ist stark von den Umständen des Einzelfalles abhängig und kann einige Hundert oder Tausend Euro betragen.

Unser Sohn mit Asperger-Syndrom wurde (mit Ansage des Mobbers, der dazu öffentlich aufrief) von seiner Schule vertrieben, Gymnasium 6.Klasse, Inklusionsklasse. Die Schule bestritt das Mobben und bezeichnete z.B. die Beschimpfungen im Internet, die belegbar sind, als "für die Schule nicht interessant". Er war einer der besten Schüler in der Klasse, nur 1 und 2en. Die Schule konnte "nicht für seine Gesundheit garantieren", bot keine schulinternen anderen Lösungen an, daher blieb nur der Schulwechsel.Nachdem er sich in der neuen Schule zuerst vermeintlich gut zurecht fand, wollten wir nach vorne schauen, eine Klage wäre nicht sinnvoll in diesem Sinne gewesen, denn Vergangenes wird ja damit nur immer noch warm gehalten. Zuviel Ärger für einige hundert €, die vielleicht dabei rumkommen, glaubten wir.
In den letzten Wochen hat unser Sohn in der neuen Schule Probleme mit dem Stoff, fällt ständig unangenehm im Unterricht auf, will keine Hausarbeiten mehr machen und ist auch zuhause sehr schwierig, geradezu besessen von dem Unrecht, was ihm aus seiner Sicht widerfahren ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die neue Schule das ernsthaft bemängelt.
Er fühlte sich in der alten Klasse ja auch sehr wohl und hatte ein gutes Verhältnis zu vielen Mitschülern und den Lehrern, bis der Mobber Anfang des Jahres loslegte und gegen ihn permanent hetzte. Täglich wurde er beschimpft und bedroht, ja sogar angespuckt und geschlagen.
Wir sehen es nun nicht mehr ein, dass der Mobber und die Schule, die ihn deckte, ungeschoren davon kommen sollen. Ich glaube zwar nicht,
dass unser Sohn sitzen bleibt, dazu ist er zu intelligent, es könnte aber doch sein, dass er nicht wieder ins alte Gleis kommt bzw. erst in unabsehbarer Zeit.
Damit ist ihm und uns ein immenser Schaden entstanden.
Wen können wir nun verklagen? Wie hoch ist die maximale Schadensumme? Welcher Anwalt übernimmt so etwas? Erfolgsaussicht?

Sehr geehrte(r) Mandant(in),

gerne möchte ich mich bemühen, Ihnen anhand Ihrer Angaben eine verbindliche Auskunft und einige Hilfestellungen an die Hand zu geben:


1.) Zu möglichen Klagegegnern:
Zunächst einmal ist natürlich an einen eventuellen Anspruch gegen den "Mobber" selbst zu denken. Sie sprechen davon, dass Ihr Sohn die 6. Klasse besucht, ich nehme also an, dass er etwa 11 oder 12 Jahre alt sein dürfte.
Nicht bekannt ist mir, ob der Mobber in demselben Alter ist. Ist er älter als sieben Jahre alt, kann er jedenfalls im zivilrechtlichen Sinne für Schädigungen durch so genannte "unerlaubten Handlungen" (§§ 823 ff. BGB) haftbar gemacht werden (§ 828 BGB).
Zu diesen unerlaubten Handlungen gehören beispielsweise Beleidigungen, körperliche Angriffe, aber auch solche, die sich psychisch auswirken, wie etwa Cybermobbing.

In einem möglichen gerichtlichen Verfahren würde er dann von seinen Eltern vertreten, soweit er minderjährig ist.

Ist der Täter sogar mindestens 14 Jahre alt, könnte er auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, die Erstattung einer Strafanzeige gegen ihn wäre also möglich. Ist er jedoch jünger als 14 Jahre alt, gilt er als strafunmündig.

Darüber hinaus kann auch ein Anspruch gegen die Schule, bzw. deren Rechtsträger in Frage kommen. Handelt es sich um eine staatliche Schule, kommt hierbei also ein Anspruch gegen die Stadt oder Kommune in Frage, in deren Organisationsbereich die Schule fällt.
Gerade bei einer inklusiv arbeitenden Schule gehört der Schutz des einzelnen Schülers zu den Kernaufgaben. Hier kann eine Haftung begründet sein, wenn ein Verstoß gegen diese Pflicht nachgewiesen werden kann.

Bei beiden möglichen Gegnern - Täter und Schule - wäre es wichtig, die Schädigungshandlungen nachzuweisen. Es ist also genau über Fehlverhalten durch Dokumente, Zeugen etc. Beweis zu führen.
Außerdem muss ein konkreter Schaden bei Ihrem Sohn nachweisbar sein. Dies dürfte hier in Form von seelischen Folgen und eventuellen Lernproblemen in Frage kommen. Für so etwas sind ärztliche Atteste oder Fachgutachten sinnvoll.


2.) Es ist derzeit noch nicht möglich, eine konkrete Schadenssumme zu benennen. Ein Richter, der den Fall entscheiden würde, wäre in seiner Beurteilung völlig frei.
Faktoren, die bei der Bemessung eine Rolle spielen, sind die Schwere des Schadens, die Tragweite der Auswirkungen auf das alltägliche Leben und ähnliches. Zur Bewertung würde man genauere Informationen zur Vorgeschichte Ihres Sohnes benötigen. Es können aber durchaus Beträge von einigen Hundert oder auch einigen Tausend Euro in Frage kommen. Zur Einzelfallprüfung würde ich hierzu eine ausführliche anwaltliche Beratung samt Vorlage entsprechender Gesundheitszeugnisse und sonstiger Unterlagen empfehlen.


3.) Zur Frage eines möglichen Rechtsanwalts: Für den von Ihnen gesuchten Bereich der unerlaubten Handlungen und des Schadensersatzes daraus gibt es keinen Fachanwalt in diesem Sinne. Jeder Rechtsanwalt, der zivilrechtliche Fälle vertritt, könnte einen solchen Fall für Sie übernehmen.


4.) Die Erfolgsaussichten hängen stark davon ab, wie gut die Taten und die psychischen Folgen Ihres Sohnes durch Ausdrucke der entsprechenden Internetseiten, Zeugenaussagen, medizinische Dokumente und ähnliches nachgewiesen werden können. Liegen solche Nachweise vor, sehe ich gute Erfolgschancen.


Sollten Sie daran interessiert sein, einen entsprechenden Anspruch genauer prüfen zu lassen und sodann gegebenenfalls außergerichtlich oder auch vor Gericht geltend zu machen, steht Ihnen meine Kanzlei hierfür gerne zur Verfügung - wir arbeiten bundesweit.
Gerne können Sie sich daher über die in meinem Profil befindlichen Daten bei mir melden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte gerne die kostenlose Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 09.10.2015 | 10:25

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