Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.170
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gemischte Schenkung; Wertermittlung


| 15.07.2007 11:03 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter



Meine Schwester und ich haben unsere je 12.5% an einem bebauten Grundstück an unseren Vater verschenkt (über einen not. Vertrag), damit er in Zukunft allein über den Grundbesitz entscheiden kann. Das Haus ist mit einer Hypothek belastet, die annähernd dem Verkehrswert entspricht. (Verkehrswert=220T€, Hypothek=210T€).

Frage(n):
Welche Unterlagen müssen wir dem FA bereitstellen, damit es diesen Sachverhalt nachvollziehen kann?
Fällt nach der Wertermittlung des bebauten Grundstücks durch das FA Schenkungssteuer an?
Welche Bedeutung hat im vorliegenden Fall die Frage "Wer trägt die Schenkungssteuer" des Mantelbogens "Schenkungssteuererklärung"?
Sehr geehrte(r) Fragende(r),

1. Da Sie die Schenkungssteuererklärung bereits vom Finanzamt zugeschickt bekommen haben, darf davon ausgegangen werden, dass der Notar bereits den Vertrag weitergeleitet hat. Sie müssen daher den Darlehensvertrag und eine Zinsbescheinigung der Bank nachreichen.

2. Der Vater hat nach §16 , 15 ErbStG einen Freibetrag von 10.300 EUR (Steuerklasse II, da Kinder noch leben - nicht zu verwechseln mit der Lohnsteuerklasse).
Dieser ermittelt sich nicht vom Verkehrswert sondern vom Bedarfswert, der gesondert ermittelt werden muss. Daher ist hier nicht klar zu sagen, ob die Steuer anfällt oder nicht.
Das müsste dann unter Vorlage aller Unterlagen gesondert ausgerechnet werden. Gerne unterbreite ich Ihnen diesbezüglich ein Angebot.

3. Dieses kann im Notarvertrag geregelt sein, prinzipiell aber der Beschenkte.

Es kann ggf. noch Grunderwerbssteuer anfallen (ggf. auch Regelung im Notarvertrag)

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter



Nachfrage vom Fragesteller 15.07.2007 | 15:54

Sehr geehrte Frau Dr. Seiter,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!
Den Bedarfwert haben wir vorab nach §§145/146 BewG ermittelt. Er liegt bei 250T€. Bezieht sich dann die vom FA zu ermittelnde Schenkungssteuer auf "Bedarfswert-Hypothek"=40T€ oder sind dann noch weitere "Fallstricke" zu beachten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.07.2007 | 16:10

Sehr geehrter Fragender,

zum einen möchte ich Sie darauf hinweisen, dass der von Ihnen nach den §§ 138 ff. BewG ermittelte Bedarfswert von 250 TEUR durch den festgestellten Verkehrswert, der laut Ihren Angaben nur 220 TEUR beträgt, "gedeckelt" wird.

Ferner ist für die Antwort auf die Frage, wie sich nun die schenkungssteuerliche Bemessungsgrundlage errechnet, zu prüfen, ob verbunden mit dem Übergang der Grundstücksanteile auch das Darlehen - bzw. entsprechende Anteile daran - auf den Vater übertragen wurden.

Eine entsprechende Regelung wird dem Notarvertrag zu entnehmen sein.

Hintergrund dessen ist, dass sodann im vorliegenden Fall eine sog. gemischte Schenkung gegeben wäre, da nämlich für die Übertragung teilweise eine Gegenleistung erbracht und insoweit also gar keine Schenkung vorliegen würde.

Hierbei wird die schenkungssteuerliche Bemessungsgrundlage ermittelt, indem der Steuerwert (STW) der Leistung des Schenkers in dem verhältnis aufgeteilt wird, in dem der Verkehrswert (VKW) der Bereicherung des Beschenkten zu dem Verkehrswert des geschenkten Vermögens steht.

Dieses geschieht nach der Formel:

STW der Zuwendung = STW Leistung d. Schenkers x VKW Bereicherung d. Beschenkten / VKW Leistung d. Schenkers

Unterstellt man in Ihrem Fall, dass auch das Darlehen entsprechend Ihrer Anteile am Grundstück von insgesamt 25 % bislang in diesem Umfang wirtschaftlich von Ihnen getragen wurde und nunmehr insoweit vom Vater zu übernehmen ist, so ergibt sich hiernach ein Steuerwert für die Schenkung von:

220 TEUR x (220 TEUR - 210 TEUR =)10 TEUR / 220 TEUR = 10 TEUR,
hiervon jedoch nur anteilig 25%, also: 2,5 TEUR.

Danach würde sich - nach Abzug des bereits angesprochenen Freibetrags - der stpfl. Erwerb des Vaters auf 0 EUR belaufen und somit keine Steuer anfallen.

Dieses sollten Sie daher prüfen.

Sofern Sie hierbei meine Hilfe in Anspruch nehmen möchten, würde ich mich über eine entsprechende weitere Beauftragung freuen.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Corina Seiter


Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die umfassende Auskunft. Sie hat uns sehr geholfen. "