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Gebrauchtwagenkauf - anderes Fahrzeug geliefert als Probegefahren

| 27.04.2016 21:20 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz


Gebrauchtwagenkauf (nicht Volvo-Vertragshändler) - anderes Fahrzeug geliefert als Probegefahren


Es handelt sich um einen Volvo S60 vom Januar 2015.
Das Fahrzeug wurde lt. Gebrauchtwagenhändler (nachfolgend GH) nebst 19 weiteren direkt vom Volvo Werk Schweden importiert.
Leider ist das übergeben Fahrzeug ist nicht das selbe welches ich zu Probe gefahren bin.
Die Ausstattung des durch den GH angemeldeten Fahrzeugs ist stark abweichend was mir erst nach ca. 3 Stunden klar geworden ist.

Erste Verdachtsmomente kamen mir bei dem versuch den Navi zu aktivieren, der während der ganzen Probefahrt aktiviert war.
Das System meldete sinngemäß "nicht aktiviert - melden Sie sich beim Volvo Händler".

Der Volvo-Händler sagte ganz klar aus:
- Dieses Fahrzeug hatte nie die Navi-Funktion aktiviert gehabt - es ist lediglich dafür vorbereitet (Kosten 1145 Euro).
- Es gibt keine Demo-Möglichkeit welche die Karte hätte darstellen können.
- Der Navi wäre nach Freischaltung nicht wieder deaktivierbar.

Im weiteren Verlauf, die probierten Extras zu testen, fehlte die Verkehrszeichenerkennung (Einblendung im Tachometer während der Probefahrt), welche ich euphorisch in Erinnerung habe.
Des weiteren werden Spurassistent und Adaptive Lenkung (Geschwindigkeitsabhängige Trägheit) vermisst.

Der Händler hat die Probefahrt begonnen während ich (Technikfan) mir die Bedienelemente einprägte - instinktiv sozusagen.

Dann tauschten wir die Plätze und ich fuhr wieder zurück.
Auf der Rückfahrt war deutlich die Funktion einer Abstandwarnung zu vernehmen - fehlt nun auch.
Der Händler hat auf der Rückfahrt noch die Details verlesen und unter anderem die adaptive Lenkung betont. Auch davon ist wie gesagt nichts zu spüren.

Bei der Probefahrt war mein liebe Mutter (82 Jahre aber sehr fit - sie fährt selbst noch Auto) mit im Fahrzeug - sicherlich kann sie sich nicht an alles erinnern aber doch auf jeden Fall, dass ein Navi im Display zu sehen war.
Wir haben anschließend noch darüber gesprochen, dass sie ja jetzt meinen Navi bekommen könne, da der ihre just defekt gegangen war.

Als ich dem Händler die Mängeln vorgetragen habe wollte er mich einschüchtern indem er sinngemäß sagte "Wenn Sie mich hier als Betrüger hinstellen dann verlassen Sie bitte mein Gelände!"
Daraufhin sagte ich Sinngemäß: "Nein - ich glaube nur es liegt eine Verwechselung von."
Daraufhin erwiderte er sinngemäß: "Bei dem Navi komme ich Ihnen entgegen - den Rest haben Sie sich nur eingebildet."

Mein Fazit ist das der Händler hier arglistig die ID-Nr des angemeldeten Fahrzeugs auf dem Kaufvertrag vermerkt hat, wissentlich, das er mir damit ein anderes Fahrzeug als probe gefahren unterschiebt.

Meine Frage lautet nun:
Soll ich mich einer Klage stellen oder versuchen vom Kauf zurückzutreten? Ist letzteres überhaupt noch Möglich?


Kaufvertrag vom: 16.04.2016
Übergabedatum: 21.04.2016

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Ihre beiden Fragen schließen sich nicht aus. Sie können zum einen versuchen, sich von dem Vertrag zu lösen, wenn Sie kein Interesse mehr daran haben, dass man Ihnen das Fahrzeug liefert, das Sie eigentlich kaufen wollten. Sie können hierfür zum einen die Anfechtung des Kaufvertrags wegen arglistiger Täuschung erklären. Dass eine solche Täuschungen vorliegt, ist nach Ihrem Sachvortrag klar. Sie können auch zusätzlich den Rücktritt vom Kaufvetrag erklären, da es sich so zu verhalten scheint, dass der Verkäufer die Lieferung des ursprünglichen Fahrzeugs ernsthaft und endgültig verweigert.

Sollten Sie noch ein Interesse an der Lieferung des ursprünglichen Fahrzeugs haben, können Sie den Verkäufer dazu auffordern, Ihnen binnen einer angemessenen Frist dieses Fahrzeug gegen Rücknahme des verkauften Fahrzeugs zu liefern. Liefert er nicht, können Sie ihn auch gerichtlich hierauf in Anspruch nehmen.

Wollen Sie stattdessen lieber den Kaufpreis zurück und weigert sich der Verkäufer, können Sie ihn auch alternativ hierauf gerichtlich in Anspruch nehmen.

Die Erfolgsaussichten eines Gerichtsverfahrens werden maßgeblich davon abhängen, ob Ihre Mutter als Zeugin zur Verfügung steht und bezeugen kann, dass das ursprüngliche Fahrzeuge die beschriebenen Funktionen hatte. Wie ein solches Klageverfahren unter Berücksichtigung dieser Tatsache ausgeht, kann ich an dieser Stelle natürlich nicht vorher sagen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Sollten Sie eine außergerichtliche Interessenvertretung gegenüber dem Verkäufer wünschen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.04.2016 | 22:39

Wie lange den so ein Rechtsstreit dauern?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.04.2016 | 23:01

Sehr geehrter Fragesteller,

ich gehe davon aus, dass der Kaufpreis über 5000 € liegt. Damit wäre das Landgericht sachlich zuständig. Dort ist die Verfahrensdauer im Regelfall länger als vor den Amtsgerichten. Sollte eine Beweisaufnahme erforderlich sein, beträgt die durchschnittliche Verfahrensdauer ca. ein Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 28.04.2016 | 06:29

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