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Ebay, Privatverkauf, Artikel defekt, Transportversicherung zu niedrig

06.05.2020 20:01 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren.

Wir haben uns vor 2 Wochen auf Ebay ein gebrauchtes KitchenAid Waffeleisen für 555,- € + 9,90 € Versand gekauft. Laut Beschreibung des Verkäufers befände sich dieses in einem "TOP Zustand".
Da dieses nicht mehr hergestellt wird und auch keine Ersatzteile mehr lieferbar sind, ist dieses Waffeleisen sehr begehrt.
Beim Entpacken des Kartons war unser Nachbar auf Bitte meiner Frau mit anwesend, da ich selbst in der Arbeit war. Gemeinsam stellten sie fest, dass beide Griffe des Waffeleisens gebrochen waren. Das schwere Mittelteil des Waffeleisens lag beim Entpacken mit beiden Griffen auf den Halterungen auf,ohne zwischen gepolstert zu sein. Das Verpackungsmaterial war auch eher lose um das Gerät herum gestopft, nichts am Waffeleisen war umwickelt oder zusätzlich durch Klebeband gesichert. Da das Gerät knapp 9kg schwer ist, sind nun beide Griffe (zum Wenden des Waffeleisens während des Backens) massiv angebrochen, der eine Griff ist so gebrochen, dass man das Gerät nicht mehr in der Halterung drehen kann. Außerdem sind beide Abdeckungen der Kabel Halterungen beim Entpacken heruntergefallen. Das Gerät selber war ziemlich verdreckt, die Bedienungsanleitung war vorderseitig bemalt und einzelne Seiten fielen uns entgegen. Der Verkäufer beteuert, dass er das Waffeleisen im voll funktionsfähigen Zustand abgeschickt hat. In der Artikelbeschreibung steht: da Privatverkauf keine Garantie oder Rücknahme. Der Verkäufer möchte keine Rückabwicklung gewähren da er der Meinung ist, Hermes habe für den Versand zu haften. Wir sollen uns mit Hermes in Verbindung setzen, da es sich um einen Transportschaden handelt.
Also haben wir eine Schadensmeldung an Hermes geschickt inkl. Fotos usw.
Beim Belesen der Hermes Versand AGBs viel uns schon auf , dass der Verkäufer das Paket mit einem 500€ überschreitenden Wert, gar nicht über Hermes versenden hätte dürfen. Nun beruft sich Hermes natürlich auf diesen Maximalwert der zu versendenden Pakete und stellt nun einen Schadensersatz der anhand von einem Kilo Preis berechnet wurde in Aussicht.

Tags darauf erhielten wir folgende Antwort von Hermes:


vielen Dank für Ihre Nachricht.

Es tut mir sehr leid, dass Ihre Sendung beschädigt ist.

Hermes befördert Sendungen, die der jeweils gültigen Preis- und Serviceübersicht sowie den jeweils gültigen Regelungen zur Verpackung und Kennzeichnung genügen und deren Wert 50,00 Euro pro Päckchen, 500,00 Euro pro Paket und 1.000,00 Euro pro Reisegepäckstück nicht übersteigt.

Entsprechend der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB 4 fortfolgend) werden durch Hermes im Rahmen des privaten Paketservices, Sendungen mit einem Wert von über 500,00 Euro nicht angenommen.

Wird uns dennoch ein derartiger Inhalt zum Transport übergeben, so richtet sich die Haftungshöchstgrenze nach § 431 Handelsgesetzbuch (HGB ).
Daher bewertet Hermes die Höhe des Ihnen entstandenen Schadens über eine Gewichtsabrechnung auf Grundlage des Handelsgesetzbuches (HGB):

Die gesetzliche Haftung ist auf einen Wert von 8,33 Rechnungseinheiten/Kilogramm Sendungsgewicht begrenzt. Die genannte Rechnungseinheit ist das Sonderziehungsrecht (SZR) des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Zeit der Übernahme am 24.04.2020. Ausgehend von einem Sendungsgewicht von 10 kg ergibt sich folgende Berechnung: 8,33 x 1,25898 x 10 kg.

Die gesetzliche Haftungshöchstgrenze beträgt demnach 115,82 Euro inklusive Transportkosten.

Der Betrag wird in den nächsten Tagen auf das angegebene Konto überwiesen.


Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.



Herzliche Grüße aus Hamburg
Hermes Germany GmbH


Auch unsere Nachforschungen beim Ebay Service liefen etwas ins Leere. Ebay eröffnet zwar einen Fall, bedauert aber den geringen Schadensersatz durch Hermes. Da die Bezahlung durch Überweisung erfolgte und nicht via PayPal (wurde vom Verkäufer nicht angeboten) sind aber Ebay die Hände gebunden. Nun sind wir verunsichert.
Welche Möglichkeiten haben wir als Käufer nicht auf dem Schaden sitzen zu bleiben? Wir haben weder das Gerät selbst unzureichend verpackt noch das Paket über den falschen Dienstleister versendet. Müssen wir uns nun mit der sehr geringen Schadensersatz Summe durch Hermes zufrieden geben, oder gibt es eine Möglichkeit noch die volle Summe bei Verkäufer oder Versand geltend zu machen?

06.05.2020 | 20:46

Antwort

von


(1989)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bei einem Kauf von einem privaten Käufer tragen Sie grundsätzlich das Risiko einer Beschädigung beim Versand.

Ich habe nach Blick auf die Auktion aber meine Zweifel, ob der Verkäufer wirklich privat handelt. Mit über 2.000 Bewertungen und aktuell mehreren gleichartigen neuen und originalverpackten Artikeln im Angebot bin ich mir relativ sicher, dass ein Gericht im Streitfall die Tätigkeit bei ebay als gewerblich einstufen würde (vgl. BGH, Urteil vom 04.12.2008 - Az. I ZR 3/06 . Die Folge wäre, dass der Verkäufer gemäß § 475 Absatz 2 BGB das Risiko des Transportschadens trägt und Ihnen den Schaden ersetzen bzw. das Gerät gegen Rückzahlung des Kaufpreises ersetzen muss. Ich gehe dabei davon aus, dass Sie das Waffeleisen für den privaten Gebrauch erworben haben.

Aber selbst wenn es sich um einen privaten Verkäufer gehandelt hätte, hätte er die Ware ordnungsgemäß verpacken müssen (und ausreichend versichern müssen, wenn versicherter Versand vereinbart war). War das Gerät erkennbar nicht transportsicher verpackt, haftet auch der private Verkäufer für den dadurch entstandenen Schaden.

Sie können daher gegenüber dem Verkäufer den Kaufvertrag mit Hinweis auf die gewerbliche Tätigkeit widerrufen und eine Rückzahlung des Kaufpreises (abzüglich der von Hermes erhaltenen Summe) gegen Rückgabe des Gerätes verlangen. Alternativ können Sie auch die Reparatur verlangen, soweit dies möglich und für Sie von Interesse ist. Ein Hinweis auf das Interesse von eBay und Finanzamt an einer verschleierten gewerblichen Tätigkeit kann ggf. Wunder wirken, wenn der Verkäufer sich querstellt. Hilfsweise sollten Sie Schadensersatz in Höhe der Differenz zwischen Hermes-Zahlung und Kaufpreis wegen unzureichender Verpackung verlangen.

Verweigert der Verkäufer trotz Fristsetzung jeglichen Ausgleich, können Sie einen auf Kaufrecht spezialisierten Anwalt vor Ort mit der Durchsetzung Ihrer Ansprüche beauftragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

ANTWORT VON

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