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Auflösung Erbengemeinschaft und Grunderwerbsteuer

18.08.2018 22:01 |
Preis: 30,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Diplom Kaufmann Peter Fricke


Guten Tag,

meine Schwester und ich besitzen ein Grundstück mit zwei Immobilien in Erbengemeinschaft zu gleichen Anteilen.

In einem Haus wohnt unser Vater mit lebenslangem Wohnrecht und in dem anderen Haus wohnen meine Frau und ich.

Aufgrund des geplantes Kaufs "unseres" Hauses wurde das Grundstück geteilt und es sind zwei Flurstücke in einem Grundbuch entstanden.

Der notarielle Kaufvertrag wurde nun wie folgt gestalte:

Abschnitt A: Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft

Meiner Schwester und mir wurden je zu 50% ideelle Anteile ins Grundbuch eingetragen.

Mit Hinweis auf Abschnitt B des Vertrages wurde für "unser" Haus ein separates Grundbuch beantragt.

Abschnitt B: Kaufvertrag mit Auflassung

Meine Frau kauft meiner Schwester ihre 50% des ideellen Anteils ab.

Lt. Notar sollte diese nach Paragraph 3 Abs 3 Grunderwerbsteuergesetz von der Grundsteuer befreit sein, da meine Frau einem Miterben gleichgestellt ist.

Gestern bekamen wir aber den Bescheid über 6.500€ Grunderwerbsteuer.

Wer hat hier Recht? Der Notar oder das Finanzamt?

Vielen Dank!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

auch wenn bekannter Maßen Notare die besseren Juristen sind, wundert mich der Hinweis vom Finanzamt. § 3 Nr. 3 Grunderwerbsteuergesetz soll folgendes regeln. Wenn Erben schon Eigentum zur Gesamthand in Form der Erbengemeinschaft an einem Grundstück erworben haben und Erbschaftssteuer zahlen müssen, soll der weitere Erwerb im Rahmen einer Erbauseinandersetzung nicht mehr zusätzliche die weiter Verkehrssteuer der Grunderwerbsteuer auslösen.

§ 3 Nr. 3 Satz 3 stellt dann unmißverständlich klar, daß Ihre Ehefrau Ihnen als Miterben gleichsteht. Ihre Frau kauft das Grundstück / erwirbt es und ist von der Steuer befreit.

Warum das Finanzamt sich hier gegen die Meinung des Notars und von mir stellt, kann ich mir nicht erklären.

Mit besten Grüssen

Fricke
RA und Dipl. Kfm.

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