Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Hessisches Schulrecht

| 04.07.2011 18:43 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht


Beantwortet von


22:25
Unsere Kinder besuchen die dritte Klasse einer Grundschule Hessen. Demnächst ist eine mehrtägige Klassenfahrt geplant. Auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre haben wir erhebliche Bedenken und Zweifel dass die Lehrkräfte und die anderen Begleiter in der Lage sind ihre Aufsichtspflichten zu erfüllen.
Wir haben folgende Fragen:
1. Sind wir verpflichtet unsere Kinder an der Fahrt teilnehmen zu lassen oder können wir darauf bestehen dass sie während dieser Zeit eine andere Klasse besuchen?
2. Wer trägt die persönliche Verantwortung wenn den Kindern während der Fahrt etwas passiert?
3. Können wir Bedingungen zur Teilnahme stellen?

Wenn möglich, bitte Angaben zu den zu Grunde liegenden Paragraphen.
04.07.2011 | 20:02

Antwort

von


(2271)
Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: http://www.anwalt-prime.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

die Pflicht zur Teilnahme an Klassenfahrten ergibt sich aus § 69 Absatz 4 SchulG Hessen.

"Die Schülerinnen und Schüler sind insbesondere verpflichtet, regelmäßig am Unterricht und den pflichtmäßigen Schulveranstaltungen teilzunehmen"

Die Klassenfahrten fallen demnach unter die Schulveranstaltungen.

Es gibt jedoch nach § 69 Absatz die Möglichkeit, sein Kind vom Unterricht z.B. für die Dauer der Klassenfahrt befreien zu lassen.

("Aus besonderen Gründen können Schülerinnen und Schüler vom Unterricht beurlaubt werden.")

Grundsätzlich kann auf Antrag das Kind am Unterricht einer anderen Klasse teilnehmen, da dies keine Regelung für eine Beurlaubung betrifft, sondern das Kind ja weiterhin seinen Schulpflichten nachkommt und nicht beurlaubt werden soll.

Hierfür liegen die Hürden weitaus niedriger, sodass dem Antrag bei berechtigten und nachweisbaren Einwänden stattzugeben ist, dass das Kind während der Dauer der Klassenfahrt am Unterricht in einer anderen Klasse teilnimmt.

Bei einer Klassenfahrt liegt die Verantwortung grundsätzlich bei den Lehrern, also bei der Schule. Diese muss auch haften, falls etwas passieren sollte und der Schaden durch die Verletzung der Aufsichtspflicht entstanden ist.

Forderungen jedoch können Sie bei einer solchen Klassenfahrt nicht stellen. Diese sind auch nicht gerichtlich einforderbar, da die Ausgestaltung einer Klassenfahrt der Schule obliegt.

Sie sollten also einen solchen Antrag bei der Schulleitung stellen und diesen nachvollziehbar begründen und darum bitten, dass das Kind in einer Parallelklasse unterrichtet wird.


Nachfrage vom Fragesteller 04.07.2011 | 21:57

Sehr geehrter Herr Hoffmeyer,

vielen Dank für Ihre Antwort. Könnten Sie bitte nochmals ausführen, ob wir einen Anspruch auf die Befreiung haben (insbesondere wenn wir die Teilnahme am Unterricht einer anderen Klasse anbieten). Wir erwarten auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit dass die Schulleitung unseren Antrag ablehnt, unabhängig von unserer Begründung. Denn die Ansichten darüber was berechtigt und nachweisbar ist gehen hier weit auseinander. Können wir die Kinder dann trotzdem folgenfrei zu Hause behalten?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.07.2011 | 22:25

Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich muss der Schüler auch an Klassenfahrten teilnehmen.
Ausnahmen gibt es nur dann, wenn wichtige Gründe vorliegen oder sich das Kind in der Oberstufe befindet.

Für eine Befreiung sind wichtige Gründe darzulegen. (Absatz II Nr. 1 der Richtlinie)

http://www.schullandheim.de/richtlinien/he_schulwanderungen_2003.pdf

Wenn also entsprechende Gründe dargelegt werden können, z.B. Gesundheitsgefährdungen in der Vergangenheit oder Ähnliches, kann, wenn die Klassenfahrt kurz bevor steht, ein einstweiliges Verfügungsverfahren vor Gericht angestrengt werden, wenn die Schule zuvor den Antrag abgelehnt hat, das Kind von der Klassenfahrt zu befreien und es in einer anderen Klasse den Unterricht besuchen zu lassen.

Es kommt beim Antrag und im Folgegerichtsverfahren maßgeblich auf die Gründe an und deren Beweisbarkeit.

Für eine genauere Einschätzung der Chancen, müssten Sie mir ggf. noch diese Gründe mitteilen.

Bei weiteren Fragen schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin zur Verfügung stehen möchte.

Über eine ggf. positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Felix Hoffmeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.07.2011 | 09:14

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"präzise Antwort und Hilfstellung
sehr gut"
Stellungnahme vom Anwalt:
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Dr. Felix Hoffmeyer, LL.M. »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 05.07.2011
5/5,0

präzise Antwort und Hilfstellung
sehr gut


ANTWORT VON

(2271)

Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: http://www.anwalt-prime.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Verkehrsrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Miet und Pachtrecht, Erbrecht, Verwaltungsrecht, Baurecht, Internet und Computerrecht, Zivilrecht, Arbeitsrecht
Jetzt Frage stellen