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Arbeit in Katar - Plan Wohnung in Deutschland zu kaufen

16.04.2022 22:14 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Seher geehrte Damen und Herren,

Ich bin Deutscher Staatsbuerger, verheiratet und habe zwei Kinder. Ich lebe und arbeite seit dem 01.01.2016 im Katar und habe mich in Dezember 2015 aus Deutschland abgemeldet. Ich habe immer noch ein Bankkonto in Deutschland aber keine Wohnung/Haus. Manchmal muss ich beruflich nach Deutschland einreisen. in den Jahren 2020 and 2021 bin ich beispielsweise uerberhaupt nicht nach deutschland eingereist. Allerdings im Jahr 2022 werde ich eventuell 4 mal beruflich nach Deutschland einreisen mit einer aufenthaltsdauer von durchnittlich 8 Tagen pro Reise.

Im Katar gibt es keine Einkommensteuer. Es gibt zwischen Deutschland und dem Katar kein Doppelbesteuerungsabkommen.

Ich habe bisher immer verstanden, dass ich nun in Deutschland beschraenkt steuerpflichtig bin und dass mein Katarisches Einkommen nicht versteuert werden muss. Bitte um Bestaetigung. Fallen bei mir Wgezugssteuer an?

Ich habe vor kurzem ein Formular von meiner deutschen Bank mit dem Titel "Selbstauskuft fuer natuerliche Personen fuer den automatischen zwischenstaatlichen Informationsaustausch und FATCA" bekommen. Was ist der Hintergrund dieses Dokuments and kann ich das Dokument Bedenkenlos ausfuellen und an die Bank zurueckschicken?

Ich habe nun vor, eine Wohnung in Deutschland zu kaufen und zu vermieten. Bin ich dadurch immer noch beschraenkt steuerpflichtig? Oder erweitert beschraenkt steuerpflichtig? oder doch unbeschraenkt steuerpflichftig?

Was passiert wenn ich die Wohnung nicht vermieten kann oder wenn die Wohnung zwischen einem Mieter und dem naechsten Mieter unvermietet bleibt. Werde ich in dem Zeitraum dann unbeschraenkt steuerpflichtig und muesste dann mein Einkommen im Katar versteuern?

Muesste eine Steuererklaerung wegen des Mieteinkommens jaehrlich abgegeben werden? Muss ich mein einkommen im Katar in der Steuererklaerung auch nennen?


Weitere Angaben zu meiner Person:


- Ich war zwischen 2003 und 2015 unbeschraenkt steuerplfichtig
- Seit Januar 2016 lebe ich in Katar und arbeite in einer filiale eines deutschen Unternehmens (mit lokalem Vertrag (Katarischem Vertrag))
- Habe in 2018 zwei Aktien des deutschen Mutterunternehmens geschenkt bekommen (aktueller Gesamtwert der Aktien < 300 Euro)
- Ich zahle seit 2018 monatlich 100 Euro Rentenbeitrag in der deutschen Rentenkasse
- Ich besitze in Deutschland ein Girokonto und ein Sparkonto. Summe der Betraege in den Konten <15000 Euro


Mit freundlichen Gruessen.

19.04.2022 | 08:38

Antwort

von


(333)
Rossmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: 08191/3020
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Gem. § 1 EStG wird in der BRD zwischen unbeschränkter und beschränkter Steuerpflicht differenziert. Auch ohne Anmeldung eines Wohnsitzes in Deutschland reicht der gewöhnliche Aufenthalt in Deutschland aus, um unbeschränkt steuerpflichtig zu sein.

Als gewöhnlicher Aufenthalt gilt in der BRD gem. § 9 Abgabenordnung (AO) die zeitlich zusammenhängende
Anwesenheit im Inland mit Aufenthalt von mehr als 6-monatiger Dauer; kurzfristige Unterbrechungen bleiben unberücksichtigt (183Tage-Regel).

Ihre kurzen Besuche in der BRD sind insoweit unschädlich.

Nur bei unbeschränkter Steuerpflicht unterliegt das gesamte Welt-Einkommen der Einkommensteuer in der BRD, d.h. es kommt nicht mehr darauf an, in welchem Land es erzielt wurde (z.B. in Katar).

Die Mehrfachbesteuerung verhindern Doppelbesteuerungsabkommen.
Mit welchen Ländern Deutschland
ein DBA geschlossen hat, ist beim Bundesfinanzamt zu erfragen, Katar hat auch m.E. keins abgeschlossen.

Die melderechtlichen Umstände sind da zweitrangig, entscheidend sind die tatsächlichen Verhältnisse an.

Wenn eine Person sowohl in der BRD als auch im Ausland ansässig ist, ist entscheidend, in welchem Staat sie einen ständigen Wohnsitz hat.
Verfügt sie in beiden Staaten über einen ständigen Wohnsitz, gilt sie als in dem Vertragsstaat ansässig, zu dem sie die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat (Lebensmittelpunkt). Das wäre nach Ihrer Schilderung auch Katar.

Aber Sie wollen die Wohnung ja nicht einmal für sich kaufen, um darin zu wohnen, sondern um sie zu vermieten.

Die engeren Bindung haben Sie zum Land Ihres Arbeitsorts, auch Katar.

Kann auch dies nicht eindeutig bestimmt werden, kommt es zunächst auf den gewöhnlichen Aufenthalt und erst dann auf die Staatsangehörigkeit an.

Den gewöhnlichen Aufenthaltsort können Sie in jedem Jahr selbst steuern und bestimmen.

Bei beschränkter Steuerpflicht, d.h. ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland unterliegt lediglich das in Deutschland erzielte Einkommen der Steuerpflicht und ist hier zu versteuern (Vermietung).

Keine Einkünfte in Deutschland bedeutet keine Einkommensteuer, d.h. wenn die Wohnung mal leer stehen sollte, müssen Sie auch nichts versteuern aber Sie können natürlich auch nichts absetzen oder Erhaltungsauswand geltend machen.

Aber Sie werden in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie ihren Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt in nehmen und z.B. vor hier aus arbeiten.

Dabei wäre es dann unerheblich, wo die Einkünfte erzielt werden.

Nach § 8 der Abgabenordnung (AO) hat jemand einen Wohnsitz dort, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird. Die in § 8 AO festgeschriebene Definition eines Wohnsitzes knüpft dabei an tatsächliche Umstände an.

Darüber hinaus wäre die 183 Tage Regelung zu beachten, die Sie mindestens in Katar sein müssten.

Die Wegzugssteuer gem. § 6 AStG regelt die Besteuerung eines fiktiven Veräußerungsvorgangs von einer in der Regel mindestens 1-prozentigen Beteiligung am Kapital einer (in- oder ausländischen) Kapitalgesellschaft im Privatvermögen bei Wegzug des Gesellschafters in das Ausland.

Dieser Fall liegt nach Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht vor.

FATCA gilt nur, wenn Sie in den USA steuerpflichtig sind. Sie können das Formular der Deutschen Bank ignorieren oder ausfüllen

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 20.04.2022 | 20:44

Seher geehrter Herr Mueller-Roden,

Vielen Dank fuer Ihre Antwort.

ich habe im Internet ueber den Fall "BFH vom 23.11.1998, II ZR 139/87" gelesen. Demnach sollte es ausreichen fuer erwachsenen die eine Wohnung in Deutschland besitzen, wenn sie die Wohnung ueber Jahre Hinweg regelmaessig zweimal im Jahr fuer einige Wochen benutzen, damit sie unbeschraenkt steuerpflichtig gelten.

Ich habe zwar nicht vor die Wohnung zu nutzen. Wenn ich aber in Deutschland beruflich einreise, dann habe ich fuer spaeter keinen Beweis, dass ich nicht in der Wohnung war sondern beruflich wo anders untergekommen bin. Sehen Sie ein Problem hierbei?

Mit freundlichen Gruessen!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.04.2022 | 20:58

Die von Ihnen zitierte Rechtsprechung gibt es in der Tat:

Leitsatz

Benützt jemand seine ihm gehörende Doppelhaushälfte im Inland regelmäßig zweimal jährlich zu bestimmten Zeiten über mehrere Wochen, so hat er dort seinen Wohnsitz i. S. des § 8 AO 1977.

Damit wurde ein Inländischer Wohnsitz i. S. des § 8 AO unterstellt, bei Nutzung einer Doppelhaushälfte zweimal jährlich über mehrere Wochen

Wenn die Obergerichte sich über Recht und Gesetz hinwegsetzen, ist der Bürger halt machtlos. Das war schon immer so.

Aber Sie wollen das Haus je vermieten und haben dann Einkünfte aus V&V.

An einer vermieteten Wohnung kann man keinen eigenen Wohnsitz haben, es sei denn Sie vereinbaren das mit dem Mieter.

ANTWORT VON

(333)

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