Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Arbeitslosigkeit, Aussteuerung bei GKV, länger als 6 Wochen krank

| 19.06.2019 18:11 |
Preis: 55,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


Ich war wegen einer chronischen Krankheit 78 Wochen mit Krankengeldbezug krankgeschrieben. Zu diesem Zeitpunkt bestand noch mein Arbeitsverhältnis, durchgehend seit 34 Jahren. Nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit meldete mein Arbeitgeber Insolvenz an. Noch während der Arbeitsunfähigkeit erhielt ich 6 Wochen REHA, wurde arbeitsunfähig entlassen. Nach der Aussteuerung habe ich mich arbeitssuchend gemeldet und bekam für 3 Monate Arbeitslosengeld. Dann war ich erneut arbeitsunfähig auf Grund meiner chronischen Grunderkrankung. Während der Zeit habe ich mir den Fuss gebrochen , so dass ich nun mehr als 6 Wochen arbeitsunfähig geschrieben sein werde. Die Agentur für Arbeit wird mich abmelden. Die Krankenkasse verweigert das Krankengeld, weil der Bruch meines Fußes nicht als neue Krankheit angesehen wird, sondern von einer durchgehenden Grunderkrankung trotz Unterbrechung von 3 Monaten ausgegangen wird.
Frage: Kann mir die GKV kündigen, wenn ich beim Arbeitsamt abgemeldet bin?Wenn nicht, wer zahlt die KV,SV,Rentenvers.- Beiträge, wenn ich weder Arbeitslosengeld noch Krankengeld erhalte?

21.06.2019 | 12:58

Antwort

von


(124)
ADOLFSALLEE 55
65185 Wiesbaden
Tel: 0611 974510
Web: http://www.kanzlei-klepsch.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Zunächst die wichtigste Nachricht: Die gesetzliche Krankenversicherung kann Ihnen nicht kündigen und wird es auch nicht tun.

Allerdings ist letztlich ja viel wichtiger, wie die künftige Beitragszahlung sichergestellt ist bzw. wie sichergestellt wird, dass Sie Leistungen für Ihren Lebensunterhalt erhalten.

ich verstehe Ihren Sachverhalt so, dass Sie nunmehr schon sehr lange krank und daher auch arbeitsunfähig sind, zusätzlich auch noch arbeitslos, weil der ehemalige Arbeitgeber durch die Insolvenz weggefallen ist. Gleichzeitig haben Sie eine sehr lange Versicherungszeit zurückgelegt. In Ihrem Fall spricht alles dafür, dass Sie sofort einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen. Lassen Sie sich wegen Ihrer genauen persönlichen Situation bei der Deutschen Rentenversicherung im Hinblick auf die Antragstellung der Erwerbsminderungsrente bzw. unter Umständen auch der Altersrente beraten. Wenn Sie noch keinen Status als Schwerbehinderter haben, könnte es sehr sinnvoll sein, auch den Antrag auf Anerkennung der Schwerbehinderung und der damit verbundenen Feststellungen zu stellen. Unter Umständen können Sie dann nämlich vorgezogene Altersrente ohne Abschläge in Anspruch nehmen.

Die Agentur für Arbeit muss in Ihrem Fall Sie auch dahin beraten, dass ein Antrag wegen Rente auf Erwerbsminderung möglich bzw. nötig ist und dass unter Umständen ein Antrag auf Leistungen nach SGB XII, nämlich Grundsicherung für Menschen mit Erwerbsminderung, möglich ist. Wenn das bisher nicht der Fall ist, dann müssen Sie eine solche Beratung konkret einfordern. Am besten machen Sie das schriftlich, damit Sie dieses Anfordern der Beratung beweisen können, dann gibt es nämlich unter Umständen so etwas ähnliches wie Schadensersatzansprüche. Solange Ihre Erwerbsfähigkeit nicht geklärt ist, muss notfalls das Jobcenter Leistungen erbringen. Allerdings sind Leistungen der Grundsicherung nach SGB XII gegebenenfalls vorrangig.

Unabhängig davon welche Leistungen Sie dann später erhalten, ob die allgemeine Grundsicherung nach SGB II, die Grundsicherung für Erwerbsminderung nach SGB XII oder gar eine Rente wegen Erwerbsminderung werden in diesen Systemen die Zahlungen für die Krankenversicherung regelmäßig mit übernommen bzw. es besteht eine entsprechende Pflichtmitgliedschaft.

Zusammengefasst:
Wenn Sie arbeitsunfähig sind und dass schon so lange, dann muss dringend die Erwerbsminderung geklärt werden. Wenn Sie nämlich nicht mehr in der Lage sind mindestens 3 Stunden täglich am allgemeinen Arbeitsmarkt zu arbeiten, dann sind die Voraussetzungen für die Rente sicherlich gegeben. Sprechen Sie also Ihren Berater bei der Agentur für Arbeit darauf an, nehmen Sie direkt Kontakt zur Rentenversicherung auf und lassen Sie sich dort beraten und beantragen Sie in jedem Fall auch die Anerkennung als Schwerbehinderter (sofern das nicht schon vorliegt).


Rechtsanwalt Jörg Klepsch
Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 22.06.2019 | 15:00

Sehr geehrter Herr Klepsch,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Nachfrage: Darf mir die Krankenversicherung wie in der 1. Frage erläutert, das Krankengeld verweigern, wenn ich zwar für meine Grunderkrankung ausgesteuert bin, aber durch einen Unfall ohne dritte Beteiligung eine Fraktur mit längerer AU als 6 Wochen als Erstbescheinigung vorlege? Die 78 Wochen-Grenze und Blockfrist gilt doch nur für dieselbe Krankheit und erhalte ich bei erneuter Arbeitslosmeldung das zuvor gezahlte Arbeitslosengeld?

Vielen Dank im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.06.2019 | 11:08

Die Weigerung der Krankenkasse dürfte richtig sein. Zwar gilt die Blockfrist grundsätzlich nur für die ursprüngliche Erkrankung. Allerdings liegen die Voraussetzungen von § 48 Abs. 2 SGB V nicht vor, denn Sie müssen für mindestens sechs Monate nicht wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig gewesen sein und entweder erwerbstätig gewesen sein oder der Arbeitsvermittlung zur Verfügung gestanden haben. Die zusätzliche Erkrankung (gebrochenen Fuß) ist während der Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Grunderkrankung eingetreten, also insofern ein hinzugetretenes Ereignis. Dies kann keine weitere Zahlung von Krankengeld auslösen. Arbeitslosengeld können Sie nicht erhalten, wenn Sie arbeitsunfähig sind, unabhängig aufgrund welcher Erkrankung. Möglicherweise müssen Sie sogar damit rechnen, dass der gebrochenen Fuß der Grunderkrankung zugerechnet wird, also praktisch dadurch begünstigt oder vielleicht sogar verursacht wurde. Wenn das der Fall ist, handelt es sich noch nicht einmal um eine neue Erkrankung, sondern nur um die besondere Erscheinung der Grunderkrankung.

Bewertung des Fragestellers 26.06.2019 | 09:31

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Im Wesentlichen ist meine Frage beantwortet worden. Dennoch kommt man an einer persönlichen Beratung im Einzelfall nicht vorbei."
Stellungnahme vom Anwalt:
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Jörg Klepsch »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 26.06.2019
4/5,0

Im Wesentlichen ist meine Frage beantwortet worden. Dennoch kommt man an einer persönlichen Beratung im Einzelfall nicht vorbei.


ANTWORT VON

(124)

ADOLFSALLEE 55
65185 Wiesbaden
Tel: 0611 974510
Web: http://www.kanzlei-klepsch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Arbeitsrecht, Fachanwalt Familienrecht, Baurecht, Sozialversicherungsrecht, Grundstücksrecht
Jetzt Frage stellen