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Geschieden aber Haus gehört immer noch beiden.

| 26.01.2012 21:14 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo!!!
2004 haben wir mit meine noch ehe Frau ein gemeinsames, ein bis Zweifamilienhaus gekauft, beide in Grundbuch.
In Juli 2010 ist meine ehe Frau mit gemeinsame Tochter ausgezogen, (mich verlassen)
Gemeinsamer Sohn ist bei mir im Haus wohnen geblieben und wohnt noch bei mir, seit Juli 2010 zahle ich alleine die monatliche Raten von 571€ (Tilgung 1%) zuzüglich Nebenkosten. In August 2011 hat meine ehe Frau die Scheidung eingereicht, in den Trennungsjahr wurde keine Gütertrennung vereinbart. Eigenheimzulage bezogen wir gemeinsam mit Kinder von ca. 2800€ jährlich, die sind in der Tilgung geflossen. Die Scheidung steht nah vor uns, vermute Februar März
Meine frage!
Muss ich das Haus verkaufen oder steht meiner Frau, der hälftiger Wert des Hauses zu?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Im Scheidungsfalle ist zunächst maßgeblich, welchen Güterstand Sie bei Eheschließung mit Ihrer Frau vereinbart hatten.
Haben Sie keine besondere Vereinbarung getroffen, so leben Sie im Güterstand der Zugewinngemeinschaft.
Der Zugewinn, den die Ehegatten in der Ehe erzielen, ist auszugleichen, wenn die Zugewinngemeinschaft endet, sogenannter Zugewinnausgleich.
Während der Ehe haben in der Regel beide Eheleute oder zumindest einer von ihnen Vermögen hinzugewonnen. Dabei kann es sich z.B. auch wie in Ihrem Falle um Grundstücke bzw. eine Immobilie handeln. Der Vermögenszuwachs eines oder beider Ehegatten kann in diesem Rahmen auch darauf beruhen, dass während der Ehe Schulden z.B. für den Kredit eines Hauskaufs abgezahlt wurden.

Nach Ihrem Vortrag ist davon auszugehen, dass Sie das Grundstück während der Ehe erworben haben.

Dieser Zugewinnausgleich muss zunächst einmal von den Eheleuten selbst untereinander durchgeführt werden.
Das Familiengericht kümmert sich in der Regel nicht darum, solange nicht einer der Eheleute einen entsprechenden Antrag beim Gericht stellt. In den allermeisten Scheidungsprozessen wird der Zugewinnausgleich deshalb überhaupt nicht mitgeregelt. Es ist auch sehr zu empfehlen, den Zugewinnausgleich nicht in das Scheidungsverfahren hineinzuziehen, sndern außergerichtlich untereinander zu regeln. Denn anderenfalls können die Gerichts- und Anwaltskosten ganz beträchtlich steigen.

Der Zugewinnausgleich besteht nun, kurz gesagt, darin, dass derjenige Ehegatte, der während der Ehe mehr Vermögen erworben hat, die Hälfte der Differenz zum Vermögenszuwachs des anderen Ehegatten an diesen auszugleichen hat. Hat also z.B. der Ehemann während der Ehe ein Vermögen von 200.000,- Euro neu hinzu erworben, die Ehefrau nur ein solches von 100.000,- Euro, so muss der Ehemann die Hälfte der Differenz, also 50.000,- Euro ausgleichen.

Der Ausgleichsanspruch ist dabei immer (nur) ein Anspruch auf eine bestimmte Geldsumme. Es kann nicht verlangt werden, dass bestimmte Vermögensgegenstände übertragen werden.
Insgesamt müssen Sie Ihr Haus also nicht verkaufen, aber es könnte sein, dass Sie einen Teil des Wertes, den das Haus zum Zeitpunkt der Scheidung hat, an Ihre Frau auszahlen müssen. Es könnte nämlich sein, dass Ihre Frau ihren Anteil an ihrem Miteigentum verkaufen möchte.
Eine genaue Berechnung des Zugewinnausgleichs im Einzelnen ist hier nicht möglich, da eine Vermögenssaldierung erforderlich ist. Es muss also alles vorhandene Vermögen in die Berechnung mit einbezogen werden. Darum ist es nicht möglich, isoliert nur einzelne Vermögensgegenstände wie beispielsweise das angesprochene Haus "auszugleichen".
Wichtig ist jedoch, dass nur dann ein Ausgleich stattfindet, wenn Sie und Ihre Frau diesen anregen. Denn "wo kein Kläger, da kein Richter".

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung zu bieten.

Sollten Sie ein aussagekräftiges Gutachten über den bei Ihrer Scheidung zugrunde liegenden Ausgleich wünschen, so können Sie mich gerne jederzeit unter dem Punkt "Direktanfrage" beauftragen. Dann wären jedoch alle Vermögenswerte anzugeben.

Mit freundlichen Grüßen

N. Chakroun
www.rechtsicher.com

Bewertung des Fragestellers 28.01.2012 | 10:04

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