Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.892
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Besteht ein Makler-Alleinvertrag Verkauf durch Erbengemeinschaft


27.10.2015 13:58 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch



Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin, Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

Wir aus drei Parteien bestehende Erbengemeinschaft wollen eine Immobilie verkaufen. Die Erbengemeinschaft besteht aus meinem Onkel (2/5), meiner Mutter (2/5) und meiner Person (1/5).
Die Erbengemeinschaft hat sich darauf geeinigt, dass mein Onkel gegen eine Abfindung aus der Erbengemeinschaft zum 30.10.2015 ausscheidet. Die Erbteilabtretung wird am 28.10.2015 notariell beurkundet. Meine Mutter und ich sollen dann im Grundbuch eingetragen, eine Beauftragung an den Notar wird ebenfalls diesbezüglich am 28.10.2015 erteilt. Die Erblasserin ist bis dato als alleinige Besitzerin im Grundbuch eingetragen.
Bei einem Makler habe ich erstmals am 15.10.2015 per Email die Immobilie samt Kopien der Grundrisse, Ansichten und Erbschein per Email zum Verkauf angeboten. Der Makler schien an dem Objekt interessiert zu sein und rief mich Minuten später zurück. Der Makler wurde über die bestehende Erbengemeinschaft nochmals informiert. Die Mietverträge fehlten noch, meine Mutter und ihr Begleiter brachte sie dem Makler persönlich in die Geschäftsräume. Bei diesem Zusammentreffen am 21.10.2015 unterzeichnete meine Mutter einen Makler-Alleinvertrag mit Laufdauer bis zum 21.04.2015. Ich setzte dann am 23.10.2015 meine Unterschrift auf den gleichen Vertrag.
Der Makler machte aber im Laufe des Gesprächs einen unseriösen Eindruck und wirkt nicht sehr vertrauenserweckend. Wir würden gerne aus dem Vertrag aussteigen. Ein Widerruf blieb erfolglos, da kein Widerrufsrecht im Vertrag steht.
Haben wir einen gültigen Maklervertrag abgeschlossen, obwohl doch die Erbengemeinschaft nicht in Gänze den Maklervertrag unterschrieben hat, da die Unterschrift meines Onkels fehlt?
Dieses habe ich dem Makler per Mail angezeigt. Dieser meinte, es sei ein rechtsverbindlicher Maklervertrag abgeschlossen worden. Das sehen wir aber nicht so, Miterben nur gemeinschaftlich über Nachlassgegenstände verfügen können (§ 2040 Absatz 1 BGB).
Deswegen schrieb ich per Mail:
Bezugnehmend auf meine Emailkorrespondenz möchte ich Ihnen
> folgendes mitteilen.
>
> Ein Maklervertrag ist nicht zustande gekommen. Ich wünsche keine
> Besichtigung der in der Erbengemeinschaft befindlichen Immobilie in der
> X-Y-Str. <Hausnummer in xxxxx Musterstadt durch
> Sie oder Beauftragte.
>
> Es ist ein noch schwebendes Verfahren in der Auseinandersetzung der
> Erbengemeinschaft. Sollten mir
> durch Ihre Handlungen oder sonstige Aktivitäten ein finanzieller
> Schaden entstehen, werden wir Sie
> dafür haftbar machen.

Antwort Makler:
Sehr geehrter Herr HHHHHH,
>
> da Sie anscheinend doch sehr beratungsresistent sind, empfehlen wir
> Ihnen, sich bei einem Juristen zu
> informieren, um diese polemischen Schreiben zu vermeiden. Der Vertrag
> ist wirksam, daher gibt es auch
> kein schwebendes Verfahren. Ganz im Gegenteil, wir zeigen Ihnen
> hiermit Schadensersatzforderungen an,
> falls Sie uns weiterhin an unserer Vertragserfüllung behindern.

Ein möglicher finanzieller Schaden könnte deswegen zu Stande, weil mein Onkel einen geringeren Immobilienwert, der durch ein Gutachten durch einen Sachverständigen ermittelt wurde, akzeptiert. Der wirkliche Marktwert ist um ca. 30% höher als im Gutachten veranschlagt. Da er noch nicht im Grundbuch steht, könnte er sein Veto einlegen, bis der Grundbucheintrag berichtigt wurde und auf .
Ist nun ein rechtswirksamer und damit bindender Maklervertrag zustande gekommen oder nicht?
Welche weiteren Schritte empfehlen Sie mir/uns? Welcher Fachanwalt hat hier mit unserem Thema die größten Überschneidungen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

grundsätzlich hat die Erbengemeinschaft selber keinen wirksamen Maklerauftrag erteilt. Gleichwohl jedoch haben 2 von 3 Mitgliedern der Erbengemeinschaft den Auftrag gezeichnet.
Der Maklervertrag ist aber jederzeit kündbar, das ergibt sich aus § 627 BGB.
Dem Makler wären allenfalls die Auslagen für Anzeigen, notwendige Fahrtkosten also dessen Auslagen zu ersetzen.
Darüber hinaus schuldet der Verkäufer dem Makler keinen Schadenersatz, schon gar nicht in Höhe der Provision.
Solange kein Hauptgeschäft, also der Verkauf des Hauses, zustande gekommen ist, haben Sie hier also keine Probleme.
Gleichwohl kann hier die Beauftragung eines Rechtsanwaltes sinnvoll sein. Dieser könnte diese Rechtslage für den Makler noch einmal zusammen fassen um endgültig Ruhe in den Vorgang zu bringen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 27.10.2015 | 18:38

Sehr geehrter Herr Busch,

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Es ist also kein rechtsverbindlicher Maklervertrag geschlossen worden, sehr gut.
In der Überschrift des Dokuments steht Makler-Allein-Auftrag. Ist dieses einem Maklervertrag gleichzusetzten?
Für uns gibt es noch einige offene Punkte.
Welcher Kaufpreis gilt als Basis für die Vermittlung? Im Makler-Allein-Auftrag ist kein Verkaufspreis enthalten.
Wir hatten uns am bei der Zusammenkunft am auf einen möglichen Preis für die Immobilie verständigt, d.h. er hat diese Zahl auf ein Blatt Papier geschrieben, gegengezeichnet haben wir nicht. Es ist ebenfalls möglich, dass wir mehr Grund abtreten, inklusive einer Garage oder noch mehr Grund mit zwei Garagen. Bei den Varianten 2 und 3 war nur der Grund nach Bodenrichtwert ohne die Garagen angesetzt worden.
Welcher Preis gilt als Verkaufspreis und damit bindend für den Makler? Hat der Makler einen Spielraum, den wir als Verkaufspreis akzeptieren müssen?
Wenn der Makler also die Immobilie nicht verkauft, hat er Anspruch auf eine Vergütung? Erstattung seiner Auslagen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.10.2015 | 18:45

Sehr geehrter Fragesteller,

zum Einen haben Sie mich mißverstanden, zum anderen geht Ihre Nachfrage über die Ursprungsfrage hinaus. Gleichwohl in aller Kürze:

1. Es ist ein wirksamer Maklervertrag zustande gekommen, jedoch nicht für die Erbengemeinschaft sondern den jeweiligen Unterzeichner.
2. Makler-Alleinauftrag ist lediglich eine spezielle Bezeichnung eines solchen Vertrages.
3. Der tatsächlich erzielte kaufpreis.
4.Allein Sie entscheiden, zu welchem Preis Sie veräußern wollen, nicht der Makler.
5.Einen solchen Ersatzanspruch hat der Makler nur, wenn dies ausdrücklich vertraglich vereinbart ist.

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben.


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie sind Immobilienmakler und immer für Ihre Kunden unterwegs?

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61168 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Frage wurde beantwortet. ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Er hat mir bestimmt geholfen, aber leider verstehe ich seine Antwort nicht wirklich. Sollte mein Chef das Weihnachtsgeld rückfordern wird es mir schwer fallen ihm klar zu machen , dass es nicht geht. ...
FRAGESTELLER