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Ehemalige Firma unterstellt Unterschlagung von Geld

09.01.2015 23:54 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung: Haftung des Arbeitnehmers für Kassenfehlbeträge.

Hallo,

Ich bekam gestern einen Brief von meiner ehemaligen Firma welche mich auffordert knapp 11.000€ zu zahlen.
Zum Hintergrund: 2010 fing ich dort an und übernahm drei Bargeldkassen. Zwei davon stellen keine Probleme dar. Jedoch eine "Taschengeldkasse" im Seniorenheim weist einen Fehlbetrag über knapp 11.000€ aus. Zu Anfang meiner Einarbeitung musste ich ein Übernahmeprotokoll unterschreiben. Dort war damals ein Minus in Höhe von ca 2.000€
Im Jahr 2010 führte ich dann keine weiteren Kontrollen durch und gab das Geld aus an die Bewohner bzw bestellte neues von der Bank, wenn das Geld zu Ende ging.
Als ich im Feb 2011 dann gekündigt hatte für einen neuen Job ist der Fehlbetrag aufgefallen. Es wurde damals kurz darüber gesprochen und mit "wir klären das" bei Seite gelegt. Da der Schlüssel zu den Kassen für alle öffentlich und Bekannt in meiner Schreibtischschublade lag konnten wir das nicht klären. Und mindestens 4 Leute Zugang zu den Kassen hatten.

Wie gesagt, nun nach 4 Jahren bekomme ich dieses Schreiben mit der Zahlungsaufforderung.. Nächste Wohe setzten wir uns zusammen und prüfen das alles.
Ich bin sehr verzweifelt...! Was soll ich nun tuen?
Eine Rechtsschutzversicherung habe ich nicht und um des Friedens und Führungszeugnis Willen werde ich das wohl zahlen müssen, da es ja unter meiner Kassenfuhrung passiert ist.? Ich weiß dass ich Protokolle führen hätte müssen aber ich war einfach noch zu jung und beruflich unerfahren.
Vielen Dank für die Hilfe

Einsatz editiert am 10.01.2015 00:01:21

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sollten nicht zahlen. Selbst wenn Sie für Fehlbeträge haften würden, wäre der Anspruch des Arbeitgebers verjährt. Die Verjährungsfrist beträgt nach § 195 BGB drei Jahre und beginnt am Ende des Jahres zu laufen, in dem der Anspruch entsteht. Geht man von der Kenntnis des Arbeitgebers 2011 aus, dann wären Ansprüche Ende 2014 verjährt.

Sie haften aber auch abgesehen von der Verjährung nicht automaisch für Fehlbeträge. Nach der Rechtsprechung haftet der Arbeitnehmer nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit voll. Auch wenn Sie in 2010 Kontrollen versäumt haben, würde ich eher von "normaler Fahrlässigkeit" ausgehen. Es kommt entscheidend hinzu, dass mehrere Personen Zugang zur Kasse hatten und es nicht beweisbar sein wird, dass Sie verantwortlich sind. Automatisch haften Sie nur für einen Fehlbetrag, wenn Ihr Arbeitsvertrag eine wirksame Mankoabrede enthielt. Hierzu gehört aber auch ein sog. Mankogeld. Hiervon gehe ich nicht aus.

In allen anderen Fällen trägt der Arbeitgeber die Beweislast für das Verschulden des Arbeitnehmers. Die Gerichte sind hier recht streng. Da letztlich eine Vielzahl von Personen Zugang hatte, wird man Ihnen nichts nachweisen können.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeits- und Familienrecht


Nachfrage vom Fragesteller 11.01.2015 | 15:48

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Sollte man nicht von "normaler bzw einfacherer Fahrlässigkeit" ausgehen weil ich keine Kassenkontrollen geführt habe, was passiert dann? Man könnte mir eventuell grobe Fahrlässigkeit vorwerfen?
Wäre es trotzdem verjährt? Aufgefallen,wie gesagt, 2011.
Wie sieht es denn strafrechtlich aus?
Außerdem bin ich mir sehr unsicher ob ich den Gesprächstermin nächste Woche überhaupt wahrnehmen soll. Sollte diese Sache wirklich verjährt sein (auch bei grober Fahrlässigkeit), würde ein Anruf mit "Da die Ansprüche seit Dez 14 verjährt sind, werde ich den Termin mit Ihnen nicht wahrnehmen" doch ausreichen. Und es wäre erledigt?

Ich hoffe das fällt noch unter die kostenlose Nachfragefunktion.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.01.2015 | 21:17

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne komme ich auf die Nachfrage zurück.

Die strafrechtliche Verjährung beträgt drei Jahre und damit wäre ein strafbares Verhalten ebenfalls verjährt.

Egal welchen Grad des Verschuldens man annimmt, zivilrechtliche Schadensersatzansprüche sind so oder so verjährt. Der Grad des Verschuldens hätte nur für die Höhe des Anspruchs eine Bedeutung.

Die Verjährung begann Ende 2011 zu laufen und damit sind Ansprüche am 31.12.14 verjährt.

Ich sehe keinen Grund einen Termin wahrzunehmen. Wenn doch, sollten Sie eine Vertrauensperson mitnehmen. Im Kern würde ich raten die Ansprüche schriftlich zurückzuweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

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