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Gebrauchtwagenkauf Gewährleistung Austausch- oder Neuteil, fremde Werkstatt

22.05.2015 11:02 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


15:57

Zusammenfassung:

Erstattung der Werkstattkosten bei Gewährleistung KFZ- Gebrauchtwagenkauf

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe ein gebrauchtes KFZ gekauft, Kaufpreis 2.700 EUR (BJ 2002, 140.000 km). Dies beim Händler. Bei der Probefahrt konnte das Fahrzeug nicht selbstständig starten, Diagnose Händler: Defekte Batterie. Diese wurde überbrückt und der Wagen sprang an. Während der Probefahrt habe ich die Funktion der Kupplung etc. auf einem Parkplatz prüfen wollen, bei Last leuchteten sämtliche Warnleuchten auf mit zahlreichen Fehlermeldungen, im Normalverkehr wieder nicht. Der Händer meinte, dies läge an der leeren Batterie, im Falle eines Fahrzeugkaufs würde die Batterie erneuert und dieses Fehler sollte nicht mehr auftreten. Wenn doch, hätte ich ja eine Gewährleistung. Der Verkäufer hat keine eigene Werkstatt.
Nach kauf des KFZ gingen nach 195 km wieder sämtliche Leuchten an, Fehlermeldungen und der Wagen ging aus. Da dies auf einer viel befahrenen Bundesstraße geschah, der Händler telefonisch nicht sofort erreichbar war, wurde über den Schutzbrief der KFZ-Versicherung ein Abschleppunternehmen gerufen. Vor Ort wurde diagnostiziert, dass verumtlich die Lichtmaschine defekt sei. Das Fahrzeug wurde zur nächstgelegenen Werkstatt geschleppt. Dort angekommen, konnte ich den Händler erreichen und ihm die Sache mitteilen. Er sagte mir, dass er die Sache lieber selbst instand gesetzt hätte, da er einen Rentner kennt, der ihm die Lichtmaschine wieder herrichten könne. Ich habe ihm angeboten, das Fahrzeug bei der Werkstatt ab zu holen, oder mit der Werkstatt zu sprechen, ob das dort so möglich ist. Er sagte mir, dass er das Fahrzeug nicht holen könne und ich sollte ihn anrufen, wenn mir die Werkstatt die Diagnose mitgeteilt hätte, sollte also die Reperatur in Auftrag geben.
Leider hat mich die Werkstatt erst angerufen, als die Sache schon repariert war, also eine neue Lichtmaschine eingebaut wurde. Der Händler sagt nun, dass er die Rechnung nicht in voller Höhe zahlen kann, da er die Sache hätte deutlich günstiger reparieren lassen können, ich ihn nicht angerufen habe und ich kein anrecht auf eine neuwertige Lichtmaschine hätte, sondern nur auf eine dem Alter und Laufleistung des Fahrzeugs entsprechende Maschine.
Er sagt, er hätte den Schaden für 150-200 EUR richten können, ich muss 650 EUR zahlen.

Fragen:
Stimmt die Aussage, dass ich kein Anrecht auf einen Neuwertige Lichtmaschine habe?
Da der Händler nicht tätig geworden ist, muss er jetzt tatsächlich nicht die Rechnung der Fremdwerkstatt zahlen?
Macht es Sinn, sich mit einem anwaltlichen Schreiben an den Händler zu wenden oder sind die Aussichten eher gering (Rechnung 650 EUR in Bezug auf Kaufpreis 2.700 EUR)?

Ich bin nicht klagefreudig und würde auch problemlos einen Teil der Kosten übernehmen wollen, hätte nur gerne gewusst, wie die rechtliche Sache aussieht.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen, danke vorab!

22.05.2015 | 11:37

Antwort

von


(301)
Hopfengartenweg 6
90451 Nürnberg
Tel: 091138433062
Web: http://www.frischhut-recht.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Aus § 323 BGB: Rücktritt wegen nicht oder nicht vertragsgemäß erbrachter Leistung i.V.m. § 440 BGB: Besondere Bestimmungen für Rücktritt und Schadensersatz ergibt sich, dass Sie dem Verkäufer zunächst Gelegenheit geben müssen, den Mangel nachzubessern, bevor Sie von weitergehenden Rechten (Rücktritt, Kaufpreisminderung oder Schadensersatz) Gebrauch machen können.

Ihnen stehen grundsätzlich zwei Formen der Nacherfüllung zu: Die Nachbesserung oder die Nachlieferung einer mangelfreien Sache. Zwischen diesen beiden Varianten können Sie nach eindeutigem Wortlaut des § 439 BGB: Nacherfüllung wählen. Der Verkäufer kann nur dann die von Ihnen gewählte Art der Nacherfüllung ablehnen, wenn diese unmöglich ist oder nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten zu leisten ist.

1.
Stimmt die Aussage, dass ich kein Anrecht auf einen neuwertige Lichtmaschine habe?

Unter Hinweis auf die vorgenannte Rechtslage stimmt die Aussage insoweit, dass es zulässig gewesen wäre, wenn Ihr Verkäufer im Rahmen der Nachbesserung eine funktionstüchtige gebrauchte Lichtmaschine eingebaut hätte, die dem Alter der ursprünglich verbauten Lichtmaschine entspricht.

2.
Da der Händler nicht tätig geworden ist, muss er jetzt tatsächlich nicht die Rechnung der Fremdwerkstatt zahlen?

Nach Ihren Ausführungen bestand seitens des Verkäufers Einverständnis, eine Diagnose seitens der Drittwerkstatt durchführen zu lassen. Darauf hin wurde die defekte Lichtmaschine jedoch sogleich ausgetauscht. Damit wurde dem Verkäufer das Recht zur zweiten Andienung vorenthalten. Wie oben dargestellt besteht in der ersten Stufe der Mangelgewährleistung nur Anspruch auf Nachbesserung oder Neulieferung. Ein Anspruch auf Selbstvornahme besteht hingegen nicht.

3.
Macht es Sinn, sich mit einem anwaltlichen Schreiben an den Händler zu wenden oder sind die Aussichten eher gering (Rechnung 650 EUR in Bezug auf Kaufpreis 2.700 EUR)?

Nach alledem rate ich Ihnen an, sich die weiteren Kosten einer anwaltlichen Inanspruchnahme zu sparen. Die Erfolgsaussichten schätze ich als eher gering ein, so dass zu befürchten steht, dass Sie die Kosten Ihres Anwalts nicht bei Ihrem Verkäufer erstattet verlangen können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Mikio Frischhut

Rückfrage vom Fragesteller 22.05.2015 | 13:56

Sehr geehrter Herr Frischhut,
ich danke für die schnelle und ausführliche Antwort, und habe verstanden, dass es besser gewesen wäre, vor Austausch der Lichtmaschine den Händler erneut zu kontaktieren, wenn es mir denn möglich gewesen wäre. Was ist nicht verstanden habe, ob ich jetzt trotzdem ein Anrecht auf Teilzahlung der Rechnung habe, da dem Händler ja Kosten entstanden wären, wenn er die Lichtmaschine selber instand gesetzt hätte + Diagnose + Ein- und Ausbau, oder ob ich da gar kein Anrecht drauf habe?
Besten Dank und ein schönes langes Wochenende wünsche ich,
Klaus Kaulard

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.05.2015 | 15:57

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ein Anspruch gegen den Verkäufer auf vollständige oder teilweise Übernahme der Reparaturkosten dürfte bedauerlicherweise nicht bestehen.

Ich wünsche Ihnen gleichfalls ein erholsames Wochenende!

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.iur. Mikio A. Frischhut
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(301)

Hopfengartenweg 6
90451 Nürnberg
Tel: 091138433062
Web: http://www.frischhut-recht.de
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