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Anwaltswechsel innerhalb einer Kanzlei

02.12.2009 16:08 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Ich bin Mandant einer Kanzlei für privates Immobilienrecht .Sie firmiert
als "Kanzlei X&X. Ihr gehören neben X+X auch vier andere Anwälte an. Einer von ihnen, RA Y, hat für mich beim AG eine Anfechtungsklage
gegen zwei Beschlüsse der letzten Eigentümerversammlung eingereicht. Die Klagebegründung führte zur Kostenübernahme durch
die Rechtsschutzversicherung. Nun habe ich bei der ersten mündlichen
Verhandlung ein sehr gespanntes Verhältnis "meines" Anwalts zu der
Richterin erleben müssen. Das kam der Gegenseite zugute, die durch
einen sehr eloquenten Anwalt vertreten war, während der meine
überwiegend schwieg und auf das Vorbringen wichtiger Punkte verzichtet hat. Er hat hinterher geäußert, mit dieser Richterin könne
er es nun einmal nicht. Diese Haltung wird für mich als Kläger gefährlich. Deshalb die Frage: Kann ich zu einem anderen Anwalt dieser an sich
renommierten Kanzlei wechseln? Die Vollmacht gilt der Kanzlei.
Ich weiß aber nicht, wie es dann mit den Gebühren aussieht.
Ein Vorschuss von über 5000 Euro ist bereits bezahlt worden.
Muß befürchtet werden, daß der gegenwärtige Anwalt sein Mandat
niederlegt und ich zwei Wochen vor der nächsten Verhandlung
auch noch diese Schwierigkeiten habe? Ich fühle mich derzeit
schlecht vertreten. Müsste ich auch bei einem Wechsel innerhalb
der Kanzlei meine Rechtsschutzversicherung verständigen?
Die Korrespondenz mit ihr wurde vom bisherigen Anwalt geführt.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:


Zu 1.) Kann ich zu einem anderen Anwalt dieser an sich
renommierten Kanzlei wechseln? Die Vollmacht gilt der Kanzlei.
Ich weiß aber nicht, wie es dann mit den Gebühren aussieht.


Damit Sie zu einem anderen Anwalt dieser Kanzlei wechseln könnten, müssten Sie oder der andere Anwalt zunächst das Mandat niederlegen. Sie als Auftraggeber können jederzeit das Mandat niederlegen, müssten aber grundsätzlich die dem Anwalt bis dahin entstandenen Kosten tragen.

Eine andere Frage ist, ob die anderen Kollegen Sie dann weiter betreuen würden. Sofern die Vollmacht nicht auf die Kanzlei ausgestellt ist, würden Sie rein technisch gesehen nicht nur das Auftragsverhältnis gegenüber dem jeweiligen Anwalt (dieser ist nicht Ihr Vertragspartner, sondern die Kanzlei) sondern gegenüber der Kanzlei kündigen.

Im Endeffekt sollten Sie also noch mal ein klärendes und freundliches Gespräch führen. Sie sollten zunächst mit dem Anwalt sprechen, der Sie buslang betreut hat. Anschließend sollten Sie sich mit ihrem Anliegen an den Kanzleisenior wenden, falls vorhanden, und dort freundlich den Wunsch äußern von einem anderen Kollegen weiter betreut zu werden.

Aus sollten Sie die Frage nach der weiter gehenden Kostentragung ansprechen. Jede grundsätzlich das, was sie mit der Kanzlei vereinbart haben, also ob etwa nach Stundensätzen oder nach dem Gesetz ( RVG) abgerechnet wird.

Sofern zusätzliche Kosten entstehen, etwa Kosten für Verhandlungstermine ( so genannte Terminsgebühren nach dem RVG), müssten Sie diese natürlich nur dann zahlen, wenn diese Gebühren tatsächlich anfallen.

Insoweit dürfte sich in kostenrechtlicher Hinsicht allerdings grundsätzlich nichts ändern, da nach wie vor der die Kanzlei Ihr Vertragspartner wäre. Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn Sie der Kanzlei das Mandat niederlegen und anschließend einen einzelnen Anwalt individuell beauftragen. Dieses halte ich aber für unüblich, jedoch nicht ausgeschlossen. Sie sollten das Nähere mit der betreffenden Kanzlei klären.


Zu 2.) Muß befürchtet werden, daß der gegenwärtige Anwalt sein Mandat niederlegt und ich zwei Wochen vor der nächsten Verhandlung auch noch diese Schwierigkeiten habe?


Ob denn dem konkreten Fall zu befürchten ist, dass der gegenwärtige Anwalt von sich aus sein Mandat niedergelegt, kann nicht mit abschließender Gewissheit aus der Ferne natürlich nicht sagen. Ich weiß er auch nicht, was in den Kopf des Kollegen vorgeht, also insbesondere weiß ich nicht, ob er geneigt ist das Mandat niederzulegen und wir sich letztendlich entscheiden wird.

Aus berufsrechtlicher Sicht ist der Kollege unter bestimmten Umständen grundsätzlich berechtigt das Mandat niederzulegen. Hierdurch dürfen Ihnen aber keine Nachteile entstehen.

Bei dem jetzigen Verfahrensstadium habe ich erhebliche Bedenken daran, ob Ihr Anwalt das Mandat so kurzfristig niederlegen dürfte. Nach Ihrer Schilderung ist der nächsten Verhandlungstermin nämlich relativ nahe, so dass es Ihnen voraussichtlich nicht zumutbar wäre, einen anderen Kollegen so kurzfristig zu beauftragen.

Dieser Kollege müsste sich nämlich auch in die relativ komplexe Materie einarbeiten, was in der kurzen Zeit voraussichtlich nicht machbar wäre.


Zu 3.) Müsste ich auch bei einem Wechsel innerhalb
der Kanzlei meine Rechtsschutzversicherung verständigen?


Dies hängt davon ab, welche Informationen die Rechtsschutzversicherung vorliegen hat.

Sofern die Rechtsschutzversicherung weiß, dass Sie nicht nur einen speziellen Rechtsanwalt der betreffenden Kanzlei, sondern die gesamte Kanzlei als solche beauftragt haben, ist der Rechtsschutzversicherung dieser Umstand bekannte und es kommt dann grundsätzlich nicht mehr darauf an, welcher Anwalt Sie vertritt, es sei denn in den Rechtschutzbedingungen steht ausdrücklich drin, dass auch in diesem Fall eine Benachrichtigung an die Rechtsschutzversicherung zu erfolgen hat. Bitte schauen Sie diesbezüglich noch mal in Ihre Versicherungsbedingungen.

Die Rechtsschutzversicherung prüft sowieso hauptsächlich nur, ob ein Rechtschutzfall vorliegt, also vor allem, ob es sich um einen Rechtsgebiet handelt, welches vom Rechtschutz -vertrag umfasst ist und zum anderen, ob die Rechtsverfolgung bzw. Rechtsverteidigung überhaupt eine Aussicht auf Erfolg hat.

Welche Informationen die Rechtsschutzversicherung von Ihnen konkret vorliegen hat, geht aus Ihrem Sachverhalt nicht hervor. Um auf Nummer sicher zu gehen und damit es im Nachhinein nicht zu Komplikationen kommt, rate ich Ihnen jedoch dringend an, falls es zu einem Anwaltswechsel kommen sollte in der Angelegenheit, dieses der Rechtsschutzversicherung rechtzeitig mitzuteilen.

Mit rechtzeitig meine ich, dass Sie bereits jetzt anrufen könnten und der Rechtschutzversicherung die Sachlage schildern könnten, damit diese schon vorbereitet ist , falls es in einigen Wochen oder Tagen zu einem Anwaltswechsel bzw. einer Mandatsniederlegung kommen sollte.


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.


So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine
völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Mittwochnachmittag!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132




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