Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fahrzeug von Privat gekauft


24.11.2007 18:38 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter



Sehr geehrte Damen und Herren,
am 20.11.2007 habe ich ein Fahrzeug im Wert von 600 Euro von einer Privatperson gekauft. Das Fahrzeug hatte einen Motorumbau, weshalb ich es haben wollte. Der Verkäufer meinte das er in Geldnot wäre, und er ein anders Auto bräuchte, da die Benzinpumpe kaputt ist. Er versicherte mir das es definitiv die Benzinpumpe ist, dies habe er auch in der Werkstatt erfahren. Der Verkäufer ist Mitglied in einem Vw-Club und es handelt sich um einen Vw Jetta mit 16 V Umbau. Da ich das Auto nicht sofort mitnehmen konnte vereinbarten wir das ich es abholen. Allerdings unter der Bedingung das die Benzinpumpe funktioniert, ansonten würden wir den Vertrag wieder Rückabwickeln. Er meinte er hatte dieses Fahrzeug nachdem es ihm während der Fahrt ausgegangen ist in eine Werkstatt gebracht. Diese hatte ihm einen Kostenvoranschlag von 280 Euro alleine für die Benzinpumpe gemacht. Dies wurde mit am 20.11.2007 gesagt, aber nicht Vertraglich festgehalten. Er bestand auch mehr oder weniger darauf dass das Fahrzeug mit einem Trailer abgeholt werden sollte, da die Felgen nicht eingetragen seien, und es sonst auf ihn zurückfallen könnte falls ich aufgehalten werde. Wie vereinbart holte ich das Fahrzeug am 23.11 per Trailer ab, und zahlte die Restlichen 300 Euro. Er versicherte mir noch einmal das wenn es nicht an der Benzinpumpe liegen würde wir den Vertrag rückabwickeln würden. Ich bin mir nicht sicher ob es ein Zeuge von meiner seite gehört hat, wäre aber sehr warscheinlich, da diese daneben standen. Er gab mir bei der Abholung noch den Tipp das ich bei einem Stockcar Verrein fragen sollte, diese haben meistens soetwas gebraucht und günstig. Er verkauft das Fahrzeug nur weil ein Strenger Winter angesagt ist, und das Auto tiefergelegt ist. Nun hat ein KFZ Meister versucht die Benzinpumpe zu wechseln. Allerdings hat diese dann immer noch nicht funktioniert, da es ein Elektrik Problem ist. Der KFZ Meister vermutete das dies bereits bekannt war, und er deswegen Verkauft wurde. Eine Fehlersuche wäre möglich, würde aber sehr Zeitaufwändig werden. Somit meinte er ist das Auto ein Totalschaden, und ich solle dem Verkäufer das Auto wieder vor die Türe stellen und ihm sagen was er für einen "Scheiß" erzählt hat, da es ganz klar nicht die Benzinpumpe ist. Nun habe ich mit seiner Freundin telefoniert die mit beim Vertragsabschluss dabei war, und habe gesagt das es nicht die Benzinpumpe ist, und das ich da Geschäft wie vereinbart Rückabwickeln möchte. Sie meinte ok, aber ob das Fahrzeug noch ein bischen bei mir stehen bleiben kann. Ich bejahte dies, und fragte wie wir es nun mit der Rückabwicklung des Geldes machen. Sie unterhielt sich dann kurz mit ihrem Freund, und man hörte am Telefon wie er sagte wieso Rückabwicklung, jedoch Sie meinte das war so ausgemacht, und wir können das jetzt nicht einfach anders sagen. Kurz darauf rief mich ihr Freund zurück, und fragte wieso Rückabwicklung, er ist ja kein Mechaniker und weis nicht woran es liegt. Er hatte mir allerdings vorher versichert das es wirklich die Benzinpumpe ist, und das er ja damit in der Werkstatt war. Nun sagte er, das er von der Rückabwicklung nichts wisse. Sondern seine Freundin hat das bestenfalls gesagt, niemals aber er. Und seine Freundin könne ja sagen was er wolle, er hat das Fahrzeug schließlich verkauft. Er weigerte sich auf irgend einen Handel einzugehen, schaltete auf Stur, und wurde unfreundlich. Beim Verkauf hatte er mir gesagt dass das Auto sonst Tip Top in Ordnung ist, und lediglich die Benzinpumpe defekt ist. Im Vertrag steht: "Das Auto wurde nach bestem Gewissen und Wissen verkauft, gekauft wie gesehen. Nach seinem Wissen ist das Auto technisch in Ordnung bis auf die Benzinpumpe und Rostfrei". Plötzlich meinte er auch das es ein Freund von ihm angeschaut hat und der meinte es wäre die Benzinpumpe, und nicht mehr die KFZ Werkstatt.
Meine Kosten belaufen sich im Moment:
600 Euro das Fahrzezug
90 Euro Abholung
40 Euro Benzin
50 Euro Benzinpumpe
Kfz Meister weis ich noch nicht
Zeitaufwand etwa 10 Stunden

Ich komme mir betrogen vor, und möchte gerne Wissen wie die Chancen stehen wieder an mein Geld zu kommen. Ich bin im Moment Student und kann mir nicht leisten 700 Euro zu verlieren weil sich jemand nicht an die Vereinbarung hält. Ich möchte auch noch einmal betonen das ich ohne diese Vereinbarung das Fahrzeug nicht gekauft hätte.
Vielen Dank,

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragender,

die Formulierung "gekauft wie besehen" gibt es seit dem neuen Kaufrecht (2002) nicht mehr, allerdings ist auszulegen, was die Parteien gewollt haben (so der BGH sowie Saarländisches OLG 4 U 163/04). Da Sie einen alten Wagen gekauft haben, ist eher davon auszugehen, dass er die Gewährleistung wohl ausschließen wollte.

Allerdings wäre dies abschließend nur richterlich zu klären.

Vielmehr ist jedoch entscheidend, ob sie ihm nachweisen können, dass er die Rückabwicklung Ihnen zusicherte, falls es nicht die Pumpe sei und ob er wusste, dass es an der Elektrik lag.

Dies zu beweisen wird sehr schwierig sein. Sie haben zwar seine Freundin als Zeugin, aber ob diese vor Gericht die Wahrheit sagen wird, ist schwer zu beurteilen.

Vielmehr wäre die Werkstatt entscheidend, die ihm angeblich mitteilte, dass der Fehler die Pumpe sei - wenn diese aussagen, dass sie ihn auf die Elektrik hingewiesen hätten, dann wäre dies der Beweis.

Ich weise darauf hin, dass Ihnen als Student Beratungs- und Prozesskostenhilfe ggf. zustehen würden, sodass Sie die rechtliche Auseinandersetzung nicht scheuen müssen.

Ich denke, Sie sollten einen Rechtsanwalt einschalten, vielleicht besinnt er sich dann doch eines bessere.
Gerne stehe ich Ihnen zur Verfügung – per Mail oder ab Montag per Telefon.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

Nachfrage vom Fragesteller 24.11.2007 | 19:51

Hallo,
Aus der Werkstatt wurde wie bereits geschrieben auf einmal sein Freund der ihm das gesagt hat. wie bereits gesagt wurde mir Versichert das es nur an der Benzinpumpe liegen kann. Das war auch die Vorraussetzung für den kauf, weshalb dies zwar im Kaufvertrag vermerkt wurde, sowie mit dem Zusatz auf den ich bestanden habe dass das "Fahrzeug laut Wissen des Besitzers im Technisch Einwandfreien zustand ist". Desweiteren habe ich nicht die Vorraussetzungen solche Fehler zu suchen, weshalb ich ein Funktionstüchtiges Fahrzeug wollte. Auch Nachweisbar ist das ich die Benzinpumpe mit Abschluss des Kaufvertrages bestellt hatte, und wie Freunde und Bekannte von mir Wissen bis zuletzt das Auto per Kurzzeitkennzeichen holen wollte. Erst als die Benzinpumpe noch nicht gekommen ist habe ich auf die letzte Möglichkeit zurück gegriffen das Auto mit dem Trailer zu holen. Wobei mir der Verkäufer sowie seine Freundin oben noch einmal Versicherte das die Rücknahme möglich ist. Dies hat Sie mir ja noch einmal am Telefon bestätigt. Weist dies nicht eigentlich auf das Gegenteil hin das ich das Auto nur unter dieser Rücknahmegarantie gekauft habe?
Wie würden die Chancen in etwa vor Gericht stehen?
Ich weis das keine eindeutige Aussage möglich ist, jedoch wäre es gut zu wissen.
Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.11.2007 | 10:24

Mit dem Freund hatte ich anders verstanden: wenn er also behauptet, das Fahrzeug sei von einer Werkstatt untersucht worden und es nun ein Freund ist, so ist dies sicherlich auch ein Anknüpfungspunkt, da er damit sozusagen versichert hat, dass es fachmännisch auf Fehler untersucht wurde.

Zudem ist es natürlich ein Indiz, dass Sie die Pumpe bestellt haben.

Ich denke, das vor Gericht der Erfolg oder Misserfolg der Sache von den Angaben der Freundin abhängen, da Sie für all das keine Zeugen haben.

Für einen Erfolg spricht, dass Ihnen die Rückabwicklung angeboten wurde und er Ihnen versichert hat, dass es nur die Pumpe sein kann und er dies über ein Werkstatt erfahren hätte (was gelogen war).

Gegen einen Erfolg spricht, dass wenn die Freundin dies nicht bestätigt, sie eben keine Beweise haben und bei einem so alten Auto auch mehrere Mängel auftauchen können, was die Gerichte als vollkommen normal ansehen.

Da es letztendlich bei diesem Fall auf die richterliche Würdigung ankommt, ist es eben sehr schwer zu beurteilen.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER