Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Arbeit und Wohnung in der Schweiz, Wohnung in Deutschland behalten und Homeoffice

| 02.05.2021 02:47 |
Preis: 80,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

Ich bin Spanier, arbeite seit 6 Jahren in Stuttgart als Ingenieur, wohne gerade in einer WG (ledig, ohne Kinder) und habe keine anderen Einkünften. Nun wurde mir eine Stelle von einem schweizer Arbeitsgeber in Zürich angeboten. Die Stelle wird wahrscheinlich nicht ganz vollzeit sein, sondern 4 Tage pro Woche (80%).

Wenn ich den Job nehme und ich in eine Wohnung in Zürich umziehe, möchte ich gerne aus persönlichen Gründen mein Leben in Stuttgart beibehalten. Das bedeutet, ich würde mein Zimmer behalten und immer wenn möglich nach Stuttgart zurückkehren. Ich würde auch regelmäßig im Homeoffice aus Stuttgart arbeiten. Auf diesem Punkt hat mir der Arbeitsgeber schon hingewiesen: maximal 1 Tag pro Woche, damit es unter 25% der Gesamtarbeitszeit liegt (wegen Sozialversicherungpflicht). Die restliche 3 Arbeitstage wäre ich im Büro in Zürich.

Nach viel Recherche, stellen sich vor mir nach meinem Verständnis 2 Szenarien vor, die aus der Perspektive des Steuerrechts möglich sind:

A) Status "Internationaler Wochenaufenthalter": Also G-Bewilligung und steuerlicher Wohnsitz weiterhin in Stuttgart. Aber wegen der garantierten Nichtrückkehr über 60 Tage (Formular Gre-3) und der Entfernung, die Besteuerung soll eingentlich in der Schweiz stattfinden.

B) Status "Aufenthalter": Also B-Bewilligung und steuerlicher Wohnsitz in Zürich. Ich müsste dann mich von der Stadt Sttutgart abmelden. Bezüglich der Besteuerung, diese soll ganz logisch in der Schweiz stattfinden.

Bezüglich meiner Anwesenheit ist es mir wirklich unklar, ob ich mit der 80%-Arbeitsstelle über/unter 183 Tage in welchem Land verbringen werde. Oder vielleicht sogar in keinem, da ich bestimmt noch ein Monat Urlaub in Spanien mache.... Ich würde grundsätzlich versuchen, unter 183 Tage in Deutschland zu verbringen, da es steuerlich ungüngstig wäre, denke ich.

Fragen:
Ich möchte mit den Fragen einfach wissen, ob die zwei Szenarien wirklich legal und passend für meine Situation sind. Ich will die Regeln nicht brechen!

1. Sind die 2 Szenarien mit den 183-Tage-Regelung kompatibel oder wird diese Regel in diesem Kontext nicht angewandt? Wenn ja, Ab- und Rückreisetag (wahrscheinlich Sonntag und Mittwoch) in welchen Land zählen?
2. Darf ich die Wohnungen in den 2 Länder mieten oder bekomme ich Problemen mit dem Finanzamt?
3. Wie werden die Tage im Homeoffice aus Stuttgart in den 2 Szenarien besteuert? Annahme: der genannte 25% der Arbeitszeit wird nicht überschritten.

(Bitte die aktuelle Sonderregelungen wegen Corona einfach nicht berücksichtigen)

Vielen Dank im Voraus!

LG

02.05.2021 | 09:40

Antwort

von


(1126)
Postanschrift: Postbox 65308X
11516 Berlin
Tel: 015751362517
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sind die 2 Szenarien mit den 183-Tage-Regelung kompatibel oder wird diese Regel in diesem Kontext nicht angewandt? Wenn ja, Ab- und Rückreisetag (wahrscheinlich Sonntag und Mittwoch) in welchen Land zählen?

Beide Szenarien können auf jeden Fall gelebt werden. Sie würden allerdings den Status des Pendlers als Wochenaufenthalter in der Schweiz schnell verlieren, da Sie über die 60 Aufenthalt in der Schweiz kommen würden.

Da Sie in beiden Ländern eine Wohnung innehaben werden, wäre auch in beiden Ländern eine Steuerpflicht anzunehmen. Die 183 Tage-Regel ist z.B. in Deutschland dann nicht mehr relevant, wenn Sie in Deutschland eine Wohnung vorhalten, in der Sie jederzeit zurückkehren können.

Sie hätten dann eine unbeschränkte Steuerpflicht bzgl. aller Ihrer Einkünfte und würden allenfalls über das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen beiden Ländern eine Besteuerung in der Schweiz erreichen.

2. Darf ich die Wohnungen in den 2 Länder mieten oder bekomme ich Problemen mit dem Finanzamt?

Auf alle Fälle ist dies möglich, in Deutschland schafft die Wohnung aber eine unbeschränkte Steuerpflicht aufgrund des Wohnsitzes.

3. Wie werden die Tage im Homeoffice aus Stuttgart in den 2 Szenarien besteuert? Annahme: der genannte 25% der Arbeitszeit wird nicht überschritten.

Aus Art. 15 Abs. 1 DBA können die Tage im Homeoffice in Deutschland dort auch versteuert werden.

Um von diesem grundlegenden Prinzip wegzukommen, müsste man es schaffen, dass Sie aus Art. 4 DBA als in der Schweiz ansässig gelten. Dann könnte man über Art. 15 Abs. 2 DBA, wenn Sie weniger als 183 Tage im Jahr in der Schweiz arbeiten, die Besteuerung nur in der Schweiz belassen.

Die Ansässigkeit in der Schweiz dürfte aber schwierig werden, da die stärkeren sozialen Banden nach Deutschland dagegen sprechen. Sie können hier aber natürlich gegen argumentieren.

Schafft man die Hürde des Art. 15 Abs. 2 DBA also nicht, wäre das gesamte Gehalt aus der Schweiz in Deutschland steuerbar.

Aus Art. 24 Abs. 1 DBA werden die schweizerischen Einkünfte aber zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung aus der Grundlage für die deutsche Steuerberechnung herausgenommen, wenn die Arbeit in der Schweiz verübt wurde.

Im Ergebnis wären dann also nur die deutschen Homeoffice-Tage in Deutschland steuerbar.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 03.05.2021 | 19:06

Sehr geehrter Herr Park,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Alles sieht einfacher aus, wenn ich mich gemäß Szenario B als Aufenthalter in der Schweiz anmelde (also B-Bewilligung) und mich in Stuttgart abmelde.

Um sicher zu sein, dass ich Ihre Antwort gut verstanden habe, werde ich folgenden Punkten schreiben. Sie können mir bitte bestätigen, ob mein Verständnis richtig ist.

(Annahme: ich bin Aufenthalter in der Schweiz mit B-Bewilligung und arbeite mindestens 75% der Zeit in Zürich)

1. Ich werde in beiden Länder eine Wohnung innehaben (eine Wohnung in Zürich und das Zimmer in der WG in Stuttgart) und deswegen bin ich in beiden Länder unbeschränkt steuerpflichtig. Durch das DBA zwischen beiden Ländern kann ich aber eine Besteuerung in der Schweiz erreichen (also, nur in der Schweiz). Dafür muss ich als in der Schweiz ansässig gelten.

2. Da ich doch zwei Wohnsitze habe, ist die 183 Tage-Regel in Deutschland dann nicht mehr relevant für mich. Ich müsste dann nicht auf die genaue Anzahl der verbringenden Tagen in DE so genau beachten.

3. Ich muss gut argumentieren, warum meine steuerliche Ansässigkeit in der Schweiz ist: Mit einer Wohnung in Zürich, meine neue Arbeitsstelle dort, keine familiären Bindungen in Deutschland (bin Spanier) werde ich es hoffentlich schaffen.

4. Die Tagen in Homeoffice aus Deutschland (max 25% pro Woche) werden in der Schweiz besteuert, wenn ich dort ansässig bin. Wenn ich weniger als 183 Tage im Jahr in der Schweiz physisch arbeite, könnte man über Art. 15 Abs. 2 DBA, die Besteuerung nur in der Schweiz belassen.

Ist mein Verständnis in der 4 Punkten richtig?

Vielen Dank im Voraus!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.05.2021 | 19:09

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage.

Sie haben alles richtig verstanden, nur in Punkt 4 sollten Sie beachten, dass Sie weniger als 183 Tage im Jahr in Deutschland arbeiten sollten.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 03.05.2021 | 19:23

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Alex Park »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 03.05.2021
5/5,0

ANTWORT VON

(1126)

Postanschrift: Postbox 65308X
11516 Berlin
Tel: 015751362517
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Steuerrecht, Arbeitsrecht, Zivilrecht, Gesellschaftsrecht, Baurecht, Familienrecht, Vertragsrecht, Verwaltungsrecht, Internet und Computerrecht