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Garantie oder Gewährleistung ?

06.02.2008 14:46 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Lausch


Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,
seit 1997 habe ich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach meines Hauses in Betrieb genommen. Mit dieser Anlage wird aus Sonnenenergie Strom gewonnen. Über drei Wechselrichter, die im Hause eingebaut sind, wird der erzeugte Strom auf 220 Volt umgewandelt und ins öffentliche Stromnetz geleitet.

Bis zum 13.10.2003 arbeitete die Anlage einwandfrei. An diesem Tag meldete ein Wechselrichter ein Defekt an. Die Fachfirma, die den Einbau vorgenommen hat baute den Wechselrichter aus und schickte diesen an das Herstellerwerk. Das defekte Gerät wurde ausgetauscht und mit 544,33 € plus Anfahrt und Eibaukosten berechnet.

Fast 3 Jahre später meldete das ausgetauschte Gerät am 17.01.2006 wieder einen Defekt an. Die gleiche Fachfirma tauschte das Gerät wieder aus, schickte es in das Herstellerwerk und baute am 13.02.2006 ein Ersatzgerät ein. Die Kosten betrugen nun 290,46 € plus Anfahrt- und Eibaukosten.

Am 25.01.2008, also knapp 2 Jahre später meldete der gleiche Wechselrichter wieder einen Defekt an. Am 29.01.2008 baute die gleiche Fachfirma dieses Gerät aus und schickte es in das Herstellerwerk. Nun warte ich bis heute, was geschehen wird.

Meine Fragen dazu: Die Fachfirma hat die Anlage überprüft und keine Mängel festgestellt. Die zwei anderen Wechselrichter arbeiten seit Beginn störungsfrei. Beim letzten Defekt liegt hier eine 2 jährige Gewährleistung vor? Der Hersteller der Wechselrichter spricht von einer Einjahresgarantie. Wer trägt die Anfahrt- und Einbaukosten der Fachfirma?

Am 23.01.2006 wirbt der Hersteller dieser Wechselrichter mit folgendem Slogen: Die Erträge Ihrer PV-Anlage hängen wesentlich von der Zuverlässigkeit und Langlebigkeit des Wechselrichters ab: Für eine langfristige Funktionalität werden in unseren "Sunny Boys Wechselrichter" ausschließlich Bauteile verwendet, deren Hersteller eine Lebensdauer von mehr als 20 Jahre garantieren. Dieser Ausdruck liegt mir vor. Wie sollte ich mich verhalten?

Mit freundlichen Grüßen
Wilfried H.




Sehr geehrter Fragesteller,

Garantieansprüche des Herstellers sind von der gesetzlichen Gewährleistung zu unterscheiden.

Die Garantie ist eine freiwillige Lesitung des Herstellers, in der Gestaltung und Laufzeit dieser Bedingungen ist der Hersteller frei.

Die Gewährleistungsfrist ist gesetzlich festgelegt und beträgt für Neuware grundsätzlich zwei Jahre, Ansprechpartner für Gewährleistungsansprüche ist stets der Händler, nicht der Hersteller. Der Händler jedoch kann ggfs. Rückgriff beim Hersteller nehmen.

Die gesetzliche Gewährleistung bezieht sich auf die Mangelfreiheit des Kaufgegenstandes zum Zeitpunkt der Übergabe an den Käufer, nicht auf Funktionsfähigkeit über einen Zeitraum von wenigstens zwei Jahren. Ein Mangel muss zum Übergabezeitpunkt nicht erkennbar sein. Es kommt vielmehr darauf an, dass die Ursache des Mangels zu diesem Zeitpunkt vorhanden sein muss, auch wenn sich dieser erst Monate später auswirkt.

Zeigt sich der Mangel vor Ablauf von sechs Monaten nach Übergabe, gilt eine gesetzliche Vermutung dafür, dass der Mangel bereits bei Übergabe vorhanden war, das Gegenteil müßte der Händler beweisen. Nach sechs Monaten tritt eine Beweislastumkehr ein, d.h. Sie als Käufer müßten im Bestreitensfall beweisen, dass der Mangel bereits bei Übergabe vorhanden war. Dies wird ggfs. nur durch ein Sachverständigengutachten möglich sein, der Ausgang eines solchen Streites ist also derzeit ungewiss.

Erlauben Sie mir den Hinweis, dass nach der Schilderung des Sachverhaltes - Ausfall eines Wechselrichters an jeweils gleicher Position innerhalb der Anlage - nicht auszuschließen ist, dass doch ein Fehler der Anlage selbst vorliegt.

Sie sollten diese Frage gegenüber der Fachfirma offen ansprechen, evt.lässt sich zumindest in diesem Fall eine Kulanzregelung treffen.

Vielleicht setzen Sie sich daneben einmal selbst mit dem Hersteller der Wechselrichter in Verbindung und schildern den Sachverhalt. Möglicherweise kann mit Hilfe des Herstellers die Ursache des Problems gefunden werden.

Mit freundlichem Gruss
RAin Lausch


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