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Reiseveranstalter macht nach der Buchung andere/neue Angaben


13.09.2007 15:52 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Hoyer



Letzte Woche Samstag (08.09.2007) habe ich per Internet bei einem großen Reiseveranstalter eine einwöchige Pauschalreise für eine Person gebucht. Am darauffolgenden Dienstag bekam ich per Post eine Reisebestätigung, deren Inhalt mich schockte:
"DIE KUNDEN WURDEN BEI BUCHUNG ÜBER DIE VORHANDENE BAUSTELLE INFORMIERT EINE KOSTENLOSE UMBUCHUNG ODER EIN KOSTENLOSER STORNO SIND NICHT MÖGLICH" am Ende des Briefes steht noch: "OPTISCHE & AKUSTISCHE BEEINTRÄCHTIGUNGEN DURCH BAUARBEITEN IN DER NÄHE BIS ENDE MAI MÖGL. DAS HOTEL BEMÜHT SICH UM BAUSTELLENABGEWANDTE UNTERBRINGUNG."

Ich wurde bei der Buchung im Internet aber definitiv nicht auf eine Baustelle aufmerksam gemacht. Ich rief am Dienstag Vormittag beim Reiseveranstalter per Telefon an und stieß auf eine Mitarbeiterin, die mir anbot, sich bis zum Nachmittag intern zu erkundigen, und sich dann bei mir zu melden. Bei diesem ersten Telefonat, meinte Sie noch, ich hätte bei der Buchung den Hinweis auf die Baustelle übersehen, denn es sei in solchen Fällen ein extra großer Hinweis bei der Buchung im Internet. Dem war aber nicht so! Sie sagte, es könne sich um Mai 2007 oder um Mai 2008 handeln, das würde aus dem Brief nicht deutlich.
Bei dem Rückruf am Dienstag Nachmittag sagte mir die Mitarbeiterin, sie gehe davon aus, dass die Bauarbeiten schon vorbei seien, ausserdem meinte sie, dass ich mich an die Reiseleitung vor Ort wenden solle, falls die Baustelle doch noch existieren sollte. Sie konnte und wollte mir aber auf Nachfrage nicht zusichern, dass die Baumaßnahmen wirklich abgeschlossen sind.

Damit war ich nicht zufrieden, denn ich war ganauso verunsichert wie am Anfang. Ich schrieb dann sofort einen Brief an den Reiseveranstalter (und sein Tochterunternehmen, denn auf dem Brief und auf dem Briefumschlag waren jeweils eine andere Adresse und Firma angegeben). Der Inhalt des Briefes war, dass ich 1. Widerspruch gegen die angebliche Information bei der Buchung über die Baustelle einlege und 2. die Reise umgehend stornieren möchte, weil ich nicht gebucht hätte, wenn ich gewußt hätte, dass dort in der Nähe eine Baustelle ist. Außerdem beauftragte ich meine Bank, die Lastschrift zurück auf mein Konto zu buchen. Nach dem Versenden des Briefes, also am späten Dienstag Nachmittag, erhielt ich eine email von der Mitarbeiterin, dass die Baumaßnahmen am Ort bereits abgeschlossen seien. Dies wollte sie mir vorher am Telefon aber nicht zusichern. Ich wurde also immer mehr verunsichert.

Nun ist das Absenden meines Briefes (1.Wiederspruch + 2. Storno) zwei Tage her, trotzdem erhielt ich heute morgen eine Nachricht auf meinen Anrufbeantworter von der Buchhaltung des Reiseveranstalters, dass ich mich dringend melden soll, weil das Geld von mienem Konto nicht abgebucht werden konnte.

Nun meine Frage:
Kann ich mich weiterhin auf die Stornierung berufen (der Vertrag ist doch in meinen Augen nichtig)? Oder bin ich im Unrecht, und muss die Reise antreten und mich mit der Buchhaltung einigen, wie sie am schnellsten das Geld bekommen? Das ärgerliche ist, dass die Reise schon in vier Tagen losgehen soll. Danke für Ihre Antwort!

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Sehr geehrter Fragesteller,

Sollten die Angaben in der Reisebestätigung wahr sein, dass vor Ort eine Baustelle vorhanden ist und wurden Sie hierauf bei der Buchung nicht hingewiesen, stellt dies einen Reisemangel dar, der Sie dazu berechtigt, den Reisepreis zu mindern. Ob man hier ein außerordentliches Kündigungsrecht der Reise hat, wage ich zu bezweifeln, zumal in dem Hinweis nur darauf verwiesen wurde, dass optische und akustische Beeinträchtigungen bis Ende Mai vorherschen.

Sollten die Baumaßnahmen jedoch bereits zu Ende sein, was sich aus dem Hinweis ergibt und auch die Mitarbeiterin Ihnen per mail bestätigt, besteht auf kein keinen Fall ein Kündigungsrecht. Eine Baustelle wird man auch nur dann als Reisemangel qualifizieren können, wenn hierdurch ihr Aufenthalt beeinträchtigt wird, was beim Anblick einer Baustelle auf dem Nachbargrundstück vielleicht zu einer Minderung führen kann, jedoch wohl nicht zu einer ausserordentlichen Kündigung des Reisevertrages.

Es kann Ihnen passieren, dass, wenn Sie die Reise nun nicht antreten, der Reiseveranstalter aufgrund Ihrer Buchung 80 % des Reisepreises verlangt, da Sie in diesem Fall nicht nachweisen können, dass ein derartiger Mangel bestand, der Sie berechtigte, zu stornieren. Sofern Sie sich auf die e-mail der Mitarbeiterin und den Vermerk des Reiseveranstalter berufen, wird Ihnen mit Sicherheit entgegengehalten, dass Ihnen versichert wurde, dass zum einen die Baumaßnahmen beendet wurden und die Beeinträchtigungen auch nur bis Ende Mai andauerten.

Nehmen Sie die e-mail der Mitarbeiterin in den Urlaub mit. Für den Fall, dass es vor Ort wirklich Beeinträchtigungen gibt und es sich hierbei auch um einen großen Reiseveranstalter handelt, bin ich mir sehr sicher, dass Sie ein mögliches Problem vor Ort gelöst bekommen, in dem Sie in ein Hotel untergebracht werden, in dem keine Beeinsträchtigungen vorherschen, zumal es keine Hauptsaison mehr ist.

Anhand Ihrer Schilderung würde ich Ihnen raten, die Reise anzutreten, da Sie nichts handfestes darlegen können, das Sie zu einer Stornierung berechtigen würde.

Bedenken Sie immer, dass die Antwort aufgrund Ihrer vorgegebenen Sachverhaltsschilderung beruht. Ich hoffe Ihnen eine erste Hilfestellung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Hoyer
Rechtsanwalt
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