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Hotel überbucht, Eigenanreise, Schadens- und Kostenersatz

29.09.2014 16:35 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Zusammenfassung: Der Schadensersatz bei nutzlosen Reisen richtet sich nach § 651 f BGB. Das Landgericht Frankfurt / Main hat zu nutzlos aufgewandter Urlaubszeit entschieden, dass mindestens 72,00 € Tagessatz als Ersatz zu zahlen sind.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte kurzfristig eine einwöchige Italienreise mit Eigenanreise (PKW) gebucht, Preis 930,- €.

Wir sind eine 4-köpfige Familie. Bei Ankunft am Hotel sagte man uns, das Hotel sei überbucht und bekamen ein minderwertiges Ersatzhotel angeboten. Dieses haben wir ausgeschlagen und sind in der Nacht dann wieder zurück nach Hause gefahren, da im Umkreis kein Hotel zu finden war.

Wir haben sofort Widerspruch eingelegt.

Inzwischen haben wir den kompletten Reisepreis zurück erstattet bekommen und man hat uns einen 150,-€ Gutschein dieser Hotelkette angeboten (die Buchung lief über einen namhaften deutschen Reiseveranstalter).

Allerdings plane ich nicht mehr in dieser Hotelkette zu übernachten und empfinde 150,. als einen Witz.

Ich hatte nun 1.000 KM einfache Fahrt sowie einiges an Mautkosten zu bezahlen.

Meine Fragen daher:

Wie viel Schadensersatz kann ich verlangen?
Wie viel Kostenersatz kann ich verlangen (Wir sind an diesem Tag von zu Hause nach Italien und wieder zurück mit dem eigenen PKW, alles umsonst und ca. 2.000 KM!!!)
Und gibt es ein Urteil oder Paragraphen, auf welchen wir uns berufen können?

Viele Grüße
Stefan Träger

Sehr geehrter Fragesteller/in,

ich möchte Ihre Anfrage anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:

"Wie viel Schadensersatz kann ich verlangen?"

Die Höhe des Schadensersatzes richtet sich nach § 651f BGB. Danach ist das positive Interesse zu ersetzen einschließlich des Mangelfolgeschadens. Das bedeutet, dass Sie so zu stellen sind, als wenn das Reiseunternehmen ordnungsgemäß erfüllt hätte.

Mangelfolgeschaden wären hier Ihre Reisekosten. Für die Anreise mit dem PKW können Sie 0,30 € je gefahrenen Kilometer ansetzen. Dabei handelt es sich um die steuerliche Pauschale, die auch hier analog Anwendung findet. Damit wären 600,00 € zu zahlen. Die Mautkosten kommen natürlich dazu. Diese wären nicht angefallen, wenn klar gewesen wäre, dass das Hotel überbucht ist. Dann wären Sie tatsächlich nicht losgefahren.

Außerdem kann auch Ersatz für nutzlos aufgewandte Urlaubszeit verlangt werden. Problematisch ist insoweit lediglich die Höhe. Das Landgericht Frankfurt /Main hat hier einen Tagessatz von 72,00 € ausgeurteilt. (LG Frankfurt/Main in NJW 03, 640, Az.: 2-19 O 233/02
Urteil vom 17.12.2002) Das Urteil finden Sie im Internet.

"Nach der Rechtsprechung der für Berufungen in Reisesachen zuständigen 24. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt am Main ist die Entschädigung für nutzlos aufgewendete Urlaubszeit pauschal nach dem durchschnittlichen täglichen Nettoeinkommen eines Erwerbstätigen zu bemessen, wobei dieser Pauschalbetrag ursprünglich auf 100,– DM und später auf 130,– DM pro Tag und Person festgesetzt wurde (LG Frankfurt, NJW-RR 1988, 1451; RRa 1998, 119)."

Wir gehen davon aus, dass das Reiseunternehmen nicht freiwillig zahlen wird. Wir stehen Ihnen gern für die Klage zur Verfügung.

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Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste Orientierung in der Sache geben konnte. Um eine rechtssichere Antwort geben zu können, müsste ich mir den Schriftverkehr ansehen.


Sollte sich der Sachverhalt doch etwas anders darstellen, nutzen Sie bitte die Nachfrage.

Sie können mich jederzeit über die Kontaktdaten in meinem Profil erreichen und auch in anderen Angelegenheiten beauftragen.


Rechtsanwalt Andreas Tertel

Ergänzung vom Anwalt 30.09.2014 | 14:14

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

hiermit möchte ich meine Antwort ergänzen. Die Rechtsprechung hat sich fortentwickelt. Der BGH hat sich vom Tagessatzsystem abgekehrt. Es gelten also nicht mehr die Tagespauschalen für den Nettoverdients in Höhe von 72,00 €, sondern es ist der Reisepreis zugrundezulegen.

Nach der sog. Malediven-Entscheidung des BGH vom 11.01.2005 ist bei der Bemessung der Entschädigung nicht mehr das Einkommen des Reisenden zu berücksichtigen, sondern lediglich nur noch auf den Reisepreis abzustellen (BGH NJW 2005, 1047).

Es bleibt natürlich bei der Möglichkeit Schadensersatzansprüche geltend zu machen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Tertel

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