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Hotelbuchungsportal machte Fehler bei Buchung und will nun keinen Ersatz leisten

15.02.2013 13:13 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Ich buchte am 1.1.2012 2 Hotelzimmer für März 2013 über das Portal Hotels.com und erhielt dafür die Buchungsbestätigung. . Als ich gestern in diesem Hotel noch einen Tag dazu buchen wollte, wurde mir vom Hotel gesagt, dass bei Ihnen keine Buchung vorliegt. Beim Nachfragen bei hotels.com wurde herausgefunden, dass diese einen Übertragungsfehler gemacht hatten und anstelle von 2013 2012 gebucht hatten. Auf die Aufforderung die Mehrkosten für ein Ersatzhotel zu übernehmen, wurde mir gesagt, dass es keine garantierte Buchung sei und Sie die Kosten hierfür nicht übernehmen würden.
Wie ist nun die Rechtslage?

Sehr geehrte Ratssuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Bei der von Ihnen vorgenommenen Buchung über das Reiseportal handelt es sich nach wohl überwiegender Auffassung um einen Geschäftsbesorgungsvertrag mit werkvertraglichem Einschlag nach §§ 675, 631 BGB (so LG Frankfurt, NJW-RR 2001, 1423).

Daraus folgt, dass Reiseportale – wie herkömmliche Reisebüros – gegenüber dem Reisenden lediglich als Reisevermittler auftreten, da sie in der Regel Reiseleistungen fremder Leistungsträger – wie vorliegend die Vermittlung von Hotels – anbieten (vgl. Schulz, Die Haftung von Reiseportalen, RRa 2010, 164).

Dabei haftet der Reisevermittler aufgrund des mit dem Reisenden geschlossenen Vermittlervertrages grundsätzlich für Pflichtverletzungen aus seiner eigenen Vermittlungstätigkeit nach §§ 675, 280 Abs. 1 BGB, wobei der Reisende regelmäßig von der Sachkenntnis und der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns bei der Vermittlungsleistung ausgehen darf (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 248).

Soweit Sie mitteilen, das Reiseportal habe die beiden Hotelzimmer fälschlicherweise für das Jahr 2012 gebucht, dürfte insoweit eine Pflichtverletzung zu bejahen sein, da Buchungsfehler regelmäßig eine Verletzung der Sorgfaltspflichten im Rahmen der Vermittlertätigkeit darstellen (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 249).

Sollten Ihnen nunmehr für eine Ersatzunterkunft zusätzliche Kosten entstehen, so stellen diese Kosten einen Vermögensschaden dar, der im Wege des Schadensersatzes von dem Reiseportal zu erstatten wäre.

Insoweit kann ich den Einwand des Reiseportals, es liege „keine garantierte Buchung" vor, im Ergebnis nicht nachvollziehen, zumal Ihnen auch eine Buchungsbestätigung übersandt wurde, woraus sich ergeben dürfte, dass Ihnen das gebuchte Hotel durch das Reiseportal vermittelt wurde.

Etwaige Ansprüche aus dem Vermittlungsvertrag verjähren gemäß §§ 675, 631, 634a Abs. 1 Nr. 3, 195, 199 BGB grundsätzlich innerhalb von drei Jahren, wobei eine Verkürzung durch AGB des Reiseportals auf ein Jahr möglich ist (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 250). Ob dies vorliegend der Fall ist, kann ich mangels Kenntnis der AGB leider nicht beurteilen.

Abschließend weise ich darauf hin, dass das Reisevertragsrecht der §§ 651 a ff BGB keine Anwendung findet, da mit der Vermittlung der Reise keine eigene Pauschalreise erbracht wird, mit der Folge, dass ein (immaterieller) Schadensersatzanspruch wegen vertaner Urlaubszeit nach § 651 f Abs. 2 BGB grundsätzlich nicht in Betracht kommt (Führich, Handbuch Reiserecht Rn 246, 248).

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben. Gerne stehe ich Ihnen zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche zur Verfügung.

Ich weise abschließend darauf hin, dass es durch Hinzufügen und Weglassen wesentlicher Umstände im Sachverhalt durchaus zu einer komplett anderen rechtlichen Bewertung kommen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Neubauer
Rechtsanwalt

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