Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Versandrisiko bei Käufer oder Verkäuferebay KLeinanzeigen

| 26.08.2015 14:40 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


A (Käufer) hat ein motorrad teil über ebay kleinanzeigen gekauft. per überweisung vorab gezahlt. verkäufer (B) verschickt als paket. ware kommt an, A ist aus bestimmten gründen nicht zufrieden. etwas hin und her Geschreibe. Verkäufer erklärt sich einverstanden A ersatz zu schicken, da er 2 exemplare hat. A schickt sein Teil per paket zurück, also versichert.

nun schickt B, zumindest laut seiner angabe, das andere Teil raus, allerdings als PÄCKCHEN. B schickt A ein foto von dem auf dem päckchen befindlichen ausgedruckten aufkleber.

Das Päckchen kommt natürlich nie bei A an. nachforschungsantrag ist gestartet laut angeben von B aber wie wir alle wiessen wird das eh nix bringen. das ding ist weg. ist jetzt 4 wochen her

warenwert ist 200 euro. paket hätte genau euro mehr gekostet!

Nun ist es so: A hat B nicht nicht expliziert vorher gesagt, er soll es als versichertes paket rauschicken (da A zum einen sowieso davon ausgehen dass jeder "normale" mensch das macht und zum anderen da A ev schlüssig dabon ausgehen kann , dass B es als paket versendet weil ja auch das ursprungsprodukt von ihm per paket gekommen ist).

verkäufer ist privat, käufer bin privat.

so wie ich das sehe trägt der käufer grds. bei kauf von privat ja das versandriskiko. ist das noch aktuell?

allerdings: hätte er A nicht vorher ausdrücklich auf den unversicherten versand als päckchen hinweisen müssen? er hat A auch nicht vorher gefragt. und A ist eben wie gesagt auch durch die art der ersten sendung stillschweigend (schlüssig?) von paketversand ausgegangen. auch A hat ja als paket zurückgeschickt (falls das relevant ist). davon abgesehen kann B imho die aufgabe des päckchens nicht beweisen, denn ein foto von dem aufkleber ist ja kein beweis des abschickens und imo auch keinen rechnung von dem tag, oder?

B zeigt sich null kooperativ. A möchte nicht auf dem schaden sitzenbleiben schaden sitzenzubleiben. auch wenn es nur 200 euro sind, würde ich es A auf einen rechtsstreit ankommen lassen denke ich, aber nur wenn A eindeutig im recht ist ..rechtschutzversicherung nicht vorhanden...

ist die situation für A Sicher, schwierig oder aussichtslos?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Tatsächlich trägt bei einem Kaufvertrag zwischen Privatpersonen der Käufer das Risiko, dass die Ware auf dem Versandweg verloren geht. Der Verkäufer schuldet grundsätzlich nur die Übergabe an das Transportunternehmen, siehe § 447 BGB. Allerdings muss der Verkäufer diese Übergabe beweisen. Da er bei einem Päckchen nach meinem Wissensstand keinen Einlieferungsbeleg oder ähnliches erhält, müsste er diesen Beweis z.B. durch Zeugen erbringen, was in der Praxis schwierig werden könnte. Der alleinige Nachweis, dass eine Versandmarke gekauft und auf ein Päckchen geklebt wurde, reicht insoweit nicht aus.

Kann der Verkäufer diesen Beweis erbringen, kommt es darauf an, ob hier ein unversicherter Versand zulässig war. Grundsätzlich darf der Verkäufer die Ware auch unversichert versenden. Allerdings kann sich aus vertraglichen Vereinbarungen oder den Gesamtumständen auch eine Pflicht zur Transportversicherung ergeben. Dies ist z.B. der Fall, wenn Sie die Versandkosten in Höhe eines versicherten Paketes übernommen haben. Es wird in der Rechtsliteratur auch vertreten, dass eine Pflicht zur Versicherung besteht, wenn die Haftung der Transportperson die Transportrisiken nicht hinreichend abdeckt; zumindest aber müsse der Verkäufer beim Käufer vor Versand nachfragen, wenn eine Versicherung nicht fern liegt. In Ihrem Fall käme noch hinzu, dass die bisherige Abwicklung ausschließlich über versicherte Pakete erfolgte und Sie daher damit rechnen durften, dass auch die zweite Zusendung auf diesem Wege erfolgen würde.

Ich sehe daher durchaus gute Chancen, dass Sie gerichtlich einen Liefer- bzw. Rückzahlungsanspruch durchsetzen können. Ein gewisses Prozessrisiko verbleibt aufgrund der oben geschilderten Rechtslage aber leider, sodass eine außergerichtliche Einigung (ggf. mit anwaltlicher Hilfe) vorzuziehen wäre.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 01.09.2015 | 11:33

Sehr geehrter Herr Wilking,

Vielen dank für die antwort.

haben sie für diese passagen:

"Es wird in der Rechtsliteratur auch vertreten, dass eine Pflicht zur Versicherung besteht, wenn die Haftung der Transportperson die Transportrisiken nicht hinreichend abdeckt;"

und

"zumindest aber müsse der Verkäufer beim Käufer vor Versand nachfragen, wenn eine Versicherung nicht fern liegt."

Belege Urteile, die ihre Einschätzung unterstützen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.09.2015 | 12:02

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Diese Ansichten werden in der Rechtsliteratur (Kommentaren zum BGB) vertreten. So z.B. im Kommentar von Soergel/U. Huber, 12. Aufl 1991, Vor § 446 Rn 59 ff, § 447 Randnummer 48: Pflicht zur Versicherung, wenn die Haftung der Transportperson die Transportrisiken nicht hinreichend abdeckt; Staudinger/Beckmann, § 447 Randnummer 31: bei hinreichendem Anlass. Nach Erman/Grunewald § 447 Randnummer 17 muss der Verkäufer beim Käufer nachfragen, wenn eine Versicherung nicht fern liegt. Spezielle Urteile, die diese Ansichten konkret belegen, werden aber leider nicht genannt und sind mir auch nicht bekannt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 03.09.2015 | 10:59

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"wirklich in ordnung!"
FRAGESTELLER 03.09.2015 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70814 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
letztlich hab mir die Antwort insoweit geholfen das ich mir ein besseres Bild von meiner Situation machen konnte. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Beantwortung hat mir in der Situation immerhin bestätigt das ich zu recht etwas vorsichtig vorgehen musste. Dafür vielen lieben Dank. ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Nach meiner Rückfrage war die Antwort für mich dann plausibel und hilfreich, wenn auch nicht positiv. Hat gut geklappt. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER