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Brief vom Mieterbund erhalten

| 10.02.2019 20:26 |
Preis: 42,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


Ich erhielt einen Brief vom Mieterverein.Eine Mieterin,die hier wohnte,hat den Mieterverein eingeschaltet,weil sie ihre Nebenkostennachzahlung aus 2017 von 125 Euro nicht zahlen möchte. Diese Mieterin ist ausgezogen im Jahre 2018,sie hat hier 8 Jahre gewohnt und niemals die Nebenkostennachzahlungen moniert,sondern immer anerkannt. Ich habe 8 Jahre die Nebenkostenvorauszahlungen nicht erhöht,so daß eine Nebenkostennachzahlung wohl niemanden wundern sollte.
Meine Frage: man hat mir eine Frist von 3 Wochen gesetzt und um Einreichen aller Originalrechnungen für die Nebenkostenberechnung 2017 gebeten.Allerdings ist das Schreiben alles andere als höflich!
Muß ich nun mit dem Mieterverein der Exmieterin verhandeln oder ist nicht vielmehr die Exmieterin für mich der Ansprechpartner? Ich habe der Exmieterin per Mail mitgeteilt,daß sie die Originalrechnungen der angefallenen Nebenkosten bei mir einsehen kann.
Der Mieterverein will keine Kopien haben,sondern Originalrechnungen.Ich bin aber nicht bereit,meine Originalrechnungen an die zu senden.
Wie soll ich vorgehen? Sollte ich meinen Anwalt einschalten? Wegen der Summe von 125 Euro meine ich,daß sich das nicht unbedingt lohnt.
Für Antwort,wie ich mich nun verhalten soll,danke ich.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sie dürfen weiterhin direkt mit Ihrer Mieterin korrespondieren. Sie müssen aber damit rechnen, daß diese Ihre Schreiben dem Mieterverein vorlegt und die Mieterin nicht mehr selbst antwortet. Aus Zeitgründen dürfte es daher sinnvoller sein, wenn Sie direkt mit dem Mieterverein korrespondieren - dieser vertritt Ihre Ex-Mieterin ja schließlich.

2. Wenn Ihre Ex-Mieterin im gleichen Ort wie Sie lebt, reicht es aus, wenn Sie die Einsichtnahme in die Belege anbieten. Das ist dem Mieterverein wahrscheinlich zu umständlich und aufwendig - das ist aber nicht Ihr Problem. Nach BGH, Urteil v. 8.3.2006, VIII ZR 78/05 , steht dem Mieter ein Recht auf Übersendung von Belegen grundsätzlich nicht zu.

Das ist aber anders, wenn zwischen Ihrer Wohnung/Büro/Hausverwaltung und dem Wohnort des Mieters eine größere Entfernung besteht. Die Grenze liegt nach der Rechtsprechung etwa bei 20 bis 30 Kilometern. In diesem Fall kann der Mieter - gegen Kopierkostenerstattung - die Übersendung von Belegkopien verlangen. Die Übersendung von Originalen wird aber auf keinen Fall geschuldet - diese sollten Sie auch nicht herausgeben.

3. Ob es wirtschaftlich ist, Ihren Anwalt mit der Vertretung zu bemühen, halte ich angesichts der geringen Forderung für zweifelhaft. Ich habe Ihnen aber hoffentlich einige Argumente an die Hand gegeben, die Sie auch selbst gegenüber dem Mieterverein vertreten können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 11.02.2019 | 01:38

Hallo Herr Rechtsanwalt!
Der Mieterverein der Exmieterin von mir,hat mir mitgeteilt,daß sie nur Originalrechnungen der Nebenkostenabrechnung von mir fordern. Ich gebe die Originalrechnungen aber nicht raus,weder an Exmieterin,noch an ihren Mieterverein.
Ich habe mit Fristsetzung von 3 Wochen ,die Mieterin informiert,sich die Originalrechnungen anzusehen bei mir oder ihr Mieterverein. Da die Exmieterin im Norden Deutschlands wohnt,gehe ich davon aus,daß sie Kopien haben möchte.Dieses habe ich ihr auch mitgeteilt,allerdings gegen Kosten der Kopien und Portokosten,die vorab an mich zu zahlen sind,wenn sie oder ihr Mieterverein nicht vor Ort kommen können.
Was mache ich,wenn der Mieterverein auf Originalrechnungen beharrt? Dann kann ich nur meinen Anwalt hier vor Ort bitten,die Angelegenheit mit denen zu klären.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.02.2019 | 08:56

Der Mieter hat keinen Anspruch auf Übersendung der Originalbelege durch den Vermieter. Allerdings hat der Mieter das Recht, die Originalunterlagen beim Vermieter einzusehen und muss sich nicht auf Kopien verweisen lassen, so BGH, Urteil vom 8. 3. 2006 – VIII ZR 78/05 .

Sie können also die Übersendung der Originale verweigern. Die Nachzahlungsforderung müssten Sie dann gerichtlich durchsetzen, wenn die Mieterin sie nicht zahlt.

Bewertung des Fragestellers 13.02.2019 | 01:05

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